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Jugend-DM: Fünf hessische Medaillen am 2. Tag – Eileen Demes und Maryse Luzolo holen Gold


Eileen Demes: Blick nach Nanjing (Fotos: Benjamin Heller)

Am zweiten Tag der Deutschen Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid hat der Hessische Leichtathletik-Verband fünf Medaillen (2/-/3) und insgesamt 16 Top Acht-Platzierungen (2/-/3/4/2/-/4/1) eingefahren. Für die Highlights in goldener Farbe waren 400 Meter Hürden-Läuferin Eileen Demes (TV 1861 Neu-Isenburg) in der U18 und die U20-WM-Dritte im Weitsprung, Maryse Luzolo (LG Eintracht Frankfurt), verantwortlich. Während die Neu-Isenburgerin in wenigen Tagen mit Selbstvertrauen in den Flieger zu den 2. Olympischen Jugendspielen in Nanjing (China/16. bis 28. August) steigen kann, gewann Maryse Luzolo ihren ersten deutschen Meistertitel in der Jugend.


Mit Bronzemedaillen ausgezeichnet wurden in der U20 Lea Menzel (TV 1861 Neu-Isenburg/100 Meter Hürden) sowie in der U18 die beiden Mittelstreckenläufer Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach/1.500 Meter) und Tilman Garthe (LG Eder/800 Meter).


Nach zwei von drei Wettkampftagen stehen für den HLV insgesamt 13 Medaillen (3/4/6) und 29 Top Acht-Platzierungen (3/4/6/5/3/-/6/2) zu Buche. Während bisher zehnmal U18-Athleten auf dem Treppchen landeten (2/3/5), taucht für die U20 in der Zwischenbilanz ein kompletter Medaillensatz in der Statistik (1/1/1) auf.

Das war stark und souverän, wie sich Eileen Demes über die 400 Meter Hürden präsentierte. Angereist als einzige Teilnehmerin mit einer Bestleistung von unter 60 Sekunden (58,93), bestätigte der Schützling von Trainer Robert Schieferer dieses Niveau sowohl im Vor- (59,88) als auch im Endlauf (59,89) mit fast identischen Zeiten. Für Robert Schieferer verlief das Finale auf der ersten Hälfte "optimal". Dann stellte Eileen Demes in der zweiten Kurve ihren Rhythmus um und machte jeweils einen Schritt mehr zwischen den 76,2 Zentimeter hohen Hürden (17er- statt 16er-Rhythmus). In der Schlussphase konzentrierte sich die U18-WM-Vierte des Vorjahres darauf ihren Vorsprung auf Karoline Maria Sauer (TSV Gomaringen/61,15) und Nora Beinlich (1. LAV Rostock/61,26), der Schwester von Nancy Beinlich, der Siegerin über 100 Meter Hürden, zu verteidigen.


2013 Bronze über 400 Meter, jetzt Gold über die Hürden

In Nanjing hofft Eileen Demes "auf richtige Konkurrenz" und "eine neue Bestzeit". Mit dem Endlauf in Wattenscheid ist die Haupttrainingsphase für die Olympischen Jugendspiele abgeschlossen. Jetzt gilt es für die junge Athletin sich auf die hohe Luftfeuchtigkeit und die Zeitumstellung (sechs Stunden voraus) in Ostchina einzustellen. Die Vorläufe steigen am 22. August, das A- und B-Finale folgen drei Tage später. Das Ziel von Eileen Demes ist das A-Finale. "Und der Traum ist eine Medaille." Da sie mit der drittschnellsten Vorleistung hinter Ilaria Verderio (Italien/58,53) und Michaela Pesková (Slowakei/58,70) anreist, ist das kein utopisches Ziel.

Spannend hat sie es gemacht – und am Ende starke Nerven bewiesen: Weitspringerin Maryse Luzolo hat mit 6,24 Metern ihren ersten deutschen Jugendtitel gewonnen. "Den wollte ich unbedingt", verriet sie nach dem Wettkampf erleichtert. Dabei hatte die U20-WM-Dritte einen schwierigen Start. Von den ersten drei Sprüngen war nur einer gültig (5,95). In Führung lag die U20-WM-Vierte im Siebenkampf, Celina Leffler (SSC Koblenz-Karthause), die im zweiten Durchgang 6,15 Meter weitgesprungen war. Knapp hinter der Schülerin der Carl-von-Weinberg-Schule, der Frankfurter Elitesschule des Sports, meldete auch Hanna Gambetta (TSG "Slitisa" Schlitz; 5,88) Medaillenambitionen an, zumal sie bei den Süddeutschen U23-Meisterschaften in der Vorwoche zum ersten über sechs Meter gesprungen war (6,04). Nach dem Vorkampf, den ersten drei Versuchen, fielen auch bei Maryse Luzolo die sechs Meter: erst 6,04 Meter in der vierten Runde, dann 6,10 Meter in Durchgang fünf. Noch aber befand sich Celina Leffler auf Goldkurs. Dann aber mobilisierte die Frankfurterin noch einmal alle Kräfte. "Ich habe mich so konzentriert, auf den Anlauf und die Abläufe." Das Ergebnis waren 6,24 Meter, ihre drittbeste Weite in dieser Saison nach der Junioren-Gala in Mannheim (6,30) und der U23-DM in Wesel (6,25). Zwar musste die Hessin noch einmal kurz zittern, aber Celina Leffler konnte in ihrem letzten Versuch nicht mehr dagegenhalten (5,97). Besser machte es die zwischenzeitlich sechstplatzierte Tina Pröger (LAC Quelle Fürth), die sich im sechsten und letzten Durchgang auf 5,93 Meter steigerte (davor 5,79) und Hanna Gambetta noch vom Bronzerang verdrängte.

Mehrkämpferin Lea Menzel ist wieder auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Die deutsche U20-Hallenmeisterin in Siebenkampf steigerte ihre Saisonbestleistung über 100 Meter Hürden deutlich auf 14,30 Sekunden (davor 14,59) und belohnte sich mit der Bronzemedaille. "Damit muss ich aufgrund der Vorgeschichte vollkommen zufrieden sein. Nach dem guten Vorlauf hatte ich mir eine kleine Medaillenchance ausgerechnet. Und das Finale war endlich wieder ein runder und flüssiger Lauf", so der Schützling von Trainer Philipp Schlesinger.


Lea Menzel (re.) neben L. Grauvogel (M.) und C. Leffler

Lea Menzels Vorgeschichte in diesem Jahr ist geprägt von Missgeschicken und einer langen Geduldsprobe. Im März knickte sie zweimal um. Dazu kam ein Knochenödem im Fuß. Es folgten zehn Wochen, in denen sie sich nur auf dem Fahrrad und mit Stabilisationstraining fit halten durfte. Und das, obwohl sie die ganze Zeit schmerzfrei war. Doch erst als der Hanauer Chirurg Andrew Lichtenthal grünes Licht gab, durfte Lea Menzel wieder ihren Fuß belasten, sprinten und Sprünge absolvieren.

Bei den Hessischen Meisterschaften in Gelnhausen im Juli kehrte sie auf die Tartanbahn zurück, siegte im Kugelstoßen und wurde Zweite über 100 Meter Hürden. "Da war ich aber schon nach der fünften Hürde platt", gab sie in Wattenscheid zu. Über die Zwischenstation Augsburg, den Süddeutschen U23-Meisterschaften, wo sie sich über die Hürden auf 14,59 Sekunden steigerte, kam sie als Fünftschnellste nach Wattenscheid. "In der Zwischenzeit hatte ich mich konditionell, athletisch und bei der Hürdenüberquerung verbessert." Der Lohn waren 14,49 Sekunden im Vorlauf. Eine neue Saisonbestleistung. Und der Sprung auf den vierten Rang der nationalen Bestenliste.

Vor dem Finale ging das Überlegen los. "Celina Leffler und Louisa Grauvogel haben beide 13er-Zeiten stehen und sind wohl weg. Dahinter folgen Katharina Winkler und Carolina Krafzik. Es wird schwer." Denn auch Winkler (14,01 Sekunden) und Krafzik (14,33) waren in diesem Jahr schon deutlich schneller über die Hürden unterwegs gewesen als Lea Menzel.

Doch nur wenige Finals verlaufen nach Plan. Und auf der Meldeliste werden sie schon gar nicht gewonnen. So kam es, dass Lena Menzel im Endlauf "einen richtig guten Start erwischte" und sich von diesem positiven Gefühl bis ins Ziel treiben ließ. Nur die beiden Mehrkämpferinnen Louisa Grauvogel (LG Saar 70/13,89) und Celina Leffler (SSC Koblenz-Karthause/14,05) kamen vor Lea Menzel (14,30) ins Ziel. Und zu den Unwägbarkeiten von Finalläufen: Katharina Winkler blieb in 14,32 Sekunden der vierte Platz. Carolina Krafzik wurde aufgrund des als absichtlich bewerteten Umstoßens einer Hürde disqualifiziert (IWR 168.7b).

Bis zu den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Vaterstetten (23./24. August) will Lea Menzel ein Fitnessniveau erreichen, das ihr eine "einigermaßen gescheite Punktzahl" erlauben sollte. "Aber Leistungen um 5.500 Punkte sind einfach noch nicht drin", dämpft die 18-Jährige die Erwartungen und visiert stattdessen kleine Verbesserungen an. So zum Beispiel im Kugelstoßen, einer ihrer Stärken, untermauert durch ihre Hallenbestleistung von 13,65 Meter. "Aber diesen Sommer ist das so eine Sache mit dem Kugelstoßen. Die Technik stimmt einfach noch nicht." Die Leistungen schwanken zwischen 12,84 Metern (Gelnhausen) und 11,90 Metern (Wattenscheid, 9. Platz). Der Grund liegt im rechten Bein. Ihre Standstoßposition kann sie noch nicht sicher halten. Das verursacht die Streuungen. Überrascht ist Lea Menzel von diesem Malheur nicht. "Ich durfte das Bein lange gar nicht belasten. Ich bin einfach noch nicht stabil genug."


Lukas Abele: Gekämpft um Bronze – und gewonnen

Zahlen erzählen oft nur die halbe Wahrheit. Sie sind eine Fassade, stumme Fakten, die verzerren und verfälschen und menschliche Leistungen als das Produkt automatischer und steuerbarer Prozesse erscheinen lassen. So lässt sich vielleicht am besten die Ausgangsposition von Lukas Abele vom SSC Hanau-Rodenbach vor den Meisterschaftstagen im Lohrheidestadion beschreiben. Von allen Teilnehmern über 1.500 Meter wies der Schützling von Trainer Sascha Arndt die beste Meldezeit auf. Ende Juni in Osterode lief er 3:53,92 Minuten und stürmte an die Spitze der deutschen U18-Bestenliste. Mit dieser Zeit lag Lukas Abele in der Wattenscheider Meldeliste über zwei Sekunden vor dem nächstbesten Teilnehmer, Christian von Eitzen (LC Rehlingen; 3:56,09). Schnell bekam der Rodenbacher das Prädikat "Favorit" um den Hals gehängt. Eine Einschätzung, die Sascha Arndt nicht teilen wollte. "Die Zeit von Osterode war der berühmte Ausreißer nach oben."

Solche Leistungen sind bei jungen Athleten keine Seltenheit, deuten das hohe Potenzial an. Diese aber als Maßstab zu nehmen, wird den Komplexitäten, denen die Entwicklung eines jungen Sportlers unterliegt, nicht gerecht. Und Sascha Arndt ergänzt: "Nach den Trainingseindrücken der letzten Wochen habe ich Lukas auf einem Niveau von 3:56 Minuten gesehen." Und schon entweicht der Blase "Favorit" die Luft. Nach Sascha Arndts Rechnung war Lukas Abele nur einer von neun Läufern, die sich in einem engen Zeitfenster von nicht einmal dreieinhalb Sekunden bewegen. "Von Platz eins bis fünf ist alles möglich", so die Prognose von Sascha Arndt vor dem ersten Startschuss.

Während Lukas Abele in seinem Vorlauf vorneweg lief und in 4:03,70 Minuten nicht gefordert wurde, deutete die Spitze des zweiten Vorlaufs trotz starken Regens mit einer schnellen Schlussrunde ihre Qualitäten an. Vor dem Finale gab Sascha Arndt seinem aufgeregten Schützling drei Tipps mit auf dem Weg: in der erwartungsgemäß hektischen Startphase keine "Körner" verpulvern, einen langgezogenen Spurt ziehen, um den endschnellen Christian von Eitzen (schnellste 800 Meter-Zeit im Feld mit 1:50,17) zu kontrollieren und das Tempo, wenn das Rennen nicht zu schnell ist, auf den letzten 500 Metern forcieren. Soweit die Theorie.

In der Praxis gestaltete sich das Rennen dann so: auf den flotten ersten 200 Metern in 29 Sekunden musste Lukas Abele im Gedränge kurz abstoppen. Er befreite sich, indem er in der Kurve auf der zweiten Bahn ein paar Meter mehr lief. Bereits nach 300 Metern setzte sich der Hesse eher unfreiwillig an die Spitze, nachdem ihm im Pulk ein paar Mal, wohl unbeabsichtigt, auf den Schuh getreten worden war. Er befürchtete seinen Spike zu verlieren. Nach 2:42 Minuten an der 1.000 Meter-Marke forcierte Lukas Abele wie besprochen das Tempo und hatte schnell ein paar Meter zwischen sich und seine Verfolger gelegt. Am besten konnte ihm noch Thilo Brill (LG Nord Berlin) folgen, der bei den Jugendhallenmeisterschaften, wo es nur eine U20-Wertung gibt, als bester U18-Läufer Siebter wurde und Abele deutlich distanzierte.

230 Meter vor Schluss attackierte Thilo Brill überfallartig. Lukas Abele hatte dem nichts entgegenzusetzen und wurde stattdessen ausgangs der Zielkurve noch von Robert Blumentritt (Erfurter LAC) überholt. So stritten sich mit Lukas Abele und Marc Tortell (TV Rendel) zwei Hessen um die Bronzemedaille. Während ganz vorne Thilo Brill zum Titel samt Bestleistung (3:56,62/davor 3:58,21) lief, steigerte sich der Zweite Robert Blumentritt auf 3:57,96 Minuten (davor 3:58,63). Das hessische Duell um den dritten Rang entschied Lukas Abele in 3:58,06 Minuten knapp gegen Marc Tortell (3:58,28) für sich. Die Dichte an der Spitze dokumentiert die Tatsache, dass über die Hälfte aller Finalteilnehmer (7/12) mit Zeiten unter 4:00,00 Minuten ins Ziel kamen. Ein ähnliches Niveau gab es zuletzt 2005 in Braunschweig (6/12).

Das Fazit fiel positiv aus: "Ich ziehe den Hut vor der Einstellung von Lukas auf der Zielgeraden. Wie er sich die Bronzemedaille erkämpft hat, war schon klasse. Ich hatte schon befürchtet, dass er am Ende Fünfter oder Sechster wird", fasste Sascha Arndt zusammen. Die Taktik im Rennen zu agieren statt zu reagieren, begrüßte Arndt. "Denn wenn es Lukas auf einen kurzen Spurt hätte ankommen lassen, wäre er vermutlich ganz leer ausgegangen." Ob Lukas Abele am Ende frischer gewesen wäre, wenn er in der ersten Kurve nicht nach außen gegangen wäre oder vielleicht später seinen Spurt angezogen hätte, ist ein Spiel mit dem Konjunktiv, bei dem es am Ende nichts zu gewinnen gibt.


Hilfe von oben? Maryse Luzolo ließ nichts unversucht

Was aber festgehalten werden kann, ist, dass sich Lukas Abele gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert hat. In Rostock schied der Rodenbacher noch im Vorlauf auf. Auch die Doppelbelastung mit Vor- und Endlauf innerhalb von 22 Stunden spielt eine Rolle. "Damit scheinen zum Beispiel Robert Blumentritt und Thilo Brill schon besser zurechtzukommen", mutmaßt Sascha Arndt. So sicherte sich Blumentritt vor einem Jahr in Rostock bereits in seinem ersten U18-Jahr die Silbermedaille. Bei den Jugendhallenmeisterschaften in Sindelfingen trennten Brill und Abele im Vorlauf nur knapp eine halbe, im Finale dann aber über vier Sekunden.

"Ich bin ein bisschen enttäuscht. Ich bin nach Wattenscheid gekommen, um Deutscher Meister zu werden", äußerte sich Tilman Garthe von der LG Eder ernüchtert zu seinen Auftritten über 800 Meter im Lohrheidestadion. Nur Jamie Williamson (LAC Quelle Fürth) hatte mit 1:51,83 Minuten eine leicht schnellere Saisonbestleistung als Tilman Garthe (1:51,95) vorzuweisen, der bei Knut Holzapfel trainiert und mit Sabbona Abdulkadir, dem 3.000 Meter-Dritten in der U18, eine Trainingsgruppe bildet. Im ersten und langsamsten aller Vorläufe kontrollierte der Frankenberger das Tempo und kam nach diskreten 1:58,77 Minuten ins Ziel. In den zwei anderen Vorläufen liefen die Sieger jeweils 1:55er-Zeiten. "Ich konnte am meisten Körner sparen. Trotzdem hat mir im Finale irgendwie die Spritzigkeit gefehlt", wunderte sich Garthe. Nach 56 Sekunden ging es in die zweite Runde. Noch war nichts Entscheidendes passiert. Als Tilman Garthe nach 550 Metern innen vorbeigehen wollte, machte der in Führung liegende Jamie Williamson die Tür zu und drückte aufs Tempo. Noch aber hoffte Garthe am Fürther vorbeizuziehen. Doch mit dem Ziel im Blick schaffte es der Nordhesse nicht den Turbo zu zünden. Besser machte das Marvin Heinrich von den Neuköllner Sportfreunden, der den Hessen überholte und in 1:53,88 Minuten fast noch zum Sieger Jamie Williamson (1:53,84) aufschließen konnte. Für Tilman Garthe blieb in 1:54,18 Minuten Bronze, nachdem er im Vorjahr Platz sechs belegt hatte.

Auch wenn er mit seinem Abschneiden in Wattenscheid nicht ganz zufrieden war, so trifft das auf seine Gesamtentwicklung im zweiten U18-Jahr allemal zu. Lag die Bestzeit 2013 noch bei 1:56,39 Minuten, so konnte er sein Saisonziel ("An die 1:52 heranlaufen") mehr als erfüllen und neben seiner Bestzeit in Osterode (1:51,95) auch zwei weitere Zeiten deutlich unter der letztjährigen Richtmarke anbieten: 1:53,25 bei der Sparkassen-Gala in Regensburg und 1:53,39 bei der Junioren-Gala in Mannheim. Sein Ziel deutscher Meister zu werden, wird Tilman Garthe, dem noch zwei Jahre in der U20 bevorstehen, nicht aufgeben. "Ich werde es immer wieder probieren."

Niklas Harsy (LAZ Gießen Stadt und Land/TSG Lollar) hatte sein großes Ziel bereits am ersten Wettkampftag erreicht. In neuer persönlicher Bestzeit von 1:55,20 Minuten (davor 1:55,93) gewann der Schützling von Trainer Erich Gebhardt seinen Vorlauf und qualifizierte sich für das Finale. Dort schlug er sich als Schnellster der drei Finalteilnehmer des jüngeren Jahrgangs (1998) und Gesamtsiebter in 1:56,77 Minuten mehr als wacker.


Celina Leffler (li.) ist Maryse Luzolos erste Gratulantin

Keinen guten Tag hatten die Favoritinnen im Diskuswurf der U18 erwischt. Vier der ersten fünf der deutschen Bestenliste verpassten den Endkampf der besten Acht. Einen umso besseren Eindruck machte Alicia Schilling vom TSV Korbach. Gleich im ersten Versuch ließ sie die 1-Kilo-Scheibe auf die beeindruckende Bestleistung von 44,23 Metern fliegen. Ihr weitester Wurf bis dahin lag bei 42,01 Metern. Bis in den fünften Versuch durfte die Nordhessin, die mit der zehntbesten Weite aller Teilnehmerinnen angereist war, sogar von der Bronzemedaille träumen. Dann aber konterte Michelle Berger vom SC Potsdam mit einem neuen Hausrekord von 45,18 Metern (davor 45,08). Zwar übertraf Alicia Schilling in ihrem sechsten Wurf (42,19) noch einmal ihre alte Bestleistung, aber am Gesamtklassement änderte sich nichts mehr. Es bleibt eine neue Bestleistung zum Saisonhöhepunkt – besser geht es kaum.

Über 2.000 Meter Hindernis in der männlichen U18 blieben alle Medaillengewinner unter 6 Minuten und stellten deutliche Bestleistungen auf. Auch Yannik Gerland vom LAV Kassel hatte sich Hoffnungen auf einen Podestplatz gemacht. Seine Meldeleistung: 6:04,41 Minuten während eines Auslandsaufenthaltes in Kanada. Doch dann kam Frederik Ruppert vom SC Myhl und verbesserte sich in Wattenscheid um über 20 Sekunden und wurde in 5:58,34 Minuten Dritter hinter dem Sieger Lennart Mesecke (SG Bredenbeck/5:50,55) und dem Silbermedaillengewinner Jannik Seelhöfer (SC Melle 03/5:52,34). Für Yannik Gerland blieb der vierte Rang in 6:07,09 Minuten.

Zwei fünfte Plätze gab es durch Lea Seyffert (LSG Goldener Grund Seltersa/Ts.) im 200 Meter-Finale der U20 (24,49 Sekunden/Vorlauf: 24,44) und die Hochspringerin Rachel Staffa von der LG Eintracht Frankfurt (1,65 Meter), die sogar Chancen auf den Titel gehabt hätte, wenn sie an ihre Saisonbestleistung von 1,74 Meter herangekommen wäre, denn Anne Peters vom TV Norden sicherte sich Gold mit just dieser Höhe. Dazu kamen siebte Plätze für Sarah Lisa Zorn (SSC Hanau-Rodenbach) im Kugelstoßen der U20 (Verbesserung um 20 Zentimeter auf 12,48 Meter) und Julia Smakal (Alsfelder Sport-Club) über 100 Meter Hürden, die in 14,67 Sekunden ihren Saisonrekord nur um drei Hundertstelsekunden verfehlte. Ebenfalls Siebter wurde Kai Strauch (LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain), der einzige Hesse im A-Finale über 400 Meter der U18. Nach Bestleistung im Vorlauf (50,52 Sekunden/davor 50,77) kam er im Finale nach 50,55 Sekunden ins Ziel. Die schnellste Zeit eines Hessen aber ging auf das Konto von David Feldhinkel (TSG Wehrheim). Er steigerte sich im B-Finale auf 50,48 Sekunden (davor 51,15 im Vorlauf/Meldeleistung: 51,25) und wurde Zweiter. Dank einer Steigerung um knapp neun Sekunden auf 6:19,74 Minuten verbesserte sich Jonas Uster (LG Odenwald) vom 16. Platz der Meldeliste auf den achten Gesamtrang über 2.000 Meter Hindernis der U18.

Zu den Ergebnissen

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Tammo Lotz

 


10.08.2014