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Senioren-EM: 21 Medaillen gehen nach Hessen


Vier Medaillen: Bernd Schauwecker (Fotos: Kornelia Wrzesniok)

Bei der Europameisterschaft der Leichtathletik-Senioren ab 35 Jahre im türkischen Izmir, an der über 2.300 Athleten teilnahmen, gingen 21 Medaillen an Athletinnen und Athleten aus Hessen (9/2/10). Insgesamt sammelte das deutsche Team 297 Medaillen, davon 121 in Gold, 93 in Silber und 83 in Bronze, und zeigte sich zum wiederholten Male an der Spitze der Medaillenwertung vor Großbritannien und Nordirland (67/53/38) sowie Italien (42/41/32).


Der herausragende hessische Athlet war der Sprinter Bernd Schauwecker von der LG OVAG Friedberg-Fauerbach in der Altersklasse M45. Er gewann gleich dreimal Gold (100 Meter, 200 Meter, 4x100 Meter) und dazu noch Silber mit dem 4x400 Meter-Quartett.


Nachdem er sich als Drittschnellster in 11,90 Sekunden für das 100 Meter-Finale qualifiziert hatte, steigerte sich der gebürtige Sachse im Endlauf bei Windstille und Temperaturen weit jenseits der 35-Grad-Marke auf 11,50 Sekunden und holte sich mit 7 Hundertstelsekunden vor dem Briten Will MacGee den Europameistertitel.


Seinen zweiten Titel gewann Bernd Schauwecker, der mittlerweile in Ulm lebt, über die halbe Stadionrunde. Nach 23,45 Sekunden im Vorlauf wurde er seiner Favoritenrolle auch im Finale gerecht und steigerte sich bei etwas zu viel Rückenwind (+2,1 Meter pro Sekunde, erlaubt sind 2 Meter pro Sekunde Windunterstützung) auf 22,80 Sekunden und hatte im Ziel über eine halbe Sekunde Vorsprung vor dem Niederländer Henk Van Dijk (23,33).

In der 4x100 Meter-Staffel mit Bernd Schauwecker an Position zwei siegte das deutsche Quartett in 46,41 Sekunden souverän vor den Italienern (47,15) und den Briten (47,43). Über 4x400 Meter musste sich das DLV-Quartett allrdings den Italienern (3:40,70 Minuten) geschlagen geben. Als Schlussläufer verringerte der Friedberger den Rückstand immerhin noch auf knapp unter vier Sekunden (3:44,51) und sicherte sich mit Silber seine vierte Medaille an der türkischen Ägäisküste.

In der Altersklasse M70 sprintete Ulf Restle (TUS Eintracht Wiesbaden) zweimal zu Gold: über 100 Meter in 13,76 Sekunden und als dritter Läufer der 4x100 Meter-Staffel (58,36), in der Theodor Lenk (TSG Alten-Buseck) am Start agierte. Über 200 Meter holte der Wiesbadener in 30,17 Sekunden hinter seinem Landsmann Friedhelm Adorf (28,26) und dem Briten Terry Bissett (28,51) Bronze.

Viermal Edelmetall gab es für Kornelia Wrzesniok (LG Rodgau). Sie sicherte sich mit der 4x400m-Staffel der Frauen in der W45 hinter dem russischen Quartett (4:21,48 Minuten) als Schlussläuferin die Silbermedaille (4:30,39). Ihre drei Bronzemedaillen sammelte sie über 400 Meter Hürden in 1:18,09 Minuten hinter ihrer Landsfrau Anja Deckers (1:13,17) und der Italienerin Giusy Lacava (1:15,28), mit der 4x100 Meter-Staffel (56,94 Sekunden) hinter den hoch überlegenen Italienerinnen (52,06) und Russinnen (54,14) sowie im Siebenkampf (4.262 Punkte). Ihre Einzelleistungen: 14,40 Sekunden über 80 Meter Hürden, 1,34 Meter im Hochsprung, 8,27 Meter im Kugelstoßen, 30,56 Sekunden über 200 Meter, 4,32 Meter im Weitsprung, 25,48 Meter mit dem Speer und 2:57,89 Minuten über 800 Meter. Mit deutlichem Vorsprung vorn lagen die Belgierin Daniele Denisty (5.043 Punkte) und Geraldine Finegan aus Irland (4.806).


Gold mit dem Diskus in der W45: Silke Stolt

Einmal Gold und einmal Bronze lautete die Ausbeute von Jupp Zecha (LG Eintracht Frankfurt/M80). Die 4x100 Meter-Staffel führte er in 1:09,03 Minuten zum Sieg. Im Einzelrennen kam er nach 16,38 Sekunden (Vorlauf: 16,63) hinter dem unangefochtenen Sieger Armando Roca (Spanien; 15,15) sowie Kosmas Kapasakalis (Griechenland/16,21) ins Ziel.

Zwei Bronzemedaillen nahm Ute Kappei (LG Biebesheim/Eschollbrücken/Crumstadt) mit nach Hause. Etwas überraschende war ihr dritter rang über 200 Meter in der W65. In 38,11 Sekunden erklomm sie das Siegerpodest und reihte sich hinter der Britin Moira West (31,90) und der Österreicherin Karmella Michlfeit (34,95) ein. An Position der 4x400 Meter-Staffel in der W55 lief die Hessin an Position zwei. In 5:32,90 Minuten war die Staffel hinter den Britinnen (4:52,70) und den Italienerinnen (5:12,89) im Ziel.

Mit Gold dekoriert wurden weiterhin Silke Stolt vom LAZ Bruchköbel im Diskuswurf in der W45 für ihre Siegesweite im 4. Versuch von 36,49 Meter sowie die 4x100 Meter-Staffel in der M85 mit Alfred Fischer (LG Biebesheim/Eschollbrücken/Crumstadt; 1:25,23 Minuten) sowie das 4x400 Meter-Quartett in der M70 mit Werner Kappei (LG Biebesheim/Eschollbrücken/Crumstadt; 1:09,03).

Ute Mackenroth (RKV Bebra) gewann in der Altersklasse W65 im Speerwerfen mit 24,90 Metern, die sie im 3. Versuch erzielte, die Bronzemedaille hinter der Tschechin Jarmila Klimesova (31,14) und der Deutschen Kristina hanke (28,13).

Weitere Bronzemedaillen gingen an Regina Machner (KSV Baunatal/W60) über 80 Meter Hürden in 17,68 Sekunden. Dabei blieb sie nur äußert knapp hinter der zweitplatzierten Britin Fiona Argent zurück, die nur 11 Hundertstelsekunden schneller war. Die siegreiche Belgierin Jocelyn Pater war in 16,24 Sekunden eine Klasse für sich.

Monika Hedderich (LG Offenbach/W65) ließ die 1 Kilogramm schwere Diskusscheibe im 2. Versuch auf 24,42 Meter segeln und hatte mit drei weiteren Versuchen über die 24-Meter-Marke auch eine glänzende Serie vorzuweisen. Gold und Silber, die an Margarethe Tomanek (Belgien/29,77) und Inge Faldager (Dänemark/27,87) gingen, waren für die Hessin unerreichbar.

Zu den Ergebnissen


Kornelia Wrzesniok / Tammo Lotz

 


04.09.2014