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Fünf Hessen können fest für die U20-WM planen


Maryse Luzolo springt nach Eugene (Fotos: IRIS)

Bei der Junioren-Gala im Mannheimer Michael-Hoffmann-Stadion hat Weitspringerin Maryse Luzolo von der LG Eintracht Frankfurt ihre bereits im Vorfeld erzielte Norm für die U20-WM im US-amerikanischen Eugene (22. bis 27. Juli) mit einem Sieg und einer neuen Saisonbestleistung von 6,30 Metern abgesichert. Auch der taktisch laufende Marc Reuther vom Wiesbadener LV wird über 800 Meter im US-Bundesstaat Oregon die deutschen Farben vertreten. Für die 4x400 Meter-Staffel haben sich mit neuen Bestzeiten Constantin Schmidt (TG Obertshausen) und Steffen Schattner (ASC Darmstadt) qualifiziert. Zehnkämpfer Fabian Christ (LG Eintracht Frankfurter) absolvierte einen Formtest über 110 Meter Hürden und im Stabhochsprung. Ob eine deutsche Sprintstaffel in der männlichen Jugend nominiert werden wird und ob die Hessen Simon Schütz (Wiesbadener LV) und Nils Keßler (TV Herborn) dazugehören, ist noch offen.


Nach ihren 6,25 Meter bei der U23-DM in Wesel, mit denen Maryse Luzolo exakt die Vorgabe des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) für Eugene erfüllte, galt es für die 19 Jahre alte Frankfurterin in Mannheim ihre gute Ausgangsposition zu verteidigen. Nur Anna Bühler (Unterländer LG; 6,26) war in diesem Jahr in der U20 in Deutschland bereits weiter gesprungen als Maryse Luzolo. Gleich mit ihrem ersten Sprung auf 6,23 Meter setzte sich die Hessin an die Spitze des internationalen Feldes, zu der zwei Schwedinnen, eine Dänin, eine Französin, eine Luxemburgerin, eine Litauerin und eine Schweizerin zählten. Von dieser Position ließ sich die deutsche Jugendvizemeisterin des Vorjahres nicht mehr verdrängen. Am nächsten kamen ihr noch Anna Bühler und die in der B-Gruppe springende Französin Rougui Sow, die in ihren fünften beziehungsweise sechsten Versuchen bei 6,20 Metern landeten. Mit dem Gefühl des sicheren Sieges ließ Maryse Luzolo in ihrem letzten Sprung noch eine neue Saisonbestleistung folgen: 6,30 Meter. Damit sicherte sich der Schützling von Trainerin Melanie Zecha den nächsten Einsatz im Nationaltrikot. Bei der U18-WM 2011 und der U20-EM im Vorjahr belegte Maryse Luzolo jeweils den vierten Platz.

In Eugene will Maryse Luzolo eine neue Bestleistung erzielen. Die steht seit dem letzten Jahr bei 6,45 Metern. In der Halle ist sie sie sogar schon 6,47 Meter gesprungen. Außerdem wolle sie nicht wieder Vierte werden, sagte die Frankfurterin dem Fachportal leichtathletik.de. Mit einer Weite jenseits der 6,50 Meter könnte ein Podestplatz in Eugene möglich sein. Zurzeit liegt Maryse Luzolo in der von der Rumänin Florentina Marincu (6,71 Meter) angeführten Weltrangliste an Position 16. Im bisherigen Saisonverlauf aber hat die Eintrachtlerin gezeigt, dass sie ihre Schnelligkeit immer besser in Weite umsetzen kann. Gegenüber ihrem ersten Freiluft-Wettkampf in Garbsen Mitte Mai hat sich Maryse Luzolo mittlerweile um 24 Zentimeter verbessert.


Marc Reuther ließ nichts mehr anbrennen

Nach seiner Bestzeit von Osterode (1:48,87 Minuten) konzentrierte sich 800 Meter-Läufer Marc Reuther bei hochsommerlichen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit darauf die nationale Konkurrenz zu kontrollieren. Das gelang dem Schützling von Trainer Georg Schmidt im zweiten Zeitlauf recht souverän. Während an der Spitze der Österreicher Nikolaus Franzmaier (1:49,10; Bestzeit: 1:46,78) das Tempo bestimmte, reihte sich Marc Reuther als Fünfter ein (1:50,91) und hielt Philip Lonmon (LC Rehlingen; 1:51,47) auf Distanz. Die schnellste deutsche Zeit verzeichnete allerdings der mutige Sieger des ersten Laufs, Christoph Kessler von der LG Region Karlsruhe, der in 1:50,32 Minuten Bestzeit lief, die Eugene-Norm von 1:50,00 Minuten aber knapp verfehlte.

Marc Reuther wird der einzige deutsche Vertreter in Eugene über 800 Meter sein, da sich der Magdeburger Julius Lawnik (Saisonbestleistung: 1:49,60) auf die 1.500 Meter konzentrieren wird. In den USA will der U18-WM-Fünfte des Vorjahres ins Halbfinale. Dafür muss der ehemalige Fußballer die Vorläufe überstehen. "Danach hoffe ich irgendwie ins Finale zu kommen", sagte Reuther bei leichtathletik.de. Ein taktisches Rennen käme ihm gelegen. Sollten die Kenianer das Tempo aber hochhalten, sinken die Chancen des Wiesbadeners. "Die besten Läufer haben Zeiten von 1:44 Minuten stehen. Da kann ich noch nicht mithalten." Als Schnelligkeitstest wird Marc Reuther bei den Hessischen U20-Meisterschaften am kommenden Wochenende in Gelnhausen über 400 Meter starten.

Erneut bewies Tilman Garthe von der LG Eder, dass er zu Deutschlands besten 800 Meter-Läufern des Jahrgangs 1997 gehört. Schneller als Garthes 1:53,39 Minuten waren nur der Schwede Andreas Kramer (1:52,45) und Deutschlands derzeit schnellster U18-Läufer auf den zwei Stadionrunden, Christian von Eitzen (LC Rehlingen; 1:52,76).

Alle hessischen Viertelmeiler laufen Bestzeit


Steffen Schattner (links) und Constantin Schmidt

Auf der halb so langen Distanz machte sich Constantin Schmidt von der TG Obertshausen Hoffnung die Einzelnorm für Eugene (47,15 Sekunden) zu unterbieten. Hinter dem Sieger Mazen Mawran Al-Yassin aus Saudi-Arabien (47,23) reichte es für den Schützling von Trainer Robert Schieferer zwar zu einer neuen Bestzeit (47,46; davor 47,62), aber das schnelle Anfangstempo konnte der U18-WM-Halbfinalist des Vorjahres nicht ganz halten. Steffen Schattner vom ASC Darmstadt empfahl sich als vierter schneller Mann für die Staffel und steigerte sich auf 48,15 Sekunden (davor: 48,18).

Erfreulich, dass auch die Zwillingsbrüder Aleksi und Jaakkima Rösler (beide SG Schlüchtern) so schnell liefen wie nie zuvor. Aleksi verbesserte sich um beinahe eine halbe Sekunde auf 48,37 Sekunden (davor 48,83) während Jaakkima in 48,69 Sekunden (davor 48,81) gestoppt wurde.

Am zweiten Tag waren alle Hessen noch in den zwei deutschen 4x400 Meter-Staffeln im Einsatz. Mit Steffen Schattner am Start und Constantin Schmidt an Position drei stellte die DLV-Norm von 3:11,00 Minuten für Deutschland 1 kein Hindernis dar. Ganz im Gegenteil. In 3:07,74 Minuten wurde ein neuer Meetingrekord aufgestellt. Mit der gegenwärtig viertbesten Zeit weltweit in der U20 sollte in Eugene ein Finalplatz angestrebt werden. Das zweite deutsche Quartett mit Jaakkima und Aleksi Rösler (am Start und an Position drei) belegte in 3:12,61 Minuten hinter Belgien Rang drei.

Ein durchwachsenes Wochenende hatten die hessischen Kurzsprinter Simon Schütz (Wiesbadener LV) und Nils Keßler (TV Herborn). Bei nasser Witterung und leicht unzulässigem Rückenwind von 2,1 Metern pro Sekunde belegten Keßler (10,67 Sekunden; Vorlauf: 10,67) und Schütz (10,74; Vorlauf: 10,60) im B-Endlauf die Plätze fünf und sechs. Die Bestzeiten beider Sprinter stehen bei 10,59 Sekunden.

Mit der Staffel wurden gleich zwei Versuche unternommen die DLV-Norm von 40,50 Sekunden zu erfüllen. Am ersten Tag fehlten dem Quartett mit Nils Keßler am Start und Simon Schütz auf der Zielgeraden 39 Hundertstelsekunden (40,89 Sekunden) zur Qualifikation. Am zweiten Tag bei Wärme steigerten sich Keßler, Schütz & Co. auf 40,74 Sekunden. Sie mussten aber neben den klar siegreichen Briten (40,10) auch der zweiten deutschen Staffel um Sebastian Schürmann vom SC Preußen Münster, der in 10,51 Sekunden als einziger die DLV-Einzelnorm (10,52) erfüllte, den Vortritt lassen (40,56). Die Nominierung einer deutschen Sprintstaffel hängt jetzt davon ab, wie der Bundesausschuss Leistungssport die 40,56 Sekunden und den gleichbedeutenden 11. Platz in der bereinigten U20-Weltrangliste (unter den besten 19 Staffeln befinden sich sieben Quartetts aus Jamaika und drei aus den USA) bewertet.

Starke Staffel-Leistung von Lisa Mayer


Lisa Mayer sprintet wieder

Nach langer Verletzungspause ist Lisa Mayer (LG Langgöns/Oberkleen) erst seit einer Woche wieder im Wettkampfgeschehen. Über 100 Meter kam der Schützling von Trainer Rainer Finkernagel nach 12,00 Sekunden, in ihrem zweiten Saisonrennen über 200 Meter als drittbeste Deutsche nach 24,52 Sekunden ins Ziel. In der zweiten deutschen 4x100 Meter-Staffel lief es für die U18-WM-Siebte über 200 Meter an Position zwei erst am zweiten Tag gut – dann aber richtig. Nachdem das Quartett am ersten Tag nicht ins Ziel gekommen war, übertrumpfte es hinter den abermals siegreichen Britinnen in 45,09 Sekunden sogar die Zeit von Deutschland 1 vom Vortag (45,28). Die Zweite der Hessenmeisterschaften über 200 Meter, Lea Seyffert (LSG Goldener Grund Selters/Ts.), absolvierte die halbe Stadionrunde in 24,65 Sekunden.

Zehnkämpfer Fabian Christ von der LG Eintracht Frankfurt, der nach seinen 7.574 Punkten von Bernhausen im weltweiten Vergleich in der U20 auf Platz neun liegt, verpasste über 110 Meter Hürden in 14,12 Sekunden seine Bestzeit nur um sieben Hundertstelsekunden. Im Stabhochsprung überquerte er 4,60 Meter (Bestleistung: 5,02).

Eileen Demes vom TV Neu-Isenburg befindet sich zurzeit mitten im Aufbautraining für die 2. Olympischen Jugendspiele im chinesischen Nanjing (16. bis 28. August). Dort wird die U18-WM-Vierte über 400 Meter Hürden starten. In Mannheim verzeichnete sie, ohne ihr volles Leistungspotenzial ausschöpfen zu können, 55,82 Sekunden auf der 400 Meter-Flachstrecke. "Das Rennen kam zwei bis drei Wochen zu früh", kommentierte ihr Trainer Robert Schieferer.

Der DLV-Kader für Eugene wird am morgigen Dienstag bekanntgegeben.

Zu den Ergebnissen

Tammo Lotz

 


07.07.2014