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DM: Klaas beendet Heidlers Titelserie


Kathrin Klaas (Foto: IRIS)

Starke Sprintleistungen, die durch den Deutschen 100 Meter-Rekord von Julian Reus (TV Wattenscheid/10,05 Sekunden) ihre Krönung erlebten, vier Hürdensprinterinnen unter der EM-Norm von 13 Sekunden, Thomas Röhlers Siegeswurf mit dem Speer auf 84,28 Meter, ein Überraschungssieg im Weitsprung durch den "Stelzenspringer" Markus Rehm (Bayer Leverkusen/8,24) und eine Serienbrecherin aus Frankfurt – das waren die Schlagzeilen des 2. Tages der 114. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Ulmer Donaustadion, wo sich die Athleten am Anfang mit Regen, später mit Schwüle und den ganzen Tag über mit starkem Wind auseinanderzusetzen hatten.


Die hessischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer stehen nach zwei Wettkampftagen mit jeweils einer Gold-, einer Silber- und einer Bronzemedaille (alle im Hammerwurf der Frauen) sowie drei weiteren Endkampfplatzierungen (zwei vierte und ein sechster Rang) in den Statistiken.


Drei Frankfurterinnen vorn im Hammerwurf. Das war zu erwarten. Und doch war alles neu im Ulmer Donaustadion. Denn Kathrin Klaas war die Erste. Vor Betty Heidler. Zum ersten Mal bei einer Deutschen Meisterschaft. Im Gefühl des sicheren Sieges landete Klaas ihren weitesten Wurf im letzten Durchgang, 72,08 Meter. Dazu kamen noch drei weitere Würfe über die 70-Meter-Marke. "Das fühlt sich alles noch etwas unwirklich an", kommentierte sie ihren Sieg, der für die 30-Jährige aber nicht komplett überraschend kam. "Ich wusste, dass es möglich ist. Meine Saison ist bisher gut verlaufen." Das beweist auch der direkte Vergleich gegenüber Betty Heidler. Kathrin Klaas ist durch ihren Erfolg von Ulm in dieser Wertung mit 3:2 in Führung gegangen.

Der Ausreißer nach oben, was die Weite betrifft, fehlt zwar noch. Für Kathrin Klaas, die im europäischen Kräftemessen mit 74,62 Metern derzeit auf Rang vier liegt, ist das aber kein Problem. "Ich bin in der Lage meine Technik stabil abzurufen. Dann ist eine persönliche Bestleistung stets möglich." Die liegt seit den Olympischen Spielen in London vor zwei Jahren bei 76,05 Metern. Daran orientiert sich die Frankfurterin, die seit dem letzten Jahr bei dem Leverkusener Helge Zöllkau, der schon Speerwerferin Steffi Nerius zu zahlreichen internationalen Medaillen führte, trainiert. Solch ein Erfolg fehlt Kathrin Klaas noch. Ihre besten Ergebnisse: zweimal Vierte (WM 2009/EM 2012), einmal Fünfte (Olympia 2012), einmal Sechste (EM 2006).


Betty Heidler (Foto: Benjamin Heller)

Die Gründe, warum es international noch nicht zum großen Wurf gereicht hat, sind vielschichtig. Zum einen ist der Hammerwurf so komplex, dass sich schon kleine Abweichungen in der Technik und Koordination deutlich im Weitenprotokoll auswirken können. Dazu kommt die starke Konkurrenz, sowohl national als auch international. Außerdem sind es ihre körperlichen Voraussetzungen, die Kathrin Klaas geradezu zum Risiko zwingen. Und das zahlt sich bekanntermaßen nicht immer aus. "Ich bin nur 1,68 Meter groß und wiege 73 Kilo. Gegenüber anderen Spitzenwerfern wie zum Beispiel Anita Wlodarczyk bin ich klar im Nachteil." Die Polin bringt über 90 Kilo auf die Waage. Es sei schon ein Unterschied, ob 73 oder mehr als 90 Kilo am 4-Kilo-Hammer hängen, unterstreicht Klaas. Während ein Mehr an Körpermasse technische Unzulänglichkeiten kaschieren kann, muss bei Kathrin Klaas "alles stimmen, wenn der Wurf weit hinausgehen soll." Sie sei einfach eine Risikowerferin. Und werde es immer bleiben. "Einen Sicherheitswurf mal so auf 75 Meter kann ich einfach nicht."

Betty Heidler hat über Jahre bewiesen, dass sie weit werfen kann. So auch in diesem Jahr. Mit ihren 78 Metern von Ostrava führt sie die Weltjahresbestenliste an. Bei Deutschen Meisterschaften besaß sie von 2005 bis 2013 ein Abonnement auf den Titel. Davor, 2003 und 2004, war sie jeweils Dritte. In Ulm aber hatte die Weltrekordhalterin einen Wettkampf zum Abwinken. "Es ist alles schief gegangen, was schief gehen konnte." Eine Erklärung für ihre indiskutablen 69,83 Meter hatte die gebürtige Berlinerin nicht. Ihre Trainingswerte nährten die Hoffnung auf eine gute Weite. Nur umsetzen konnte sie es nicht. Es blieb ihr die Ehrung mit dem Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis (für würdige und verdiente Leichtathleten, die in Haltung und Leistung als Vorbild für die Jugend gelten können) und eine Kampfansage für die bevorstehende EM in Zürich (Schweiz/12. bis 17. August): "Dort habe ich was gutzumachen."

Auch die drittplatzierte Carolin Paesler hatte sich mehr als 67,68 Meter versprochen. Der Angriff auf die EM-Norm von 70,80 Metern, die sie in Schönebeck um lediglich vier Zentimeter verfehlte, fiel aus. Stattdessen haderte sie mit dem stumpfen Ring. Nach Regen zu Beginn trocknete der Beton vor allem im vorderen Bereich ab. Dadurch konnte Carolin Paesler nicht wie gewünscht bis zum Schluss Tempo in ihren Drehungen erzeugen. Ihr Trainer Michael Deyhle ermunterte sie immer wieder Druck zu machen. Vergebens. Trotzdem hofft Cariolin Paesler weiter auf die Nominierung für Zürich, zumal sie die 2. DLV-Norm von 69 Metern bereits sechsmal in dieser Saison übertroffen hat. Und die 23-Jährige erhält Unterstützung von der Siegerin. "Ich fände es seltsam, wenn sie nicht mitgenommen wird. Andere Nationen werden Athletinnen mit deutlich niedrigeren Bestleistungen nominieren", so Kathrin Klaas.


Nico Sonnenberg (Foto: Benjamin Heller)

Mit der fünftbesten Weite aller Diskuswerferinnen angetreten. Mit Platz vier den Wettkampf beendet. Eigentlich hat Sabine Rumpf von der LSG Goldener Grund/Ts. besser abgeschnitten als man erwarten durfte. Und doch war sie mit ihren 59,16 Metern (im zweitbesten Versuch wurden 59,04 Meter gemessen) nicht ganz zufrieden. Die Polizistin der Polizeidirektion Limburg, für die sie von Donnerstag auf Freitag noch in der Nachtschicht auf Streife war, hatte sich vorgenommen die EM-Norm von 61 Metern zu übertreffen. Selbst dann wäre eine Nominierung für Zürich utopisch gewesen. Denn nach dem Saison-Aus von Spitzenwerferin Nadine Müller sind immer noch drei Werferinnen klar besser als die Hessin, was auch der Abstand zur Bronzemedaille in Ulm verdeutlicht. Anna Rüh erzielte als Dritte 62,94 Meter. Um der Neubrandenburgerin diesen Platz streitig zu machen, hätte Rumpf ihren persönlichen Rekord aus dem Jahr 2010, der bei 62,21 Metern liegt, schon deutlich steigern müssen. "Trotzdem wären die 61 Meter gut für den Kopf gewesen", erklärte ihr Trainer Martin Rumpf. Und es hätte dem zarten Pflänzchen Aufwärtstrend, dokumentiert durch ihre 60,35 Meter von Wiesbaden im Mai, weitere Nahrung zum Gedeihen gegeben. Zwei Probleme, die dieses Vorhaben scheitern ließen: die fehlende Wellenbewegung im zweiten Teil der Beschleunigungsphase und ihr rechter Fuß, der zum Zeitpunkt des Abwurfes den Bodenkontakt vermissen ließ. Dadurch konnte Sabine Rumpf den erzeugten Schwung nicht optimal auf den Diskus übertragen. Martin Rumpf beschrieb das so. "Ihr hat die Hip-Hop-Bewegung in der Mitte gefehlt." Trotz allem verbuchte er den Auftritt im Donaustadion als Teilerfolg. "Das war Sabines weitester Wurf in Ulm. Mit der Anlage ist sie noch nie zurechtgekommen."

Ebenso auf dem vierten Platz beendete Nico Sonnenberg (LG Eintracht Frankfurt) das 3000-Meter-Hindernisrennen. In 8:51,76 Minuten fehlten dem Schützling von Trainer Wolfgang Heinig am Ende 1,4 Sekunden zum Bronzerang, den sich Hannes Liebach (SCC Berlin/8:50,36) erkämpfte.

Hin- und hergerissen beurteilte Sonnenberg sein Rennen und seine Verfassung. Einerseits fühle er sich läuferisch in der Form seines Lebens, andererseits koste ihm das Überqueren der Hindernisse in seiner Premierensaison in der neuen Disziplin einfach noch zu viel Kraft. "Die Spezialisten wie Steffen Uliczka laufen über die Hindernisse, als ob sie nicht da wären. Mir fehlt einfach noch die Erfahrung und die Souveränität." Vor allem auf den letzten 1.000 Metern falle ihm das Überqueren der knapp 91 Zentimerer hohen "Böcke" noch sehr schwer, gab der 23-Jährige im Ziel zu. Außerdem habe er sich die Umstellung leichter vorgestellt. Die Rechnung, dass man auf die 3000-Meter-Bestzeit 30 Sekunden addiert, sei doch nicht so einfach zu erfüllen. Wenn sie aufgegangen wäre, hätte Nico Sonnenberg die EM-Norm des DLV (8:27,50 Minuten) unterbieten können. Seine Bestzeit auf der Flachstrecke steht bei 7:56,30 Minuten, die über die Hindernisse bei 8:45,24.

Das Experiment Hindernisse könnte trotzdem in die Verlängerung gehen, zumal Sonnenberg erst im Mai Hindernisse in sein Training integrierte und die spezifischen Einheiten immer noch an einer Hand abzählen kann. Außerdem bleibe er bei seiner Einschätzung, dass die DLV-Normen für internationale Meisterschaften auf der Hindernisstrecke immer noch "leichter" zu erfüllen seien als auf den Flachstrecken. Da seine Saison sehr schleppend anfing, erhofft er sich noch einige schnelle Rennen. "Vor allem über 5.000 Meter will ich mich deutlich verbessern." Seine Richtmarke von 13:55,65 Minuten stammt noch immer aus seinem Premierenrennen auf dieser Distanz 2012. Eine Zeit unter 13:40 Minuten sei nach seinen Trainingswerten zu erwarten. Und dann würde der U23-EM-Vierte des Vorjahres (5.000 Meter) auch auf den zwölfeinhalb Runden in den Bereich der EM-Norm kommen, die bei 13:35 Minuten liegt. Für Zürich wäre das selbstverständlich zu spät.


Michael Pohl (Foto: Schaake)

Voll im Plan für Zürich liegt die Frankfurter Siebenkämpferin Carolin Schäfer. Ihre gute Form unterstrich die 22-Jährige mit Platz sechs über 100 Meter Hürden in 13,33 Sekunden (Vorlauf: 13,42). Ihre Bestzeit hatte sie zuletzt in Ratingen auf 13,21 Sekunden verbessert. "In Zürich werte ich alles unter 13,50 Sekunden als Erfolg", so die Götzis-Sechste aus diesem Jahr. Um beim kontinentalen Großereignis in der Schweiz bestens vorbereitet an den Start zu gehen, befand sie sich die letzten zwei Wochen im Trainingslager in Kienbaum. Nur die zwei Tage vor Ulm ging der Schützling von Trainer Jürgen Sammert etwas runter vom Gas. "Vollkommen frisch fühle ich mich natürlich nicht. Das soll erst in Zürich passieren." Dort will sie ihre Bestleistung von Götzis (6.386 Punkte), mit der sie in Deutschland in diesem Jahr auf Platz zwei hinter der Olympia-Zweiten Lilli Schwarzkopf (LG Hannover/6.426) liegt, attackieren, die zwei Tage genießen und Spaß haben. "Ich habe nichts zu verlieren. Ich will den Schwung mitnehmen", kündigt die gebürtige Nordhessin aus Bad Wildungen an. In Kienbaum musste sie zwar auf die Tipps von Eva Rapp im Kugelstoßen (sie gehört zum DLV-Trainerstab bei der U20-WM in Eugene) verzichten, doch Gerald Bergmann aus Neubrandenburg sprang ein. "Der kennt sich sehr gut mit meiner Umsprung-Technik aus", erklärte Schäfer, die am Sonntag noch im Weitsprung "die Spezialistinnen etwas ärgern will".

Erst Bestzeit im Vorlauf, dann eine umstrittene Disqualifikation im Semifinale für 100 Meter-Sprinter Michael Pohl (LG OVAG Friedberg-Fauerbach). Wie ärgerlich. Mit den 10,41 Sekunden steigerte er sich im Vergleich zu den Süddeutschen Meisterschaften in Regensburg um die Winzigkeit von einer Hundertstel. Aber Bestzeit ist Bestzeit. Im zweiten Halbfinale ging der 24-Jährige volles Risiko, wollte gegenüber den schnellen Julian Reus (der in diesem Rennen den knapp 29 Jahre alten Deutschen Rekord des Magdeburgers Frank Emmelmann verbesserte), Lukas Jakubczyk (SCC Berlin), Aleixo Platini Menga (Bayer Leverkusen) und Sven Knipphals (VfL Wolfsburg) einen besonders schnellen Start hinlegen. Leider lag die Reaktionszeit des Schütlings von Trainer Volker Weber unter den erlaubten 0,100 Sekunden. Der Rückstarter rief die Läufer zurück, die Bahn sieben erhielt die "rote Karte" und somit blieb Michael Pohl beim Rekordlauf von Julian Reus nur die Zuschauerrolle. Die Kamerabilder aber sprachen eine andere Sprache. Sie zeigten, dass Pohl nur durch das Zucken eines anderen Läufers irritiert worden sei. Auch in der Leichtathletik gibt es Tatsachenentscheidungen.


Lara Matheis (Foto: Benjamin Heller)

Seinem Vereins- und Trainingskollegen Felix Göltl blieb dieses Schicksal erspart. Der Doppelhessenmeister kam in seinem Halbfinale nach 10,49 Sekunden ins Ziel, nachdem für ihn im Vorlauf 10,45 Sekunden gestoppt worden waren. Für den Einzug ins Finale wären 10,34 Sekunden nötig gewesen. Eine Zeit, die Göltl in seiner Hochphase 2010 bereits unterbieten konnte (10,32), die nach seinem Wechsel nach Friedberg und der damit einhergehenden Trainingsumstellung in diesem Jahr aber noch zu früh gekommen wäre. Immerhin konnte er nach seinem verkorksten Jahr 2013, das er mit 10,78 Sekunden abgeschlossen hatte, wieder den Anschluss an die erweiterte deutsche Spitze herstellen.

Das gilt auch für Gölts Disziplinkollegin Lara Matheis von der TSG Gießen-Wieseck. Die Auszubildende zur Fitnesskauffrau verpasste das Finale über 100 Meter nur um einen Wimpernschlag, 0,01 Sekunden. Mit massiver Windunterstützung von 3,4 Metern pro Sekunde beendete Matheis ihren Vorlauf nach 11,62 Sekunden auf Platz fünf. Ihre Bestleistung bei regulären Bedingungen (erlaubt sind maximal 2 Meter pro Sekunden Rückenwind) liegt bei 11,82 Sekunden. "Der Start war gut, ich habe mich auf meine Bahn konzentriert und konnte das Tempo gut halten", so der Schützling von Trainer Elmar Knappik, die in ihrem fünften Jahr als Leistungssportlerin ihre ersten zwei Teilnahmen bei Deutschen Meisterschaften in der Frauenklasse verbuchen konnte. Erst die Hallen-DM in Leipzig, wo sie das Halbfinale über 60 Meter erreichte, jetzt Ulm. Am Sonntag ist Lara Matheis auch über 200 Meter und mit der 4x100 Meter-Staffel ihres Vereins gemeldet.

Knapp am Finale vorbei lief auch Marko Arthofer (LG VfL/SSG Bensheim) über 800 Meter. Gemeldet an 26. Stelle mit einer Zeit von 1:51,56 Minuten, erwischte er den ersten und gleich schnellsten Vorlauf. Die Durchgangszeit nach 400 Metern (53,18 Sekunden) ließ auf eine Endzeit von 1:48 Minuten schließen. Bis 600 Meter hielt sich Marko Arthofer, der eigentlich die Qualifikation über 1.500 Meter (3:49,00) angepeilt, die dann aber in 3:49,61 knapp verpasst hatte, im Mittelfeld auf. Auf den letzten 200 Metern ging dann wie erwartet "die Post ab". Nach einem "Hänger" zwischen 150 und 80 Meter vor Schluss kämpfte sich der Hesse noch einmal heran. Und wäre fast belohnt worden. Auf den letzten 50 Metern war es eine Frage des Stehvermögens. Und hier hatten Michael Schäfer (VfV Spandau/1:50,93 Minuten) und Sebastian Karl (TV Lahr/1:50,94) marginal mehr zu bieten als der Bensheimer, der sich als Siebter in 1:50,97 Minuten trotzdem über eine neue Bestzeit freuen durfte. Vor der Saison lag die noch bei 1:53,90 Minuten. "Es ist trotzdem schade, dass ich das Finale nur um vier Hundertstel verpasst habe", sagte der ehemalige Langstreckler, der erst 2011 auf die kürzeren Strecken umsattelte. Jetzt wird er sich mit seinen Vereinskollegen Tano Marth und Ruben Zillig auf die Titelkämpfe der 3x1.000 Meter-Staffel im Rahmen der Deutschen Jugendmeisterschaften in Wattenscheid (8. bis 10. August) vorbereiten. Und bei optimaler Form hält sein Trainer Stephan Rapp, der vor zwei Wochen Deutscher Seniorenmeister über 800 und 1.500 Meter wurde, eine Zeit von unter 7:20 Minuten für möglich.


Tinka Uphoff (Foto: Schaake)

Platz14 über 5.000 Meter in 17:01,33 Minuten - "Das war nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte", fasste Tinka Uphoff (Spiridon Frankfurt) im Ziel zusammen. Sie wollte wieder im Bereich ihrer Bestzeit von Koblenz (16:49,57) laufen. Doch mehrere Faktoren führten dazu, dass die 31-Jährige dieses Niveau nicht abrufen konnte. Magenprobleme, der Gegenwind auf der Gegengeraden, die Schwüle. "Es war wohl einfach nicht mein Tag. Aber deswegen ist jetzt nicht die ganze Saison schlecht", relativierte die Juristin, die in dieser Saison vermehrt Radfahren ("Das liegt mir einfach") und Schwimmen ("Ich habe gemerkt, dass meine Körperstabilität deutlich besser geworden ist") in ihr Training eingebaut hat. Mit dem Ergebnis, dass sie am nächsten Wochenende in Frankfurt am City-Triathlon auf der olympischen Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, 10 Kilometer Laufen) teilnehmen wird. "Das hat mich schon immer gereizt. Außerdem ist es ein schöner Übergang ins Marathontraining." Es läuft wohl auf einen Start bei den Deutschen Meisterschaften in München Anfang Oktober hinaus. "Ich bin schon dabei Begleitpersonen zu mobilisieren", so der Schützling von Trainer Kurt Stenzel.

Mittendrin beim stimmungsvollen Auftakt der Deutschen Meisterschaften am Freitag befand sich Kugelstoßerin Mona Althenn von der LG Wetzlar. Einzig mit ihrer Leistung im Schatten des Ulmer Münsters konnte die 21-Jährige nicht zufrieden sein. 14,90 Meter hätten für den Endkampf der besten Acht gereicht. Mit 14,63 Metern aber blieb für Mona Althenn nur der neunte Platz. "Ausgerechnet bei den Deutschen Meisterschaften kann ich nicht meine Leistung abrufen", haderte die Wetzlarin mit ihrer Vorstellung. In sechs ihrer neun Wettkämpfe im Freien hat sie in dieser Saison weiter gestoßen, am weitesten bei den U23-Meisterschaften in Wesel mit 15,37 Metern. Doch in der Ulmer Innenstadt war "der Tank einfach leer". Morgens eine Klausur an der Uni, dann eine nervenaufreibende Hinfahrt samt Stau. Erst kurz vor Toreschluss konnte Mona Althenn ihre Stellplatzkarte abgeben. "Dennoch war es ein sensationeller Wettkampf und ich bin froh dabei gewesen zu sein."

Mit dabei sein im Finale über 4x400 Meter in der U20 werden hingegen gleich zwei hessische Teams. Das Quartett der Startgemeinschaft Wehrheim/Herborn in der Besetzung David Feldhinkel, Nikolai Schütze, Leon Rudolph und Christian Flasshoff steigerte sich im Vorlauf gegenüber den Hessischen Staffelmeisterschaften um über drei Sekunden und lief die viertschnellste Zeit in 3:21,12 Minuten. Die SG Schlüchtern mit Aleksi Rösler, Oliver Egner, Veit Schmitt und Jaakkima Rösler ordnete sich direkt dahinter mit 3:21,64 Minuten ein.

Trotz neuer Saisonbestleistungen war das Finale über 3x1.000 Meter in der U20 für das LAZ Gießen (7:52,61/davor 7:55,92) und den TV Rendel (7:56,77/davor 7:59,42) zu weit weg. Mit 7:49,71 Minuten qualifizierte sich die Startgemeinschaft Neckarsulm-Heilbronn als zwölfte und letzte Staffel für das Staffel. Das LAZ Gießen landete auf Rang 14, das Trio aus Rendel auf Platz 17. Beide Staffeln setzten fast ausschließlich auf U18-Läufer des Jahrgangs 1997. Nur Christopher Wenzel (Gießen) gehört bereits der U20-Altersklasse an.

Zu den Ergebnissen

Zum 2. Tag

Tammo Lotz

 


26.07.2014