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Drei runde Geburtstage beim ASC Darmstadt: Charlotte Teske, Helmut Jesberg und Alfred Losen


Charlotte Teske (Foto: Raatz)

Sie ist neben Christa Vahlensieck die Marathon-Ikone der 70er und 80er Jahre: Charlotte Teske vom ASC Darmstadt. Am Sonntag (23. November) wurde sie 65 Jahre alt. Anlass genug, um neben der nachträglichen Gratulation einen Blick in die einzigartige Laufkarriere der ASC-Läuferin zu werfen. 21 Mal trug Charlotte Teske das Nationaltrikot, neben „normalen“ Länderkämpfen auch bei Welt- und Europameisterschaften und den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles. Dort belegte sie in 2:35:56 Stunden den 16. Rang. Das größte mediale Aufsehen gelang ihr 1982 mit dem überraschenden Sieg beim Boston-Marathon in 2:29:33 Stunden. Nur bei ihrem Erfolg in Miami (2:29:01) und Frankfurt (2:28:32) war die gelernte Kinderkrankenschwester, die schon als Jugendliche aus dem nordhessischen Sachsenhausen im Kreis Frankenberg nach Südhessen kam, auf der Marathondistanz schneller. In ihrer langen Karriere gewann die Darmstädterin zahlreiche Marathon-Wettbewerbe, darunter auch die renommierten Rennen in Berlin (1986) und Hamburg (1987, 1988).

Trotz ihrer Begeisterung für lange Läufe, die sie gerne von der Haustür am Oberfeld im Osten Darmstadts begann, lief sie auch auf den Bahndistanzen hervorragende Resultate. In Zeiten, als Marathonrennen für Frauen noch nicht salonfähig waren. Top, damals wie heute, sind ihre Hausrekorde von 4:14,38 (1.500 m), 8:58,05 (3.000 m), 15:19,54 (5.000 m), 32:00,26 (10.000 m) und 1:25:44 (25 km/ Weltrekord. Zwölf deutsche Rekorde sind in der Entwicklung der Höchstleistungen mit dem Namen Charlotte Teske verbunden, ebenso insgesamt 14 deutsche Meistertitel. Auf Landesebene war sie 38 Mal erfolgreich.

Mit großer Begeisterung lief sie Crossläufe bis hin zu Weltmeisterschaften in Monza (1974), Düsseldorf (1977), Limerick (1979), Paris (1980) und Neuchâtel (1986). Dabei wurde sie fünfmal im Querfeldeinlauf deutsche Meisterin, zudem viermal mit dem ASC in der Mannschaftswertung.

Nach dem Ende ihrer Laufkarriere wusste sie ihre umfangreichen Kenntnisse mit großer Begeisterung in Seminaren, Lehrgängen und Laufprojekten in Theorie und Praxis weiterzugeben. Apropos Praxis: Längst hat sich Charlotte Teske als Heilpraktikerin ein berufliches Standbein geschaffen, das sie mit Freude wie auch das morgendliche Laufen in der herrlichen Natur in Darmstadts Wäldern genießt.

Spät berufen, hoch engagiert und äußerst zuverlässig, wenn es gilt. Das ist Helmut Jesberg, der am 9. Dezember seinen 80. Geburtstag feiert. Der Langstreckenläufer aus dem oberhessischen Wetter holte mit 35 (!) Jahren in Plattling bei den deutschen Waldlaufmeisterschaften 1969 seinen ersten Titel mit der Mannschaft des ASC Darmstadt, es folgten vier weitere nach der Umbenennung in Crosstitel. Den letzten übrigens sieben Jahre später - über die Marathondistanz. Dem Oberstudienrat mit großem Engagement für Naturschutz („Rettet den Burgwald“) gelang als Spätberufenem sogar zweimal der Sprung in die Nationalmannschaft. Mit fauchendem Atem und unbändigem Einsatz zermürbte er oftmals auch prominente Gegner und lief stets bei den Saisonhöhepunkten in exzellenter Form. Seine besten Einzelplatzierungen holte er als Fünfter bei den deutschen Waldlaufmeisterschaften 1973 und als DM-Sechster über 10.000 Meter. Seine schnellste Bahnleistung lief er 1975 in Frankfurt mit 29:20,8 Minuten. Legendär waren die Trainingslager im Burgwald mit vielen ASC-Läufern und noch mehr Überraschungsmomenten und Späßen, für die „Hems“ hinreichend bekannt war.

Bereits am 30. November wurde Alfred Losen 80 Jahre alt. Der trainingsfleißige Langstreckenläufer entwickelte sich bei Trainer Walter Weba zu einer stabilen Stütze der Marathoncrew des ASC. Dreimal stand er mit der Mannschaft auf dem Meisterschaftspodest, 1969 mit Hans Helbach und Helmut Reitz sogar auf dem Silberrang. Seine beste Marathonzeit datiert aus dem Jahr 1970, als er im Alter von 36 Jahren 2:27:12 Stunden lief.

Wilfried Raatz

 


02.12.2014