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U20-WM: Endlich Bronze für Maryse Luzolo


Viermal weiter als 6 Meter: Maryse Luzolo (Foto: IRIS)

Im Jahrbuch des Hessischen Leichtathletik-Verbandes sagte Weitspringerin Maryse Luzolo (LG Eintracht Frankfurt) im letzten Jahr: "Zwei Mal der vierte Platz – das kann ja auch noch nicht alles gewesen sein." Und sie ließ Taten folgen. Bei der 15. U20-WM in Eugene (US-Bundesstaat Oregon) hat die 19-Jährige diese Serie durchbrochen und mit Bronze ihre erste Medaille bei einem internationalen Großereignis gewonnen. Nach den besagten vierten Plätzen bei der U18-WM in Lille (Frankreich/2011) und den europäischen U20-Titelkämpfen in Rieti (Italien/2013) erzielte der Schützling von Trainerin Melanie Zecha im Hayward Field von Eugene ihre Tagesbestweite von 6,24 Metern gleich im ersten Versuch. Nur Akela Jones, die die erste Medaille für Barbados bei einer U20-Weltmeisterschaft überhaupt gewann (6,34 Meter) und die Norwegerin Nadia Akpana Assa (6,31) sprangen weiter als die Frankfurterin, die wie alle Starterinnen mit widrigen Bedingungen (18 Grad, Regen, Gegenwind) zurechtkommen musste.


Entschlossen und schnell lief Maryse Luzolo als sechste Springerin zu ihrem ersten Versuch an. Erst ging die weiße Fahne hoch. Dann leuchteten 6,24 Meter auf, Maryse Luzolos drittbeste Weite in diesem Jahr nach 6,30 Metern bei der Junioren-Gala in Mannheim und dem zweiten Platz bei der U23-DM (6,25). Mit 6,24 Metern bei 1,5 Metern pro Sekunde Gegenwind führte die Frankfurterin das Feld der zwölf Finalistinnen an. Dann zogen Akela Jones (6,32 im ersten, 6,34 im zweiten Versuch) und Akpana Assa mit ihrer Tagesbestleistung im zweiten Sprung an der Hessin vorbei. Maryse Luzolo musste weiter zittern. Drei weitere Male übertraf sie die Sechs-Meter-Marke (6,17 im zweiten, 6,06 im fünften und 6,04 im sechsten Sprung). Doch erst als die viertplatzierte Jogailé Petrokaité (Litauen/6,13) in ihrem letzten Versuch übergetreten hatte, stand fest: Maryse Luzolo hat endlich ihre erste internationale Medaille gewonnen.

Ohne Happy End beendete Luzolos Vereinskollege Fabian Christ den Zehnkampf. Aufgrund von Ellenbogenproblemen konnte er in der neunten Disziplin, dem Speerwurf, nur aus den Stand werfen. Mit dem Ergebnis, dass alle drei Versuche ungültig gegeben wurden. Zum abschließenden 1.500 Meter-Lauf trat der Trainingspartner von Pascal Behrenbruch nicht mehr an.

Nach acht Disziplinen nahm der Frankfurter mit 6.355 Zählern den neunten Rang ein. Im Vergleich zu seinem Qualifikationswettkampf im Juni in Bernhausen (7.574 Punkte) lag er 44 Punkte im Hintertreffen. Herausragend war seine neue Bestleistung über 400 Meter zum Abschluss des ersten Tages (47,67 Sekunden/davor 48,15). Auch im Weitsprung stellte er mit 7,18 Metern einen neuen persönlichen Rekord im Freien auf (davor 7,07/Hallen-Bestleistung: 7,22). Zufrieden zeigte sich der Frankfurter des Weiteren mit seinem Auftakt über 100 Meter (10,99 Sekunden) und übersprungenen 1,94 Meter im Hochsprung. Das Prädikat solide bekamen die 14,39 Sekunden über 110 Meter Hürden und 4,80 Meter im Stabhochsprung – zwei Disziplinen, die zu den Stärken von Fabian Christ gehören und in denen er gern mehr Punkte gesammelt hätte. Die 12,58 Meter im Kugelstoßen bedeuteten eine Saisonbestleistung (Bestleistung: 13,00). Im Diskuswurf musste er sich bei starken Schauern mit mäßigen 34,07 Metern zufriedengeben.

Besser erging es Tim Nowak. Der Athlet vom SSV Ulm sicherte sich mit 7.980 Punkten hinter dem siegreichen Tschechen Jirí Sýkora (8.135 Punkte/WM-Rekord) und Cedric Dubler (Australien/8.094) die Bronzemedaille. Es ist die höchste Punktzahl, die je ein deutscher U20-Zehnkämpfer bei einer WM erzielte hat.


Tammo Lotz

 


24.07.2014