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"Eine Werbung für die Leichtathletik" ─ und ein "Riesenproblem"


Beste im Block Sprint W15: Miriam Sinning (Foto: B. Heller)

Die diesjährigen hessischen Blockmeisterschaften der Altersklassen U16 und U14 in Neu-Isenburg waren die ersten, bei denen es in der U14 wieder drei Blockwettkämpfe (Lauf, Sprint/Sprung, Wurf) gab. Die Zusammensetzung dieser Blockwettkämpfe entspricht, bis auf wenige Änderungen in den Disziplinen, den U14-Blockwettkämpfen, die schon bis 2011 durchgeführt wurden. Im Block Sprint ersetzt der Speerwurf den Ballwurf bzw. Schlagballwurf. Die Mittelstrecke im Block Lauf geht nun einheitlich über 800 Meter. Des weiteren wirft die weibliche U14 mit dem 200-Gramm-Ball anstelle des 80-Gramm-Schlagballs. Der Block Wurf bleibt unverändert.

Mit einer guten Gesamtleistung im Block Sprint der W15 überzeugte Miriam Sinning von der LG Eintracht Frankfurt. Ihre meisten Punkte sammelte sie über 80 Meter Hürden (11,69 Sekunden) und im Hochsprung (1,65 Meter). Auch mit ihren 33,83 Meter im Speerwurf war sie den meisten ihrer Mitstreiterinnen weit überlegen.

Im Block Lauf in der M15 war Oskar Schwarzer (TV Groß-Gerau) das Maß aller Dinge. Seine Gesamtpunktzahl von 2.790 Zählern könnte Ende des Jahres auch im deutschlandweiten Vergleich ein Topergebnis bedeuten. 2013 zeigten sich nur sieben Fünfzehnjährige noch fleißiger im Punktesammeln im Block Lauf. Als einziger Teilnehmer sprang Schwarzer weiter als 6 Meter (6,17) und distanzierte den Zweiten um 76 Zentimeter.

Nico Kühnel (SG Johannesberg 1926) vereinte gute Sprint- und Sprungqualitäten und siegte im Block Sprint der M15. Er übertraf als einziger die 3000-Punkte-Marke (3.128). Der fleißigste Punktesammler in einer Einzeldisziplin aber war Gesamtzweite Andreas Bechmann (LG Eintracht Frankfurt), der im Hochsprung über 1,92 Meter floppte und damit zehn Zentimeter höher sprang als im letzten Jahr.

Nicht der Sprint, sondern der Speerwurf gab den Ausschlag im Block Sprint der W14. Dank ihres Wurfes auf 33,36 Meter zum Abschluss des Wettbewerbs machte Ann-Kathrin Kuhl (TuS Kriftel) noch einen Sprung von vier auf eins. Die beste Sprintleistung erzielte derweil die drittplatzierte Jennifer Zuban vom TSV 05 Remsfeld mit 12,88 Sekunden über 100 Meter. Zuban blieb als einzige Teilnehmerin unter der 13-Sekunden-Marke.

Im Block Lauf der M13 distanzierte Matthias Lopinski (Wiesbadener LV; 2.592 Punkte) das restliche Feld. Bis auf den 800-Meter-Lauf stellte er in jeder Disziplin die Tagesbestleistung auf. Besonders seine 57,50 Meter mit dem 200-Gramm-Ball ragten heraus. Der zweitplatzierte Philip Hennemuth (SSC Bad Sooden-Allendorf) wies einen Rückstand von über 300 Punkten auf den Wiesbadener auf.

Ganze 17 Punkte trennte stattdessen die drei Erstplatzierten im Block Lauf in der W12. Mit ihrem Sieg über 800 Meter in 2:28,30 Minute kam die quirlige Sophia Volkmer von der LG Wetzlar bis auf neun Punkte an die spätere Siegerin Antonia Dellert (LG Seligenstadt) heran. Dellert zehrte von ihren besseren Sprintleistungen zu Beginn (75 Meter und 60 Meter Hürden) und profitierte davon, dass Sophia Volkmer zum Abschluss des Mehrkampfes nicht ganz an ihre 800-Meter-Bestzeit von 2:21,26 Minuten herankam.

Die Mannschaftstitel gingen an die LG Eintracht Frankfurt (männliche Jugend U16), den LAV Kassel (weibliche Jugend U16 und U14) sowie den Wiesbadener LV (männliche Jugend U14).

In seiner Bilanz konzentrierte sich Michael Siegel, der Referent Leistungssport im Hessischen Leichtathletik-Verband, auf zwei Punkte. Er lobte die Organisation und Logistik im Stadion. Die Veranstaltung sei für ihn eine "Werbung für die Leichtathletik" gewesen. Dagegen sprach Siegel von einem "Riesenproblem", was das Basistraining im Schülerbereich betrifft. "Bisher war ich der Meinung, dass wir dem Aufbautraining die größte Aufmerksamkeit schenken sollten. Meine Eindrücke von Neu-Isenburg haben das relativiert. Wir müssen viel mehr Arbeit in die Ausbildung der Trainer im Basisbereich investieren. Was ich zum Teil beim Weitsprung, im Hürdenlauf und beim Speerwurf gesehen habe, war verheerend", so Siegel. Allerdings geht die Rhythmusschulung und Koordination mit Wachstumsschüben im Jugendalter einher.

Zu den Ergebnissen

Tammo Lotz

 


17.06.2014