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Kurt Drolsbach mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet


Kurt Drolsbach und Landrätin Anita Schneider (Foto: Dennis Bellof)

Der Abend war alles andere als eine typische Ehrung für 32 Jahre ehrenamtliches Wirken. Aber mal ehrlich: Wer hätte das bei einer Veranstaltung, die Kurt Drolsbach gewidmet ist, auch anders erwartet? Denn die 80-jährige Legende des MTV Gießen pflegt sich seit Jahrzehnten regelmäßig mit Nachdruck für die Leichtathletik einzusetzen. Fast 30 Personen waren gekommen, um Drolsbach bei einem schicken Empfang ihren Respekt zu erweisen. Und schon in der Eröffnungsrede seines LAZ-Vorstandskollegen Eckard Paul war auffällig, wie häufig das Wort „eindringlich“ fiel. „Ich freue mich immer, wenn der Kurt sich einsetzt oder in unserem Sinne nachbohrt“, sagte Paul in seiner gelungenen Laudatio. „Auch wenn er den Leuten sicher einmal damit auf den Wecker geht.“ Kurz darauf legte Landrätin Anita Schneider mit sanfteren Worten gleichen Inhalts nach. Ein Affront? Keineswegs.

Drolsbach verfolgte die Ausführungen zufrieden und amüsiert, denn für seine Nachdrücklichkeit ist er in Mittelhessen bekannt. Die kleinen Spitzen der Redner konnte er obendrein deshalb gut wegstecken, weil später große Lobesworte folgten. „Aus dem Sportgeschehen dieser Stadt nicht mehr wegzudenken“, „Verfechter der guten Zusammenarbeit“, „Gesicht der Leichtathletik“ - Drolsbach zeigte sich bewegt und nahm Ehrenbrief- und Nadel für seine ehrenamtliche Arbeit als Trainer, Förderer, HLV-Lehrwart und Mitglied diverser Schulsport-Arbeitskreise dankend entgegen. Was folgte, war eine Rede der seltenen Art. Nach zwei Sätzen des Dankes an Redner und Gäste sorgte Drolsbach selbst bei engsten Weggefährten für einige offene Münder, als er seinen Unmut über nicht normgerechte Sportanlagen und die verbesserungswürdige Kommunikation zwischen der Sportkommission der Stadt und der des Landkreises kundtat.

Bei der „Sportstadt“ Gießen könne man deshalb weiterhin getrost das „r“ durch ein weiteres „t“ ersetzen. Zudem seien die Sportstätten der Region nur noch funktionell reduziert vorzufinden. Mal keine Kugelstoßbahn, dann keine Sprunggrube … „Die Kegler kegeln doch auch nicht heute mit acht und morgen mit neun Kegeln.“ Nach fünfzehn Minuten strukturierter und bestimmter, aber nie unverschämter Kritik war Drolsbach fertig. Während die Landrätin den Anwesenden im Anschluss die von Drolsbach vorgetragenen Problemfelder ausführlich erläuterte, nickte ein Funktionärskollege von Drolsbachs immer noch. „Das eben gerade, so kennen und schätzen wir den Kurt!“

Quelle: Gießener Anzeiger/Dennis Bellof

 


29.01.2015