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Klopsch und Günther: Titel-Freude größer als Norm-Frust, Silber für Krause und Tesfaye


2. Titel nach 2011: Christiane Klopsch (Foto: IRIS)

Junge Athleten haben am Abschlusstag der 114. Deutschen Meisterschaften im Ulmer Donaustadion ihre Chance genutzt und sich nicht nur für die bevorstehende EM in Zürich (Schweiz/12. bis 17. August) empfohlen. So zeigte die Dreispringerin Kristin Gierisch (LAC Erdgas Chemnitz/14,34 Meter) einen Wettkampf auf konstant hohem Niveau, in dem sie ihre alte Bestleistung gleich dreimal übertraf. Die junge Sprinterin Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge) sicherte sich nach dem Sieg in der Halle auch den 200 Meter-Titel im Freien inklusive EM-Norm. Christina Hering (LG Stadtwerke München) bewies, dass man über 800 Meter auch ohne Tempomacher schnell sein kann. Ihr Disziplinkollege Dennis Krüger (1. VfL Fortuna Marzahn) bestätigte seine gute Ausgangsposition und die spurtstarken Timo Benitz (LG farbtex Nordschwarzwald) und Richard Ringer (VfB LC Ludwigshafen) überraschten die Favoriten über 1.500 und 5.000 Meter.


Aus hessischer Sicht ragten die zwei Titel für 400 Meter Hürdenläuferin Christiane Klopsch (LG OVAG Friedberg-Fauerbach) und Hochspringer Martin Günther (LG Eintracht Frankfurt) heraus. Beide belohnten sich für ihr Durchhaltevermögen, ihre Geduld in den letzten Jahren sowie ihre Bereitschaft neue Wege zu gehen. Medaillen in silberner Farbe gab es für die Frankfurter Hindernisläuferin Gesa-Felicitas Krause sowie den Mittelstreckler Homiyu Tesfaye (1.500 Meter).


Insgesamt schloss der Hessische Leichtathletik-Verband die drei Wettkampftage an der Donau mit sieben Podest- (3x Gold, 3x Silber, 1x Bronze) und zehn weiteren Endkampfplatzierungen (3x 4., 4x 6., 1x 7. sowie 2x 8.) ab. In den Wettbewerben der Jugendstaffeln übertraf das 4x400 Meter-Quartett der SG Schlüchtern mit Platz vier die eigenen Erwartungen bei weitem und verbesserte seine Vorleistung um über fünf Sekunden.

Dunkle Wolken zogen auf, doch Christiane Klopsch war schneller und rannte zu ihrem ersten Titel über 400 Meter Hürden seit 2011. "Was bin ich erleichtert. Der Titel bedeutet mir echt viel", betonte die 24 Jahre alte Hessin, die bei Sieglinde Weber trainiert. Da konnte sie auch über die verpasste EM-Norm (55,90 Sekunden) und etliche technische Mängel hinwegsehen. In Ulm blieben die Uhren nach 56,13 Sekunden stehen. "Der Lauf war von vorne bis hinten durchgedrückt. Es ging nur um den Titel", fasste die Friedbergerin zusammen, die schon nach der 5. Hürde den Rhythmus umstellen musste. Am Anfang kam sie zu nah an die Hürden ran. Dafür fühlte sie sich in der Endphase stabiler als im Vorlauf, den sie am Samstag in 56,96 Sekunden beendet hatte. Was sie außerdem antrieb, war das "Final-Feeling", das ihr auf der Zielgeraden trotz fehlender Konkurrenz den nötigen Biss gab. Was jetzt noch zu einer "perfekten Saison" fehlt, wäre die Nominierung für Zürich. Das Argument, das für Christiane Klopsch spricht, ist ihre Position in der bereinigten Europa-Jahresbestenliste. Mit 56,02 Sekunden ist sie Dreizehnte. Ein Platz, der zumindest eine Chance auf das Halbfinale eröffnen sollte. "Ich hoffe, dass es noch reicht und der DLV ein Auge zudrückt."

Martin Günther: Erst gefehlt, dann nervenstark

Zunächst fehlte der Name Martin Günther auf der Meldeliste. Das aber erwies sich als Formfehler, sodass der Frankfurter, der jeden Monat für eine Woche in Birmingham trainiert, doch noch antreten konnte. Und wie. Nach einem schweren gesundheitlichen Malheur zeigte der 27-Jährige, dass er den Anschluss wieder hergestellt hat. Den besten Beweis dafür lieferte Günther mit seinem Sieg, den er sich nach übersprungenen 2,25 Meter im dritten Versuch sicherte. Damit steigerte er gleich zwei Bestmarken. Zum einen die für die laufende Saison, die zuvor bei 2,19 Metern gelegen hatte. Zum anderen seinen persönlichen Freiluft-Rekord, den er nach sechs Jahren um einen Zentimeter verbessern konnte. In der Halle hat Martin Günther bereits 2,30 Meter gemeistert (2010).


1. Freiluft-Titel für Martin Günther (Foto: Benjamin Heller)

Bis zu seinem Siegsprung in Ulm hatte der Frankfurter auf Platz zwei gelegen. Der Grund: Der Tübinger David Nopper hatte für 2,21 Meter nur einen Versuch, der Hesse hingegen deren zwei benötigt. Als für den Schwaben der Wettbewerb beendet war, hatte Martin Günther noch einen einzigen Versuch. Und diese Chance nutzte er eindrucksvoll und zeigte, dass er das Potenzial für 2,28 Meter, die EM-Norm des DLV für Zürich, besitzt. "Ich habe während des Wettkampfs meinen Anlauf verändert. Er war zwar noch nicht optimal, aber es kann deutlich höher gehen", vermutete Günther, der sich bereits im Februar in Leipzig den nationalen Titel unter dem Dach gesichert hatte. Ein Grund für das Scheitern war der starke Regen, der den Wettkampf unterbrach. Dazu kam die fehlende Sicherheit mit dem neuen Anlauf.

Eine Prognose, ob er noch für die Europameisterschaft vorgeschlagen werden könnte, gab Martin Günther nicht ab. Immerhin zeigte er, dass er die Herzbeutelentzündung, die mit dem Beginn der Freiluftsaison zusammenfiel, überwunden hat. "Es hat ein bisschen gedauert, bis ich wieder zu Kräften gekommen bin. Aber seit zwei Wochen fühle ich mich wieder fit. Ich bin wieder da."

Es war das erwartete Duell über 3000 Meter Hindernis: Gesa Felicitas Krause von der LG Eintracht Frankfurt gegen Antje Möldner-Schmidt vom LC Cottbus. Seit 2012 gibt es diesen Zweikampf. Und bisher behielt stets die um acht Jahre ältere Cottbuserin knapp die Oberhand. Sei es bei der EM 2012, den Olympischen Spielen 2012 oder der der WM in Moskau 2013. Die Serie setze sich in Ulm fort. Antje Möldner-Schmidt war diejenige, die sich ab dem zweiten Kilometer energisch um die Tempoarbeit bemühte. Gesa-Felicitas Krause diejenige, die in ihrem Schlepptau folgte. Es schien nur eine Frage der Zeit, bis die 21 Jahre alte Frankfurterin attackieren würde. Doch Möldner-Schmidt hielt dagegen und behauptete ihre Frontposition hartnäckig. Sogar auf der Zielgeraden erwies sich die 30-Jährige als spurtstärker. Und überraschte ihre jüngere Kontrahentin, die sich gerade im Endspurt im Vorteil gesehen hatte. Stattdessen siegte Antje Möldner-Schmidt in 9:39,09 Minuten und verwies ihre jüngere Herausforderin um sieben Hundertstel auf den Silberrang (9:39,16). Somit bestätigten beide Hindernisläuferinnen ihre ansprechende Form und blieben ein weiteres Mal deutlich unter der EM-Norm von 9:42 Minuten.


Gesa Krause (Foto: IRIS)

Noch muss Gesa-Felicitas Krause weiter auf einen Meistertitel bei den Frauen warten. Geht es nach der Frankfurterin, soll sich diese Wartezeit nicht mehr allzu oft verlängern. "Ich tue alles dafür, dass ich an Antje mal vorbeiziehe, aber heute war sie die Bessere." Eine Neuauflage dieses Duells wird es bei der EM in Zürich geben. Mit Aussichten auf eine gute Platzierung im Finale.

Zurzeit liegen beide Deutsche in der bereinigten europäischen Bestenliste auf den Plätzen zehn und elf. Zwei Skandinavierinnen haben als einzige Zeiten deutlich unter 9:30 Minuten vorgelegt. In diese Richtung will sich auch Gesa-Felicitas Krause wieder bewegen. Vor zwei Jahren lief sie ihre Bestzeit von 9:23,52 Minuten. Im schwierigen letzten Jahr folgten 9:37,11 Minuten. Ihre aktuelle Richtmarke steht bei 9:38,40 Minuten, gelaufen beim Diamond League-Meeting in Paris. Direkt im Anschluss begab sich die Frankfurterin für knapp drei Wochen in die Höhe in Davos - zum ersten Mal in ihrer Karriere. Vor allem Ausdauerläufe standen auf dem Programm, spezielles Hindernistraining wird noch folgen. "Ich glaube, das hat man heute gesehen. Ich war technisch nicht so sauber wie sonst." Noch sehe sich Krause nicht in bester Verfassung. "Aber das soll ja erst in Zürich so sein." Um von den Alltagsverpflichtungen Abstand zu gewinnen, wird sie unmittelbar vor der Abreise in die Schweiz in Erbach im Odenwald Station machen – im Wohnort ihres Trainers Wolfgang Heinig.

Homiyu Tesfaye: eine Niederlage als Lehre?

Dort wird sich auch Homiyu Tesfaye den letzten Schliff für Zürich holen – auch im Hinblick auf taktische Geplänkel wie Ulm. "Das Rennen war sehr langsam. Vielleicht hätte ich früher die Initiative ergreifen sollen", vermutete der Schützling von Wolfgang Heinig im Rückblick. Stattdessen überließ er Timo Benitz das Zepter, der nicht erst seit der Team-EM in Braunschweig, wo er über 800 Meter gewann, als sehr endschneller Mann bekannt ist. Unbeirrt preschte der auf den letzten 400 Metern nach vorn und hielt das Tempo bis zum Ende hoch. Homiyu Tesfaye versuchte dagegenzuhalten, doch er machte nie den Eindruck, dass er Benitz ernsthaft gefährden könnte. Benitz siegte in 3:57,53 Minuten knapp, aber völlig verdient vor dem gebürtigen Äthiopier (3:57,81) und dem Routinier Carsten Schlangen (3:57,98).

Homiyu Tesfaye versuchte im Ziel Gelassenheit zu bewahren. "Nein, die Niederlage tut mir nicht weh." Außerdem liege sein Fokus auf Zürich. Dort wolle er topfit sein und eine Medaille gewinnen. In Ulm sei er noch nicht in Bestform gewesen. Und überhaupt bedeute Erfolg nicht nur zu siegen. Auch eine Niederlage könne sich als Erfolg erweisen – wenn man die richtigen Lehren aus ihr ziehe.

Eine Lehre aus dem zweiten Platz bei der Team-EM war, sich nicht einklemmen zu lassen. So wählte Tesfaye in Ulm im Pulk stets den weiten Weg ganz außen. So musste er zwar einen weiteren Weg zurücklegen als die Läufer auf der Innenbahn. Doch diese Position gab ihm die Möglichkeit auf mögliche überfallartige Attacken schnell zu reagieren. Doch den vermeintlichen Vorteil verspielte Homiyu Tesfaye durch ein Übermaß ein Passivität. Das wiederum nutzte Timo Benitz aus und konnte so, ohne vorher gefordert zu werden, seine stärkste Waffe gewinnbringend einsetzen.

Schauweckers Heimspiel für Friedberg


Homiyu Tesfaye (Foto: Benjamin Heller)

Auch ein sechster Platz kann eine bemerkenswerte Geschichte liefern. Mit Bernd Schauwecker hatte die Sprintstaffel der LG OVAG Friedberg-Fauerbach einen mehrfachen Medaillengewinner bei Welt- und Europameisterschaften am Start – bei den Senioren wohlgemerkt. WM-Bronze über 200 Meter 2009 und EM-Gold mit dem deutschen 4x400 Meter-Quartett 2012, jeweils in der Altersklasse M40, gehören zu der illustren Medaillensammlung des 45-Jährigen. Sein letzter Start bei einer DM der Aktiven liegt jedoch schon 13 Jahre zurück. Mittlerweile wohnt der gebürtige Erzgebirgler, der aus demselben Verein hervorging wie die 200 Meter-Sprinthoffung Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge/davor LV 90 Thum), in Ulm und startet seit drei Jahren für Friedberg-Fauerbach. "Es war ein Heimspiel für mich. Und da wir keine Wechsel üben konnten, blieb mir nur die Startposition", so Schauwecker.

Der Wechsel auf Lars Hieronymi war nicht optimal, doch trotz einiger Wackler klappte die Übergabe. Michael Pohl übernahm an Position drei, lief eine gute Kurve und schickte Felix Göltl auf die Reise, der sich auf der Zielgeraden noch um einen Platz auf Rang sechs verbessern konnte. "Allerdings haben wir mit einer tiefen 40er-Zeit geliebäugelt." Herauskamen 41,21 Sekunden. Die Saisonbestleistung von den Süddeutschen Meisterschaften (41,07) wird auch als Jahresbestleistung in die Statistiken eingehen.

Im nächsten Jahr wird sich die Staffel an anderen Zeiten messen. "Wir wollen den Hessenrekord angreifen", kündigte Michael Pohl an. Der steht seit 2008 bei 39,79 Sekunden, aufgestellt von einem Friedberger Quartett, zu dem noch der aktuelle HLV-Jugendwart Till Helmke zählte. Helfen soll dabei der Noch-Darmstädter Florian Daum, ausgestattet mit einer 100 Meter-Bestzeit von 10,65 Sekunden. Mit dann schon drei Sprintern auf einem Niveau von jeweils unter 10,70 Sekunden könne man auch bei Deutschen Meisterschaften eine gute Rolle spielen, so Felix Göltl, der seine "Comeback-Saison" mit einem sechsten Platz über 200 Meter(21,39) krönte. "Ich bin k. o. und brauche unbedingt eine Pause. Die Saison hat Substanz gekostet. Das habe ich vor allem zum Ende hin gemerkt."

Mit dem 3000 Meter-Hindernisrennen in den Beinen ging Nico Sonnenberg (LG Eintracht Frankfurt) noch über 5.000 Meter an den Start. "Das habe ich nach dem Frühstück entschieden", so Sonnenberg, der von sich selbst sagt kein großer Taktiker zu sein und eine defensive Renneinteilung nicht gutheißen kann. "Wenn ich laufe, dann um die vorderen Plätze und nicht um Platz fünf oder acht." Mutig wie er ist, versuchte er in der Anfangsphase den Anschluss zu den Führenden zu halten. Ab der Mitte des Rennens merkte er, dass seine Kraftreserven schwinden. Trotzdem blieb er in 14:06,40 Minuten nur knapp elf Sekunden über seiner Bestzeit. "Das zeigt mir, dass ich über 5.000 Meter sicher noch eine Bestzeit draufhaben. Jetzt gilt es dafür das richtige Rennen zu finden." Seine Motivation bezieht Nico Sonnenberg auch aus den Zeiten, die Arne Gabius und Richard Ringer in der Lage sind zu laufen. "Sie verkörpern für mich Weltklasse. Das Niveau will ich auch irgendwann erreichen."

Noch ein weiterer Hesse wurde für seine Kampfkraft belohnt. Jens Nerkamp im Trikot des PSV Grün-Weiß Kassel legte große Teile des Rennens alleine zurück. Trotzdem schaffte er es seine Bestzeit auf 14:12,14 Minuten zu verbessern (davor 14:13,89/2013) und trotz großer Bedrängnis als Zweiter einer Sechsergruppe und Gesamtachter das Ziel zu erreichen.


Achte im Weitsprung: Carolin Schäfer (Foto: IRIS)

In den Sprintstaffeln der Frauen kamen die Startgemeinschaft Kreis Limburg/Weilburg als Gesamtsiebte (47,25 Sekunden/davor 46,71) und das Quartett der TSG Gießen-Wieseck auf Rang neun (47,49/davor 47,25) um Einzelstarterin Lara Matheis nicht ganz an ihre Vorleistungen heran. Das lag auch daran, dass beide Formationen nicht in ihrer Bestbesetzung antreten konnten. Limburg/Weilburg musste ohne die verletzte Nathalie Buschung auskommen, die bei der U23-DM noch mitgeholfen hatte den langjährigen Hessenrekord des TV Gelnhausen um 0,15 Sekunden zu verbessern. Für Gießen rückte kurzfristig die Siebenkämpferin Lisa Sucke auf die vierte Position. "Wir haben in der letzten Woche nur zweimal Wechsel trainiert", verriet Lara Matheis und ergänzte, dass vor allem die zweite und dritte Stabübergabe ausbaufähig seien.

Der Coup der SG Schlüchtern

Kleiner Verein ganz groß. Über 4x400 Meter in der U20 lief das Quartett der SG Schlüchtern bis auf den vierten Platz vor. Schon das Erreichen des Finales werteten Startläufer Aleksi Rösler, Oliver Egner, Veit Schmitt und Jaakkima Rösler als großen Erfolg. Angereist mit einer Zeit von 3:25,11 Minuten, steigerten sich die Hessen im Vorlauf erst auf 3:21,64, um im Finale noch einmal knapp zwei Sekunden schneller zu sein (3:19,86).

Auf Bahn acht laufend fehlte Startläufer Aleksi Rösler jeglicher Orientierungspunkt. "Es zählt nur das eigene Gefühl, die Eigenmotivation und der Gedanke ans Team." Als Oliver Egner auf der Gegengeraden der zweiten Runde nach innen zog, wäre es fast zu einer Kollision gekommen. Um in der Kurve nicht den weiteren Weg zu nehmen, ordnete er sich als Zweiter ein. Beim zweiten Wechsel rückten die Teams immer näher zusammen. Veit Schmitt, der erst Anfang des Jahres zum Langsprinter wurde, übernahm. Seine Aufgabe: die Staffel im Spiel halten und den schnellen Jaakkima Rösler in eine gute Ausgangsposition für den Schlussabschnitt bringen. Schlüchtern wechselte auf Platz sechs und Jaakima Rösler wartete geduldig, bis er auf der Gegengerade den Schlussläufer des SCC Berlin überholte. Weiter nach vorne als Platz fünf ging es trotz allen Einsatzes zunächst nicht. Erst einige Minuten nach dem Zieleinlauf wurde das Ergebnis korrigiert. Dabei profitierte die SG Schlüchtern ausgerechnet von einem Missgeschick des zweiten hessischen Vertreters, der Staffel der Startgemeinschaft Wehrheim/Herborn. Deren dritter oder vierter Läufer hatte die ihm zugewiesene Warteposition vor der Stabübergabe verlassen: Disqualifikation (Regel 170.20).

Im Ziel kamen die Vier aus Schlüchtern aus dem Staunen nicht mehr heraus. "Wir sind ein kleiner Verein und keine Startgemeinschaft. Dass wir überhaupt so weit gekommen sind, ist schon erstaunlich", fasste Jaakima Rösler zusammen. Lief die Staffel im letzten Jahr noch 4x100 Meter, erfolgte die Umstellung auf die längere Sprintdistanz erst zur laufenden Saison. "Wir sind eher Langsprinter. Da war es sinnvoll zu wechseln", sagte Jaakima Rösler, der wie sein Zwillingsbruder Aleksi auch bei den Jugendmeisterschaften in Wattenscheid (8. bis 10. August) an den Start gehen wird. Ein besonderes Lob erhielt Veit Schmitt. "Wenn sich Veit nicht so entwickelt hätte, gäbe es diese Staffel nicht", so Jaakima Rösler. In den letzten Monaten verbesserte sich Schmitt von 60 Sekunden auf handgestoppte 52,5 Sekunden, gemessen im Vorlauf. Das ist gelebter Teamgeist.

Zu den Ergebnissen

Zum 1. Tag

Tammo Lotz

 


27.07.2014