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73 Teilnehmer beim 2. HLV-Kongress


Anja Wolf-Blanke bei ihrer Eröffnungsrede (Foto: HLV)

Das Thema „Leichtathletik als Nachwuchsförderung“ lockte 73 Trainer, Übungsleiter und Sportlehrer in die Sportschule des Landessportbundes Hessen nach Frankfurt. Der Hessische Leichtathletik-Verband (HLV) nahm in seinem Kongress die Impulse des DLV-Kongresses „Pädagogische Offensive“ auf und konnte acht Top-Referenten für drei Vorträge und vier Workshops gewinnen. Den Kongress eröffnete HLV-Präsidentin Anja Wolf-Blanke, die in ihrer Rede die Bedeutung des Kongressthemas herausstellte. Anschließend gab Dr. Wolfgang Killing mit seinem Einführungsreferat „Pädagogische Offensive“ den inhaltlichen Startschuss, dann stellte HLV-Lehrwart Willy Imhof - der die Moderation des Kongresses übernahm - das Referententeam sowie das Tagesprogramm vor. Killing betonte in seinem Vortrag die Komplexität der Trainerarbeit und dass es nicht ausreicht, rein trainingswissenschaftlich qualifiziert zu sein. Es wurde deutlich, dass ein Trainer, um der Arbeit mit Nachwuchsathleten gerecht zu werden, auch über tiefgreifende pädagogische Fähigkeiten verfügen muss.

Jun.-Prof. Dr. Christopher Heim vermittelte in seinem Vortrag „Inklusion in Schule und Verein“, was Inklusion bedeutet, worum es bei der Umsetzung geht, welche Möglichkeiten Inklusion bietet, aber auch, wo der Inklusion Grenzen gesetzt sind. Mit seinem Vortrag gab er Anja Ricker, Frank Ludwig und Maximilian Vollmuth eine Steilvorlage für den am Nachmittag folgenden Praxisworkshop, in dem die Kongressteilnehmer gemeinsam mit der Behindertensportgruppe des TSV Heusenstamm eine Trainingseinheit absolvierten.


Beweglichkeits-, Stabilisations- und Koordinationsübungen (Foto: Birgit Kleffman)

Anhand von Beweglichkeits-, Stabilisations- und Koordinationsübungen wurden Schwierigkeiten, Unterschiede und Gemeinsamkeiten von geistig behinderten zu nicht behinderten Sportlern deutlich. Im dritten Vortrag referierte Dominic Ullrich zum Thema Teamfähigkeit. Mit einer Arbeitsaufgabe integrierte Ullrich die Teilnehmer in das Thema und verdeutlichte damit, dass jede Person ein Baustein vom großen Ganzen ist. Eine Fortführung des Themas folgte im Praxisworkshop am Nachmittag. Hier zeigte Ullrich, wie Kooperations- und Teamfähigkeit im alltäglichen Übungs- oder Trainingsbetrieb gefördert und integriert werden kann.


Jeder ist ein Teil des großen Ganzen (Foto: HLV)

In den zwei Theorieworkshops „Sozialkompetenz der Trainer“ und „Wege zur Weltspitze“ stellten Corinna Thibol und Günter Eisinger heraus, dass für den sportlichen Erfolg eine Vielzahl von Bausteinen zusammengesetzt werden müssen. Thibol wies darauf hin, dass Erfolg nicht nur auf die fachliche Qualitäten des Trainers zurückzuführen ist, sondern dass auch die Ebene des sozialen Miteinanders, der Kommunikation und Interaktion zwischen Trainer und Athlet eine entscheidende Rolle spielt. Die Trainer und Übungsleiter bekamen Anregungen, wie sie dieses oftmals vernachlässigte Potential für sich und ihre Arbeit mit den Athleten nutzen können.

Eisinger nahm in seinem Workshop eine begriffliche Abgrenzung von Sportlern in verschiedenen Stufen vor: ambitionierter Sportler, Leistungssportler, Hochleistungssportler. Gemeinsam mit den Teilnehmern arbeitete er die wichtigsten Komponenten heraus, die Athleten auf dem Weg zur Weltspitze helfen können. Es wurde deutlich, dass ein Athlet nicht alleine mit seinen Trainer den angestrebten Erfolg erreichen kann, sondern dass noch viele weitere Wegbegleiter benötigt werden. Diese Mitspieler (Verband, Schule, Familie etc.) nehmen eine tragende Rolle in der Entwicklung des Athleten ein. Daher ist es wichtig, dass die Wegbegleiter sich ihrer Rolle bewusst sind und sie wissen, welche Anforderungen an sie gestellt werden und diese annehmen.

Mit den Ergebnispräsentationen zu den einzelnen Workshops endete der Kongress. Highlight war hier eine kurze Sprung-Choreografie der Teilnehmer des Workshops „Teamfähigkeit“, die sie zuvor im Praxisworkshop einstudiert hatten.

Der gelungene Abschluss transportierte nochmals das Gefühl, welches die Teilnehmer auch aus den einzelnen Workshops mitnahmen: „Gemeinsam können wir etwas bewegen!“

 


03.04.2014