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Mona Gottschämmer: Mit 16 Jahren über 1,80 Meter


Mona Gottschämmer hatte allen Grund zum Strahlen (Fotos: Benjamin Heller)

Mona Gottschämmer vom TV Neu-Isenburg sorgte für das Highlight am zweiten Tag der Hessischen Jugendhallenmeisterschaften der Altersklassen U20 und U16. Die 16 Jahre alte Hochspringerin steigerte sich um drei Zentimeter auf 1,80 Meter und blieb bis zu ihrer Siegeshöhe ohne Fehlversuch. Mit einer Hallenbestleistung über 200 Meter hat U20-Spinterin Lisa Mayer ihre vielversprechende Form demonstriert. Zum fleißigsten Medaillensammler der Titelkämpfe avancierte der Mehrkämpfer Daniel Sturma (U20) mit insgesamt dreimal Gold und je einmal Silber und Bronze. Ihm dicht auf den Fersen waren Marshella Foreshaw in der W15 (2/1/1) und die erst 12 Jahre alte Sarah Vogel in der W14 mit drei Goldmedaillen.


Sieben Zentimeter. So viel höher im Vergleich zum letzten Sommer ist Mona Gottschämmer in dieser Hallensaison nun schon gesprungen. Angefangen hatte es mit 1,76 Meter im Dezember in Stadtallendorf. Es folgten 1,77 Meter bei den Hessischen U18-Meisterschaften vor einer Woche in Hanau. Und nun die 1,80 Meter im Sport- und Freizeitzentrum in Frankfurt-Kalbach. Mit "absolut top" kommentierte HLV-Kadertrainer Günter Eisinger den blitzsauberen Wettkampf von Mona Gottschämmer.

Besondere Erwähnung fand die Anlaufgestaltung, die der 16-Jährigen in Hanau noch sichtbar Probleme bereitet hatte. Ganz anders in Kalbach. "Wenn man im Wettkampf in Monas Alter alle Höhen bis 1,80 Meter im ersten Versuch nimmt, ist das die halbe Miete." Soll heißen, ein Quasi-Garatieschein für eine vordere Platzierung. Die Protagonistin selbst kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Auch wenn sie im Vorfeld der Meisterschaften verraten hatte, dass die 1,80 Meter im Hinterkopf herumgeisterten. "Aber eine Höhe mit einer Acht hinter dem Komma wirklich zu springen ist nochmal was ganz Besonderes. Ganz egal, um wie viele Zentimeter man sich steigert."

Für ihre nächsten Wettkämpfe wäre Mona Gottschämmer mit "allem um 1,80 Meter total zufrieden." Aber die 16-Jährige gibt zu verstehen, dass sie sich am liebsten immer steigern würde. Günter Eisinger schätzt Mona Gottschämmers Fleiß und Streben nach Verbesserung, mahnt aber auch zur Vorsicht. Nach ihrem Höhenflug von Kalbach "werde ich sie etwas bremsen." Bei den Hessischen Winterwurfmeisterschaften am nächsten Wochenende an der Frankfurter Hahnstraße möchte Mona Gottschämmer auch teilnehmen. Im Speerwurf. Als Abwechslung und Ausblick auf den Sommer, in dem sie sich auch im Siebenkampf steigern will.


Zweimal Gold in der U20: Lisa Mayer (links) über 200 Meter und Annika Lena Lietz über 400 Meter

Ganz ohne Bremse lief Sprinterin Lisa Mayer (LG Langgöns/Oberkleen) zum Titel auf der Hallenrunde und wurde in neuer persönlicher Hallenbestzeit von 24,32 Sekunden gestoppt. "Ich wollte sehen, wo ich vor den Deutschen Jugendmeisterschaften stehe", erklärte die U18-Hessenrekordhalterin über 200 Meter im Freien (23,75 Sekunden). Und wie schätzt die Germanistik- und Geographiestudentin ihre Form ein? "Ich bin auf einem guten Weg, um mich mit der deutschen Konkurrenz zu messen und zwei Topzeiten zu erzielen." Das heißt, dass sie in Neubrandenburg beide Sprintstrecken, die 60 Meter und die 200 Meter, bestreiten wird. Vor dem Höhepunkt der Hallensaison ist nur noch ein Start bei den Regionsmeisterschaften über 60 Meter geplant. Statt vieler Wettkämpfe wird intensiv trainiert. Vor allem am Start ist noch Luft nach oben. Es fehlt an der Feinabstimmung zwischen Arm- und Beinbewegungen. Lisa Mayer ist guter Dinge, dass sie den Dreh bis Neubrandenburg raushaben wird. "Da geht noch mehr."

Julia Mol vom Wiesbadener LV fährt "ganz zweigleisig". Soll heißen, sie sprintet und sie springt weit. Im ersten Teil fehlte dem Schützling von Trainer Peter Rouhi über 60 Meter nur eine Hundertstelsekunde für den Platz ganz oben (7,79 Sekunden). Im Weitsprung am zweiten Tag holte sie schließlich "ihr Gold". 5,74 Meter bedeuteten Hallen-Bestleistung, zwölf Zentimeter unter ihrer Freiluft-Richtmarke aus dem letzten Sommer (5,86). In Frankfurt hatte Julia Mol bereits beim Einlaufen ein "gutes Gefühl". Sprint und weitspringen wird die Zwölftklässlerin auch bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. Als letzten Wettkampftest absolviert sie die 60 Meter bei den Süddeutschen Meisterschaften in der Frauen-Konkurrenz. Im Training profitiert sie von der erfahrenen Weitspringerin Ksenia Achkinadze. "Wir ergänzen uns gut und treiben uns gegenseitig nach vorn", so Julia Mol.

Vor einer Woche in Hanau lief Karolin Siebert von der MT Melsungen über 400 Meter bei den Frauen in 58,64 Sekunden auf den Bronzerang. In Kalbach kletterte sie auf der doppelt so langen Distanz um zwei Plätze nach oben und hielt in 2:18,58 Minuten die 1.500 Meter-Siegerin Lisa Oed (SSC Hanau-Rodenbach/2:20,23) in Schach.


Daniel Sturma (rechts): dreimal Gold, auch über 60 Meter Hürden

Kein Wettbewerb ohne Medaille. Das galt für den Mehrkämpfer Daniel Sturma von der LG Eintracht Frankfurt, der von Jörg Huppers (Frankfurt) und Markus Czech (Gießen) betreut wird. Nach dem 60 Meter-Sieg am ersten Tag kletterte Sturma auch über 60 Meter Hürden (8,17 Sekunden) und mit der 4x200 Meter-Staffel seines Vereins in der Besetzung Jan Näser, Daniel Sturma, Gianluca Puglisi und Niklas Wenzel auf den obersten Podestplatz (1:30,16 Minuten).

Im Weitsprung gab es einen Dreifach-Triumph der LG Eintracht Frankfurt, angeführt von Gianluca Puglisi (7,30 Meter), der am Samstag bereits Silber über 60 Meter in 7,08 Sekunden ergattert hatte. Silber und Bronze im Weitsprung sicherten sich Daniel Sturma (6,91) und Jan Näser (6,83). Seinen Medaillensatz komplettierte Sturma mit Bronze im Kugelstoßen (13,94 Meter), das sein Mannschaftskamerad Marc Krause als Sieger beendete (15,88).

Mittelstreckler Marc Tortell vom TV Rendel schloss seinen Doppelstart mit zwei Medaillen ab. Nachdem er am Vortag über 1.500 Meter nur knapp von Marc Reuther bezwungen worden war, lief er über 800 Meter in 1:55,27 Minuten souverän zu Gold. Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach), über 1.500 Meter bereits Dritter, folgte mit klarem Abstand auf dem zweiten Platz (1:58,46).

Den magischen zwei Metern sehr nahe kam Hochspringer Robin Bastian Katzer vom LAZ Gießen. Im dritten Anlauf überfloppte er 1,99 Meter, ebenso wie der Zweitplatzierte Jonathan Ader (TG Rimbach). Den Ausschlag zugunsten des Gießeners machte der Fehlversuch Aders bei 1,93 Meter. Katzer nahm diese Höhe gleich im ersten Versuch.

Die schnellste Hürdensprinterin war eine Mehrkämpferin. Die von Philipp Schlesinger trainierte Lea Menzel (TV Neu-Isenburg) lief in 8,85 Sekunden zu Gold. Eileen Demes, auf den 400 Meter Hürden zu Hause und im letzten Jahr Finalistin bei den 2. Olympischen Jugendspielen, machte in 8,90 Sekunden den Neu-Isenburer Doppeltriumph perfekt, nachdem sie im Vorlauf in 8,86 Sekunden noch ein bisschen schneller gewesen war.

Bester Stabhochspringer war der 26 Jahre alte Zehnkämpfer Jan Felix Knobel, der nach seinem Salto Nullo von Hanau außer Wertung startete und 4,80 Meter im dritten Versuch überwand. Davor hatte er sich bei 4,60 Metern und 4,70 Metern schadlos gehalten. Als bester Jugendlicher entpuppte sich Lars Binder (TV Gelnhausen/4,20).

M15: Felix Bornhofen mit zwei weiteren Medaillen

Wie im Freien so auch unter dem Hallendach. Lars Becker von der LG Rüsselsheim erklomm über 60 Meter Hürden den obersten Podestrang in 8,79 Sekunden. Schon im letzten Sommer bei den Hessischen Freiluft-Meisterschaften in Gelnhausen hatte sich der Schützling von Trainer Nawaz Ahmad als Schnellster über 80 Meter Hürden erwiesen – damals allerdings noch in der M14.


Jan Felix Knobel: 4,80 Meter mit dem Stab außer Wertung

Seine zweite Goldmedaille nach der im Hochsprung heimste Felix Bornhofen vom ASC Darmstadt ein. In der 4x100 Meter-Staffel übernahm Bornhofen den Staffelstab als letzter. Auf den ersten drei Positionen liefen Martin Kratz, Maximilian Wagner und Felix Treichel. Seine dritte Medaille der Meisterschaften leuchtete in Bronze. Im Hürdensprint waren nur Lars Becker und Janis-Elias Pohl (LG Eintracht Frankfurt/8,95 Sekunden) schneller als Bornhofen (9,01).

Sehr nachdenklich stimmten die schmalen Teilnehmerfelder über 300 Meter (drei), 800 Meter (vier) und 60 Meter Hürden (sechs).

W15: Marshella Foreshaw auch über die Hürden am schnellsten

Nach ihren zwei Podestplätzen am ersten Tag (Gold im Weitsprung, Bronze über 60 Meter) unterstrich Marshella Foreshaw vom Königsteiner Leichtathletikverein auch am zweiten Tag ihre Qualitäten als Mehrkämpferin. Über 60 Meter Hürden gab es einen spannenden Zieleinlauf, den Marshella Foreshaw in 9,21 Sekunden vor Carolin von Sommerfeld (TV Haiger/9,23) für sich entschied. In der 4x100 Meter-Staffel musste das Königsteiner Quartett (52,31) mit Marshella Foreshaw am Schluss die Überlegenheit der Staffel des Wiesbadener LV (51,39) um die Sprint-Zweite Sophia Trettin anerkennen.

M14: Zwei weitere Medaillen für Matthias Lopinski, aber wenige Teilnehmer

Nach Gold auf den flachen 60 Metern trat Matthias Lopinski (Wiesbadener LV) auch im Hürdensprint an und gewann in 9,32 Sekunden Silber hinter dem Sieger Leandro-Julian Kempfer (TV Dillenburg/9,28). Bei nur sechs angetretenen Teilnehmern entfielen sowohl die Vor- als auch die Zwischenläufe. Schon im Sprint standen nur 29 Teilnehmern an der Startlinie.


Matthias Lopinski (rechts): Zweimal Gold in der M14

Noch übersichtlicher gestalteten sich die Teilnehmerfelder im Weitsprung und über 3.000 Meter. Bei jeweils nur drei Teilnehmern stand im Voraus bereits fest, dass jeder mit einer Medaille nach Hause gehen würde. Mit einer Weite von 5,93 Metern lag Matthias Lopinski fast einen halben Meter vor dem Zweiten und gewann sein zweites Gold der Meisterschaften.

Mit Doppelgold wurde auch Sasha Müller vom SSC Hanau-Rodenbach dekoriert. Nach seinem Erfolg über 800 Meter am Vortag überquerte er auch über 3.000 Meter als Erster die Ziellinie (9:52,34 Minuten).

W14: Sarah Vogel als fleißige Medaillensammlerin

Nach Gold im Stabhochsprung am Samstag mit übersprungenen 3,20 Meter erweiterte Sarah Vogel von der LG Seligenstadt ihre Titelsammlung mit Erfolgen über 60 Meter Hürden (9,56 Sekunden) und im Weitsprung (5,17 Meter). Die Begeisterung für die Leichtathletik liegt quasi in Sarah Vogels Genen. Ihr Vater Michael "hat schon immer Leichtathletik gemacht" und ist folglich auch ihr Trainer. Sarah Vogel gehört mit ihren gerade einmal 12 Jahren zu den Jüngsten in der W14. "Eigentlich bin ich noch in der W13." Seit 2008 trainiert sie regelmäßig, mittlerweile vier bis fünfmal pro Woche. Am liebsten Stabhochsprung, aber ihre Vielseitigkeit will sich Sarah Vogel in den nächsten Jahren weiter bewahren.

Zum 1. Tag

Zu den Ergebnissen der Hessischen Jugendhallenmeisterschaften U20/U16

Tammo Lotz

 


18.01.2015