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Fabian Christ auf dem Sprung nach Eugene


v.l. Hartmut Christ, Jörg Huppers (Trainer von Daniel Sturma), Daniel Sturma, Fabian Christ, Dennis Hutterer und Steffen Wirth (Foto: HLV)

13 Athletinnen und Athleten aus Hessen sind beim Internationalen Mehrkampfmeeting in Bernhausen (Baden-Württemberg) aufgetreten. Die beste Vorstellung gab Fabian Christ von der LG Eintracht Frankfurt ab, der sich den Sieg im Zehnkampf der U20 sicherte und gleichzeitig die DLV-Norm für die Junioren-WM im US-amerikanischen Eugene (22. bis 27. Juli) erfüllte. Zusammen mit Dennis Hutterer (ASC Darmstadt) und seinem Frankfurter Vereinskollegen Daniel Sturma holte Christ zudem den DLV-Cup der Landesverbandsmannschaften nach Hessen. Weitere hessische Siege gab es durch Vanessa Grimm (LG Reinhardswald/TSG Hofgeismar) im Siebenkampf der U18 und Max Wannemacher (LG Eintracht Frankfurt) im Zehnkampf der Männer.



Für Fabian Christ war der Mehrkampf in Bernhausen die einzige Chance, um sich für die U20-WM zu qualifizieren. Der 18-Jährige hatte ganz bewusst auf das Mehrkampfmeeting in Ulm im Mai verzichtet, um frisch und ausgeruht alles auf die Karte Bernhausen zu setzen. Die Rechnung ist aufgegangen. Fabian Christ, der von seinem Vater Hartmut trainiert wird, stellte vor den Toren Stuttgarts gleich sechs neue Bestleistungen auf: 10,87 Sekunden über 100 Meter (davor 11,05), 1,97 Meter im Hochsprung (davor 1,93), 48,15 Sekunden über 400 Meter (davor 48,23), 14,05 Sekunden über 110 Meter Hürden (davor 14,38), 36,84 Meter mit dem Diskus (davor 35,34) und 50,57 Meter mit dem Speer (davor 48,65 Meter). Besonders die Leistungen über 400 Meter, über die Hürden und im Stabhochsprung (5,00 Meter; Bestleistung: 5,02) hob Philipp Schlesinger, der hessische Landestrainer für den Sieben- und Zehnkampf, hervor: "Über 400 Meter gehört Fabian mit einer 48er-Zeit schon zur erweiterten Weltklasse im Zehnkampf."

Trotzdem musste nach den 1500 Metern zum Abschluss des zweiten Tages gerechnet werden. Zwar stand bereits fest, dass Christ über der DLV-Norm für Eugene von 7.200 Punkten liegen würde, doch die Orientierungsmarke des Frankfurters waren die 7.511 Punkte von Simon Hosten (ASC Düsseldorf). Hosten hatte in Ulm Platz zwei hinter Tim Nowak (SSV Ulm 1846) belegt, der sich mit 7.802 Zählern das Ticket in die USA bereits so gut wie gesichert hatte. Auch Fabian Christ hat jetzt allerbeste Chancen auf seinen zweiten Einsatz im deutschen Nationaltrikot nach der U20-EM im letzten Jahr, denn mit 7.574 Punkten setze er sich an die zweite Position der deutschen U20-Bestenliste.

Auch Hutterer und Sturma zählen zur deutschen Spitze

Zu den insgesamt sechs deutschen U20-Mehrkämpfern, die die Norm für Eugene erfüllt haben, gehören mit dem Dritten von Bernhausen Dennis Hutterer (7.388 Punkte) und dem Vierten Daniel Sturma (7.345) zwei weitere Hessen. Hutterer, im letzten Jahr U18-WM-Teilnehmer, verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr (7.367 Punkte) marginal und stellte neue Bestleistungen über 100 Meter (11,08 Sekunden), im Stabhochsprung (4,60 Meter) und mit dem Speer (51,35) auf. Knapp hinter Tim Nowak, der in sechs Disziplinen seine Form testete, erzielte der Schützling von Trainer Steffen Wirth die mit Abstand zweitbeste Weite mit dem Diskus (49,33).

Gleich sechs neue Richtmarken stellte Daniel Sturma auf, der sich gegenüber 2013 um knapp 400 Punkte verbesserte (6.959). Seine Bestleistungen fielen über 100 Meter (10,85 Sekunden, Schnellster in Bernhausen), im Weit- (6,92 Meter) und Hochsprung (1,91), über 400 Meter (50,47 Sekunden), im Hürdensprint (14,86) und mit dem Speer (53,41 Meter). Weitere hessische Teilnehmer im U20er-Feld waren die Darmstädter Falko Neutzsch (6.340 Punkte) und Marvin Kappes (5.666).

U18-Siebenkämpferin Vanessa Grimm unangefochten vorn

Im Siebenkampf der U18 war Vanessa Grimm eine Klasse für sich und lag mit 5.389 Punkten weit über 300 Punkten vor der Zweiten. Gegenüber ihrer Vorjahresbestleistung (5.087) hat sich der Schützling von Trainer Mustafa Hallal um knapp 300 Zähler gesteigert. Gleich zum Auftakt über die 100 Meter Hürden kam die Hofgeismarerin mit dem Schrecken davon, als eine Mitläuferin in ihre Bahn fiel. Unter diesen Umständen waren die 15,19 Sekunden sogar noch passabel. Mit Tagesbestleistungen im Hochsprung (1,67 Meter) und mit der 3-Kilo-Kugel (13,30 Meter, neuer Hausrekord und Steigerung um über einen halben Meter) setzte Grimm den Grundstein für ihren klaren Sieg. Weitere Bestmarken folgten über 100 Meter (12,22 Sekunden), im Weitsprung (5,65 Meter) und mit dem 500-Gramm-Speer (40,58). "Mit dieser Leistung sollte Vanessa bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften ein Wörtchen bei der Titelvergabe mitreden", prognostizierte Philipp Schlesinger.

Auf den dritten Platz im Zehnkampf der U18 kam Jan Näser (LG Neu-Isenburg/Heusenstamm; 6.421 Punkte). Nicklas Schmid (HTG Bad Homburg) brach den Wettkampf nach der siebten Disziplin, dem Diskuswerfen, ab.

Als Neunte des Siebenkampfes der U20 blieb Julia Smakal (Alsfelder Sport-Club 96) mit 4.737 Zählern knapp 100 Punkte unter ihrer Bestleistung des Vorjahres. "Sie wird bei den Hessischen Mehrkampfmeisterschaften einen neuen Anlauf nehmen", ist Schlesinger überzeugt.

In seinem ersten beendeten Zehnkampf seit zwei Jahren feierte Max Wannemacher einen Sieg und kam dabei auf 7.383 Punkte. Damit steigerte er seine alte Bestmarke um über 400 Punkte. In Bernhausen war der 23-Jährige über 110 Meter Hürden so schnell wie noch nie (14,74 Sekunden). Wannemacher hat noch immer mit den Folgen einer Verletzung zu kämpfen, die er sich beim Speerwerfen im letzten Jahr zugezogen hatte. So musste er in Bernhausen den Stabhochsprung vorzeitig beenden, nachdem er bei einem gerissenen Versuch über 4,70 Meter mit dem rechten Ellenbogen auf die Latte gefallen war und sich ein Taubheitsgefühl in der rechten Hand eingestellt hatte. Bei Wannemachers Vereinskollege Aron Schreiner trat beim Weitsprung ein altes Malheur am Fuß wieder auf, sodass er nur in fünf der zehn Disziplinen antrat.

Schäfer und Rath testen für Ratingen

Den Siebenkampf der Frauen nutzten die deutsche Jahresbeste Carolin Schäfer (6.386 Punkte) und die WM-Vierte Claudia Rath (beide LG Eintracht Frankfurt), um für das Meeting in Ratingen (28./29. Juni) zu testen, wo die Tickets für die EM in Zürich vergeben werden. Schäfer lief über 100 Hürden in 13,47 Sekunden zu einer neuen Bestzeit (davor 13,52) und stieß die Kugel auf 11,99 Meter. Rath erzielte 13,68 Sekunden über die Hürden, 12,60 Meter im Kugelstoßen und warf den Speer auf 35,40 Meter. Mit 6,43 Meter im Weitsprung blieb die 28-Jährige zudem nur drei Zentimeter unter ihrer Saisonbestleistung.

Zu den Ergebnissen

Tammo Lotz

 


17.06.2014