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Nanjing: Der Traum von Olympia – Ein langer und harter Weg


Drei HLV-Athletinnen für Nanjing (Foto: privat)


Eileen Demes (TV 1861 Neu-Isenburg), Sharin Oziegbe (SSC Vellmar) und Juliane Schulze (SSC Bad Soden-Allendorf) sind die drei HLV-Athletinnen, die den Hessischen Leichtathletik-Verband bei den olympischen Jugendspielen in Nanjing (China) vertreten. Vom 16. bis 28. August werden dazu über 3600 junge Sportlerinnen und Sportler im Alter von 15 bis 18 Jahren aus 205 Ländern zusammen kommen, um an den zweiten olympischen Spielen der Jugend teil zu nehmen. Alle Informationen zu den "Young Olympic Games" findet man hier auf der offiziellen Veranstaltungs-Homepage.

Heute berichten unsere drei HLV-Athletinnen über die Qualifikation bei den Youth Olympic Trials in Baku, die Vorfreude und ihre Erwartungen an einen Wettkampf der besonderen Art.


Eileen Demes startet durch (Fotos: B.Heller)


Die Zeit vor Baku
(von Eileen Demes, 400m Hürden)

Am 25. Februar war es offiziell. Ich war neben den beiden anderen hessischen Athletinnen und 17 weiteren DLV-Athleten für die Youth Olympic Trials Anfang Juni in Aserbaidschan- genauer gesagt Baku- nominiert worden.
Ich kannte Baku vorher schon als Austragungsort des Eurovision Song Contest’s 2012, hatte aber sonst keine genaue Vorstellung wo es liegt, geschweige denn, was uns dort erwarten würde. Als Vierte der letztjährigen U18-WM in Donetsk konnte ich mir schon zu Beginn gute Chancen ausrechnen einen der fünf Quotenplätze zu ergattern. Dementsprechend hatte ich hohe Erwartungen und hatte mir als Mindestziel die Qualifikation für die Olympischen Jugendspiele gesetzt, wusste aber, dass ich auch gute Chancen auf eine Medaille habe, sofern alles plangemäß verläuft.
Neben großer Vorfreude verspürte ich auch eine große Nervosität bei dem Gedanken an meinen zweiten großen internationalen Einsatz, auch wenn ich durch ein Trainingslager in Portugal mit einer kleinen Trainingsgruppe und meinem Trainer Robert Schieferer, gut vorbereitet war. Aber wie jeder Athlet weiß, gehört die Nervosität nun mal dazu und so konnte ich das Flugzeug, das uns zu den Youth Olympic Trials nach Baku bringen würde zuversichtlich und mit einem guten Gefühl betreten.


Sharin Oziegbe im Anflug


Die Zeit in Baku
(von Sharin Oziegbe, Weitsprung)

Eben jenes Flugzeug brachte uns aus Deutschland auf die Reise zu den European Youth Olympic Trials (EYOT) nach Baku, welches meinen ersten internationalen Einsatz darstellte.
Nach ca. fünf Stunden Flug kamen wir mit drei Stunden Zeitverschiebung in Baku an. Wir fuhren daraufhin in das Athletendorf, wo wir mit Trainern, Betreuern und Athleten aus ganz Europa zusammen lebten. Wir hatten die gesamte Zeit vor Ort relativ viel Freizeit und konnten das Dorf, sowie die Umgebung erkunden. Die Eingänge des Dorfes wurden sehr streng bewacht. Nicht nur durch Polizei und privates Wachpersonal, welche alle stark bewaffnet waren, sondern auch durch Hunde und Scanner wie am Flughafen, was für uns alle neu und auch ein wenig merkwürdig war.


Das DLV-Team in Baku


Für mich fand der Wettkampf am 31. Mai und 1. Juni statt. Der erste Wettkampftag beinhaltete die Qualifikation, in der es für jeden drei Versuche gab, indem man die Möglichkeit hatte die angesetzte Qualifikationsweite von 5,95m zu springen, um sich direkt für das Finale am nächsten Tag zu qualifizieren. Mir gelang es im zweiten Versuch eine Weite von 6,04m zu erzielen, sodass ich mich freuen konnte sicher am nächsten Tag nochmal springen zu dürfen. Die gesamte Zeit vor Ort war es mit 30-35° C sehr warm, so auch am Finaltag. An diesem Tag war ich ziemlich aufgeregt, da ich mit elf anderen Athletinnen um die sieben begehrten Quotenplätze kämpfte, die eine Teilnahme an den Olympischen Jugenspielen erst ermöglichten. Direkt im ersten Versuch konnte ich 6,03m springen und mir so relativ sicher sein eine Endkampfplatzierung erreicht zu haben. Nachdem die acht Besten feststanden, war es für mich klar, dass ich einen Quotenplatz erreicht hatte, da zwei Russinen im Endkampf waren und nur ein Athlet pro Nation in einer Disziplin für Nanjing nominiert werden konnte. Natürlich war ich erleichtert, weshalb auch die nötige Anspannung fiel. Somit konnte ich mich mit dazukommenden Anlaufproblemen leider nicht mehr verbessern und ging ein bisschen unzufrieden als Fünftplatzierte aus dem Wettkampf. Nach einer Weile war dies allerdings vergessen, da ich der Teilnahme an den Olympischen Jugendspielen schon ein gutes Stück näher gekommen war.

Die restliche Zeit verbrachten wir mit Sightseeing, einem Besuch am Kaspischen Meer und der Feier zum Abschied, bei der wir den wirklich großen Erfolg der deutschen Mannschaft feiern konnten, denn 13 der 16 möglichen Quotenplätzen wurden erreicht. Alles in allem war es eine wirklich schöne Zeit und ein kleiner Vorgeschmack dessen, was uns in China erwarten wird.


Juliane Schulze gut gelaunt für Nanjing


Erwartungen an Nanjing
(von Juliane Schulze, Stabhochsprung)

Der 03.05.14 war mein großer Tag. Ich sprang in Baku bei den EYOT’s um einen Quotenplatz für die Olympischen Jugendspiele. Mein Traum ist dort mit der erfolgreichen Qualifikation in Erfüllung gegangen und nun sind es nur noch ein paar Stunden bis zum Abflug in das ferne China! Ich konnte es gar nicht fassen die Qualifikation zu erreichen, da ich mir acht Wochen vor dem Abflug den Mittelfuß gebrochen hatte und deshalb ohne große Erwartungen nach Baku geflogen bin. Deshalb freut es mich nun umso mehr, dass ich nun die lange Reise antreten darf. Ich bin wieder gut in Form und liebäugle mit einem A-Finalplatz.
Ich muss dafür wahrscheinlich 3,95m – 4,00m in der Qualifikation springen, da ich starke Konkurrenz habe.Wir reisen mit 13 Leichtathleten und vielen weiteren Athleten der anderen olympischen Sportarten zusammen als Nationalmannschaft nach China und wohnen dort im Olympischen Dorf mit allen Nationen. Ich kann mir das jetzt noch nicht wirklich vorstellen, weil das Ganze sich noch so weit entfernt anfühlt, aber meine Vorfreude ist extrem groß. Allein die Tatsache, dass wir in Nationalkleidung starten dürfen macht mich sehr stolz.
Ich habe bereits zwei Nationalmannschaftseinsätze hinter mir, aber bei Olympischen Spielen starten zu dürfen, ist eine Hausnummer für sich, auch wenn es "nur" die Olympischen Jugendspiele sind.
Ich erwarte 18 wundervolle Tage. Wir werden sicher einige Erfahrungen sammeln und uns mit anderen Sportlern austauschen. Allein die Eröffnungsfeier mit dem Entzünden des Olympischen Feuers durch die Fackel wird gigantisch werden.
Außerdem hoffe ich, dass wir durch das Culture & Education Programm einiges über das Land und die Kultur Chinas erfahren werden.
Ich freue mich auf jeden Fall auf dieses unglaubliche Ereignis und träume von einer olympischen Medaille.


Ebenfalls in Nanjing: Benjamin Heller


dsj academy camp
Ebenfalls zweieinhalb Wochen in Nanjing wird HLV-Jugendsprecher Benjamin Heller verbringen. Gemeinsam mit 40 anderen "jungen Engagierten" aus vielen Sportarten und Regionen Deutschlands werde ich mit dem dsj academy camp an den olympischen Jugendspielen teilnehmen. Inhaltlich setzen wir uns mit Fragen zur Gestaltung der Jugendspiele, zur Zukunft der Olympischen Idee im 21. Jahrhundert, der angemessenen Sportberichterstattung oder der internationalen Jugendarbeit auseinander. In einem vielfältigen Programm mit Vorträgen, Expertenrunden, Workshops und dem Besuch der Wettkämpfe sowie einem kulturellen und sportlichen Rahmenprogramm können wir somit die Olympische Atmosphäre hautnah erleben und viele Eindrücke mit nach Deutschland bringen. Ich freue mich auf eine spannende Zeit in einem weit entfernten Land …




(Benjamin Heller)

 


12.08.2014