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Irina Mikitenko bei Hallen-DM verabschiedet


Bild im Bild: Irina Mikitenko, fotografiert von ihrem Ehemann und Trainer Alexander (r.) (Foto: HLV)

Sie hat in ihrer Karriere wohl mehrfach laufend die Erde umrundet - und das Laufen machte Irina Mikitenko zu einer vermögenden Frau. Daraus macht sie kein Geheimnis („Ich bin jetzt auf der sicheren Seite“), und Szenekenner können die erlaufenen Prämien ohnehin recht leicht hochrechnen. Allein ihre Gesamtsiege bei der internationalen Laufserie „World Marathon Majors“ (WMM) in den Jahren 2007/2008 sowie 2008/2009 brachten ihr jeweils eine Millionen US-Dollar. Hinzu kommen Antrittsgelder und Platzierungsprämien bei etlichen Weltklasse-Veranstaltungen. Und da dürfte nochmals einiges zusammengekommen sein: Etwa mit den zwei Siegen beim London-Marathon (2008, 2009), dem Erfolg in Berlin (2008 in deutscher Rekordzeit von 2:19:19 Stunden), nicht zu vergessen Platz zwei in Chicago (2009). Seit dem vergangenen September, als Irina Mikitenko via ARD im Rahmen des Berlin-Marathons ihren Rücktritt verkündete, ist die mittlerweile 42-Jährige aus Freigericht in Hessen im sportlichen Ruhestand. Und wurde am Sonntag bei der Hallen-DM in Karlsruhe offiziell verabschiedet.

Im Herbst 2013 hatte die Mutter zweier Kinder, die 1996 als Spätaussiedlerin von Kasachstan nach Hessen kam und von ihrem Mann Alexander trainiert wurde, ihren letzten großen sportlichen Auftritt. Irina Mikitenko wurde Dritte des Berlin-Marathons in 2:24:54 Stunden - seitdem hält sie auch den sogenannten Masters-Weltrekord (W40). Als Bahnläuferin war sie in jungen Jahren bei den Olympischen Spielen 1996 am Start gewesen, damals noch für Kasachstan, und schied im 5.000-Meter-Vorlauf aus. Später belegte sie bei Olympia, dann schon im deutschen Trikot, über dieselbe Distanz den fünften (2000) bzw. siebten Platz (2004). Zwei weitere Chancen sich bei Olympia über die Marathondistanz in Szene zu setzen blieben ungenutzt. 2008 in Peking verzichtete sie aus privaten Gründen auf ihre Teilnahme, vier Jahre später in London wurde sie enttäuschende Vierzehnte. Die Ausnahmeläuferin Irina Mikitenko hält den deutschen Marathonrekord, des Weiteren ist sie im Besitz der nationalen Bestmarken über 3.000 Meter (8:30,39 Minuten/2000), 5.000 Meter (14:42,03 Minuten/1999) und im 10-Kilometer-Straßenlauf (30:37 Minuten/2008).

In ihrer Karriere startete sie für den TV Gelnhausen (bis 1998), die LG Eintracht Frankfurt (1999 bis 2005), den TV Wattenscheid (2006 bis 2010), den Sportclub Gelnhausen (2011/12) und nochmals für die LG Eintracht Frankfurt (2013).

Uwe Martin

 


22.02.2015