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Carolin Schäfer, Claudia Rath und Pascal Behrenbruch kämpfen um EM-Tickets


Pascal Behrenbruch (Foto: IRIS)

Vor der EM-Qualifikation an diesem Wochenende (28./29. Juni) in Ratingen hat sich im Siebenkampf der Frauen eine übersichtliche Ausgangslage ergeben, nachdem Maren Schwerdtner (Hannover) ihre Teilnahme krankheitsbedingt absagen musste. Doch nicht nur deshalb dürfte der EM-Qualifikation von Claudia Rath und Carolin Schäfer (beide LG Eintracht Frankfurt) kaum etwas im Wege stehen. Schäfer hat sich vor vier Wochen in Götzis auf 6.386 Punkte verbessert und ist derzeit beste deutsche Siebenkämpferin, Rath genießt als WM-Vierte den Bonus, dass ihr 6.250 Punkte zur sicheren Nominierung reichen würden. Ihre Bestleistung steht bei 6.462 Punkten. Und ein Fauxpas wie im Weitsprung von Götzis dürfte ihr kein zweites Mal passieren. Bei realistischem Blick auf die Szene verbleiben zwei Konkurrentinnen, die den Frankfurterinnen auf ihrem Weg nach Zürich gefährlich werden könnten: Die Olympiazweite Lilli Schwarzkopf (Hannover/6.215 Punkte in Götzis) sowie Julia Mächtig (Neubrandenburg/6.106 Punkte in Götzis).

Die EM-Norm wurde vom DLV auf 6.100 Punkte festgesetzt, und auch Schwarzkopf (6.649/2012) und Mächtig (6.430/2013) haben in ihren Karrieren schon weitaus mehr Zähler gesammelt. Dass in der Ratinger Schlussrechnung jedoch beide vor dem Frankfurt-Duo in der Ergebnisliste stehen, ist angesichts der jüngsten Formtests unwahrscheinlich.

Als dritter hessischer EM-Kandidat ist in Ratingen Pascal Behrenbruch am Start. Für den gebürtigen Offenbacher im Trikot der LG Eintracht Frankfurt steht am Wochenende viel auf dem Spiel. Denn ein Startplatz für Zürich dürfte bereits vergeben sein. U23-Europameister Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied) steigerte sich in Götzis auf 8.471 Punkte und verzichtet auf Ratingen. Und die anderen Bewerber? Da hat insbesondere Arthur Abele im Vorfeld mächtig die Backen aufgeblasen. „Ich bin in einer sensationellen Form. Da sollte schon eine persönliche Bestleistung drin sein“, sagte der 27-jährige Ulmer dem Fachmagazin „Leichtathletik“. Was weiter gedacht bedeutet, dass Abele mehr als jene 8.372 Punkte im Sinn hat, die er vor sechs Jahren in Ratingen erreichte. Ein anderer Kandidat ist der Olympiasechste Rico Freimuth (Halle), der mit 8.317 Götzis-Punkten bereits die DLV-Norm von 8.050 Punkten übertroffen hat. Wie auch Johannes Hock (Leverkusen) bei den US-Studentenmeisterschaften (8.092 Punkte). Dass diese Punktzahl für Hock reicht, um in Zürich dabei zu sein, ist jedoch kaum denkbar.

Aber was ist wahrscheinlich? Behrenbruch, Europameister 2012 (8.558 Punkte/persönliche Bestleistung) und Ratingen-Gewinner 2013 (8.514 Punkte), steht jedenfalls mit dem Rücken zur Wand. In einer Kolumne, die in „Leichtathletik“ erschienen ist, schreibt er: „So konnte ich mich in den Tagen seit Götzis optimal auf den Wettkampf in Ratingen vorbereiten und habe außerdem den Druck, den ich brauche. Allerdings wäre es mir ganz recht, wenn Ratingen 2014 nicht so eine Zehnkampf-Schlacht wird wie im vergangenen Jahr.“ Behrenbruch hatte den Wettkampf in Götzis krankheitsbedingt im Sinne der Schonung abgebrochen - und mit Blickrichtung Ratingen bleibt festzuhalten: Der Wundertüte Behrenbruch ist so ziemlich alles zuzutrauen.

Uwe Martin

 


27.06.2014