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Der Berg ruft - Sarah Kistner im Interview


Sarah Kistner (Foto: Wilfried Raatz)

Die 16-jährige Sarah Kistner aus Kronberg startet am Sonntag erstmals im Trikot der Nationalmannschaft: bei den Berglauf-Weltmeisterschaften in Casette di Massa (Italien). Fachleute trauen der deutschen U20-Juniorinnen-Mannschaft bei den Wettkämpfen in den Marmorsteinbrüchen nahe Massa und Carrara eine Medaille zu. Die Streckenlänge beträgt 3,5 Kilometer, die Höhendifferenz 320 Meter. Im Interview mit hlv.de spricht die junge Hessin über ihre Vorliebe für den Berglauf.



Mal ganz unter uns: Wie kommt man auf den Gedanken, Berglaufen als Wettkampfsport zu betreiben?



Komisch, das fragt mich irgendwie jeder, der davon mitbekommt. Begonnen hat es vor drei Jahren, als ich häufiger auf den Großen Feldberg im Taunus und den Altkönig gelaufen bin. Da habe ich gemerkt, dass es mir großen Spaß macht. Im Verein MTV Kronberg angemeldet habe ich mich im vergangenen Herbst. Seitdem bin ich in der Gruppe von Martin Lütge-Varney und habe feste Trainingspläne.

Und vorher?

Bin ich immer nur zusammen mit meiner Mutter gelaufen. Sie ist ziemlich laufbegeistert und nimmt an vielen Volksläufen teil. Mit ihr bin ich jetzt immer noch unterwegs, aber nur an den Wochenenden und dann am Berg. Dienstags absolviere ich Bahntraining, mittwochs und donnerstags wieder andere Dinge. In der WM-Vorbereitung standen beispielsweise auch Hügelsprints auf dem Programm.

Immer bergauf - ist das nicht extrem anstrengend?

Ach, das passt schon. Anschließend geht es logischerweise auch immer bergab. Und auch der WM-Kurs hat Passagen, die ein Stück weit herunter führen. Das Bergablaufen trainiere ich wegen der Verletzungsgefahr aber nicht speziell. Man muss halt aufpassen, wohin man seine Füße setzt. Das Bergauflaufen unterscheidet sich vom normalen Laufen eigentlich nur dadurch, dass die Schritte kürzer sind und nur der Vorfuß aufgesetzt wird.

Ist die Umstellung von der Bahn auf hügeliges Gelände schwierig?

Für mich nicht. Aber ein bisschen flexibel muss man schon sein. Und natürlich profitiere ich beim Berglauf von meiner verbesserten Ausdauer, die ich mir auf der Straße und auf der Bahn geholt habe. Meine aktuelle Bestzeit im 10-Kilometer-Straßenlauf habe ich beim Osterlauf in Paderborn mit 36:39 Minuten aufgestellt, im August bin ich dann Dritte der deutschen U18-Meisterschaften über 3.000 Meter in 9:51 Minuten geworden. Vier Wochen vorher habe ich mich beim Hauchenberg-Lauf im Allgäu mit einem zweiten Platz für die Berglauf-WM qualifiziert. Es hat alles gut gepasst.

Sind Sie nervös vor ihrem ersten internationalen Wettkampf?

Hm…

Eher Ja oder eher Nein?

Ja, schon, sehr nervös. Allein wegen der weiten Anreise in VW-Bussen. Ich glaube, es sind ungefähr 1.000 Kilometer.

Und nach der WM ist die Saison vorbei?

Nein, nein. Ich starte am 12. Oktober noch beim Offenbacher Mainuferlauf und versuche auf der schnellen Strecke meine 10-Kilometer-Bestzeit zu verbessern.

(Das Gespräch führte Uwe Martin)

 


12.09.2014