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Cross-EM: Mannschafts-Bronze für Sarah Kistner, taktisch kluger Kidane Tewolde


Sarah Kistner beim Darmstadt-Cross (Foto: privat)

Die hessischen U20-Nachwuchsläufer haben dem Schnee, dem Matsch und der Höhenlage getrotzt und mit überzeugenden Auftritten bei den Cross-Europameisterschaften im bulgarischen Wintersportort Borovets bei Samokow auf sich aufmerksam gemacht. Sarah Kistner vom MTV Kronberg gewann mit dem deutschen Team die Bronzemedaille und komplettierte damit ihren Medaillensatz bei internationalen Großereignissen nach Mannschafts-Gold und Einzel-Silber bei der Berglauf-WM in Italien im September. Im Juniorenrennen kämpfte sich Kidane Tewolde vom SSC Hanau-Rodenbach als bester deutscher Läufer bis auf den 14. Platz nach vorne. Das deutsche U20-Team um den Hanauer verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um einen Platz auf Rang sieben (136 Punkte).


Drei Tage nach ihrem 17. Geburtstag ging die Erfolgsgeschichte von Sarah Kistner weiter. Auf dem 3.857 Meter langen Kurs kam der Schützling von Trainer Martin Lütge-Varney als zweitbeste Deutsche in 15:09 Minuten auf den 19. Platz (76 Teilnehmerinnen am Start). Die Siegerin Emine Tuna aus der Türkei war 56 Sekunden schneller als die Kronbergerin. Alina Reh (TSV Erbach), die nach vier von fünf Runden noch an der Spitze gelegen hatte, gingen am Ende die Kräfte aus. Die Zweite der Olympischen Jugendspiele über 3.000 Meter wurde in 14:34 Minuten Vierte. Nachdem Sarah Kistner die Anfangsschlaufe als 28. beendet hatte, arbeitete sie sich auf der gefrorenen und welligen Strecke (allerdings ohne nennenswerte Anstiege) schnell auf den 18. Rang vor. Erst auf der letzten Runde büßte sie noch einen Platz ein. Das Team aus Großbritannien und Nordirland kam mit vier Läuferinnen unter die Top Ten und holte sich in dem 1.350 Meter hoch gelegenen Wintersportort am Rande des Rila-Gebirges mit 18 Punkten zum fünften Mal in Folge die Goldmedaille. Team-Silber ging an Frankreich (64) gefolgt von der deutschen Mannschaft (74), für die neben Reh und Kistner auch Anna Gehring (SC Itzehoe/23.) und Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer Leverkusen/28.) in die Wertung kamen. Die fünfte deutsche Starterin war Tina Donder (Erfurter LAC/42.).


Kidane Tewolde (Foto: Sascha Arndt)

Während Sarah Kistner zum ersten Mal bei einer Cross-EM startete, griff Kidane Tewolde auf die Erfahrungen, die er vor einem Jahr in Belgrad gesammelt hatte, zurück. Damals arbeitete er sich taktisch klug bis auf Platz 37 vor. Einige seiner Teamkameraden aber mussten ihrem Anfangstempo Tribut zollen. Anstatt übereifrig anzulaufen, startete Kidane Tewolde in Borovets verhalten und "kam immer besser ins Rennen", sagte er gegenüber leichtathletik.de. Von Platz 87 (nach der ersten kurzen Runde) arbeitete sich der Schützling von Trainer Sascha Arndt im 104 Teilnehmer umfassenden Feld kontinuierlich nach vorne. Über die Ränge 77 (nach der dritten kurzen Runde), 54, 36 und 25 (nach der ersten, zweiten und dritten langen Runde) fand er sich eingangs der Schlussrunde schon auf Platz 25 wieder. Es wurde noch besser. Mit der flottesten Schlussrunde (1,114 Kilometer) des Gesamtfeldes, in 3:37 Minuten war Kidane Tewolde acht Sekunden schneller als der Sieger Yemaneberhan Crippa aus Italien, verbesserte sich der Hanauer um weitere elf Plätze. Ebenso auffallend: auf den letzten drei großen Runden waren nur Crippa (10:49) und der Silbermedaillengewinner Carlos Mayo (Spanien/11:03) schneller als Kidane Tewolde (11:07). Es war das Ergebnis einer taktischen Absprache mit Sascha Arndt, der zufolge ab dem dritten Kilometer der 6.085 Meter langen Strecke "der große Angriff" erfolgen sollte, so Tewolde. Im Ziel hatte der junge Hesse mit einer Endzeit von 20:45 Minuten nur 38 Sekunden auf Crippa verloren. In Belgrad hatte Tewoldes Rückstand auf den Sieger noch über 60 Sekunden betragen (1:03 Minuten).

Im Frauenrennen waren nur zwei Deutsche am Start. Simret Restle-Apel vom PSV Grün-Weiß Kassel war eine von ihnen. In ihrer ersten Saison nach einer zweijährigen Sperre wegen Epo-Dopings beendete sie das 7.782 Meter lange Rennen nach 29:34 Minuten und 1:07 Minuten Rückstand auf die Siegerin Gemma Steel (Großbritannien/Nordirland) auf dem 17. Platz.

Zu den Ergebnissen

Tammo Lotz

 


14.12.2014