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EM-Norm und famose Bestleistung für Carolin Schäfer – Behrenbruch und Rath steigen aus


Carolin Schäfer: drei persönliche Rekorde (Fotos: IRIS)

Siebenkämpferin Carolin Schäfer (LG Eintracht Frankfurt) hat im österreichischen Götzis als beste Deutsche ihre Bestleistung um über 300 Zähler auf 6.386 Punkte gesteigert und ist der Europameisterschaft in Zürich (Schweiz; 12. bis 17. August) einen großen Schritt näher gekommen. Vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) sind 6.100 Punkte als Qualifikationsleistung gefordert. Der letzte Nominierungswettkampf findet in Ratingen (28./29. Juni) statt. Bis zu drei Mehrkämpferinnen und Mehrkämpfer können den DLV bei der EM vertreten.


Keinen Grund zum Feiern hatten Schäfers Disziplin- und Vereinskollegin Claudia Rath sowie Pascal Behrenbruch (ebenfalls Frankfurt) im Zehnkampf. Beide beendeten ihren Wettkampf im Vorarlberg vorzeitig.


Carolin Schäfers Auftritt in Götzis, den sie auf ihrer Homepage als "Wahnsinnsmehrkampf" bezeichnet, begann gleich mit einer Bestleistung.
Über 100 Meter Hürden trotzte die 22-Jährige dem Gegenwind von 1,4 Metern pro Sekunde und stürmte nach 13,52 Sekunden über die Ziellinie. Ihre Bestleistung aus dem Vorjahr lag bei 13,54 Sekunden.

Als Achte ging Schäfer in den Hochsprung und wuchs über sich hinaus. Nachdem sie 1,81 Meter im dritten Versuch überfloppt hatte, war ihr die nächste Bestleistung sicher. Davon beflügelt meisterte der Schützling von Trainer Jürgen Sammert sogar noch "überwältigende" 1,84 Meter im zweiten Versuch. Platz sechs im Zwischenklassement war der Lohn.

Dann folgten bange Momente im Kugelstoßen. Der erste Versuch war ungültig, beim zweiten wurden nur unbefriedigende 10,82 Meter gemessen. Erst nach 13,13 Metern im dritten Versuch konnte die amtierende deutsche Siebenkampfmeisterin aufatmen. Auf Platz neun liegend stieg Schäfer in den Startblock für den 200-Meter-Lauf. Dass sie den mit Rückenwind in 23,53 Sekunden (+3,1 m/sec) abschloss, fand die ehemalige Handballspielerin "unglaublich". Ihre schnellste Zeit auf der halben Stadionrunde bei regulären Bedingungen liegt bei 24,19 Sekunden. Auf Rang fünf mit 3.868 Punkten beendete die Frankfurterin den ersten Tag und steuerte auf eine deutliche Bestleistung zu, die vor Götzis bei 6.072 Punkten gelegen hatte, aufgestellt 2012 in Ulm.


Carolin Schäfer: Im Hochsprung um 5 cm verbessert

Am zweiten Tag machte Carolin Schäfer da weiter, wo sie am ersten Tag aufgehört hatte. Im Weitsprung bestätigte sie ihre gute Form von Salzburg eine Woche vor Götzis (6,16 Meter), flog im letzten Versuch auf 6,23 Meter und verbesserte sich auf Rang fünf. Ihre vorherige Bestleistung hatte Schäfer mit 6,03 Metern bei den U23-Europameisterschaften 2011 in Ostrava (Tschechien) aufgestellt.

Mit ihrem zweitbesten Speerwurf-Resultat ihrer Karriere (48,76 Meter) und auf Platz vier liegend ging Carolin Schäfer auf die abschließenden 800 Meter. Nach 2:22,44 Minuten erreichte die gebürtige Bad Wildungerin das Ziel. Dass sie auf Rang sechs abgerutscht war, wurde zur Nebensache. "Ich bin einfach nur sprachlos und unheimlich glücklich. Das war der Siebenkampf meines Lebens", fasste Carolin Schäfers zusammen. Mit der Olympia-Zweiten Lilli Schwarzkopf (LG Hannover; 6.215 Punkte) und Julia Mächtig (SC Neubrandenburg; 6106) übertrafen noch zwei weitere Deutsche die DLV-A-Norm für Zürich.

Rath patzt im Weitsprung, Behrenbruch mit dem Diskus

Auf Zürich-Kurs befand sich auch Claudia Rath. Nach zwei Bestleistungen mit der Kugel (13,78 Meter; davor 13,27) und über 200 Meter (23,77 Sekunden; davor 24,22) war die Sondernorm des DLV, die ihr als Vierte der WM das sichere EM-Ticket gebracht hätte, nach dem ersten Tag und 3.712 Zählern in Reichweite. Doch dann unterliefen ihr ausgerechnet im Weitsprung (Bestleistung: 6,67 Meter) drei ungültige Versuche. Mit dem Speer trat die 28-Jährige noch an (39,53 Meter). Auf den 800-Meter-Lauf aber verzichtete die Hallen-WM-Fünfte von Sopot.


Pascal Behrenbruch: Bester Kugelstoßer in Götzis

Pascal Behrenbruch hatte einen zähen Wettkampf. Nach mäßigen 11,22 Sekunden über 100 Meter startete der Frankfurter mit zwei ungültigen Versuchen im Weitsprung, ließ im dritten Sprung aber noch akzeptable 6,97 Meter folgen. An Behrenbruchs 16,04 Meter im Kugelstoßen kam im Möslestadion keiner heran. Danach folgten 1,94 Meter im Hochsprung und unbefriedigende 50,77 Sekunden auf der Stadionrunde (Bestzeit: 48,40 s).

Den zweiten Tag eröffnete der Europameister von 2012 mit 14,27 Sekunden über 110 Meter Hürden. Nach 43,95 Meter im Diskuswurf, mit der Behrenbruch knapp sechs Meter unter seiner Bestweite von 49,91 Meter (2007) blieb, trat der Frankfurter nicht mehr zum Stabhochsprung an.

Um sich für die EM in Zürich zu qualifizieren, fordert der DLV 8.050 Punkte. In Götzis ist das mit Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied; Zweiter mit 8.471 Punkte) und dem drittplatzierten Rico Freimuth (SV Halle; 8.317) bereits zwei deutschen Mehrkämpfern gelungen.


Zu den Ergebnissen


Tammo Lotz

 


02.06.2014