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Hallen-DM, Tag 2: Titel für Gesa Krause und Tesfaye


Silber mit 6,55 Metern: Xenia Achkinadze (Fotos: Iris Hensel)

Der Hessische Leichtathletik-Verband (HLV) war mit 16 Athleten aus acht Vereinen bei den 62. Deutschen Hallenmeisterschaften in der Karlsruher Messehalle 2 präsent, und angesichts dieser eher kleinen Zahl war die Bilanz mit zwei Titeln, drei zweiten und zwei dritten Plätzen so schlecht nicht. So gewann Gesa Krause von der LG Eintracht Frankfurt am Sonntag den Titel über 3.000 Meter in 9:04,84 Minuten und damit ihre erste deutsche Meisterschaft im Aktivenbereich. Für ihren Trainings- und Vereinskollegen Homiyu Tesfaye war der Erfolg über 1.500 Meter (3:41,68 Minuten) eher ein Pflichtprogramm, obwohl er zwei Tage zuvor noch mit einer Erkältung zu kämpfen hatte. Zweite Plätze holten sich Christiane Klopsch (LG Friedberg-Fauerbach) über 400 Meter in 53,69 Sekunden, Xenia Achkinadze (Wiesbadener LV) im Weitsprung mit 6,55 Metern sowie Elina Sujew (LG Eintracht Frankfurt) über 3.000 Meter (9:07,74 Minuten). Jeweils dritte Plätze im Hochsprung gingen an Martin Günther (LG Eintracht Frankfurt/2,15 Meter) und die Siebenkämpferin Carolin Schäfer (TV Friedrichstein/1,80 Meter).

„Das Rennen lief genau so, wie ich es mir erhofft hatte“, sagte Gesa Krause nach ihrem Triumph. Zumal Titelverteidigerin Marken Kock die 1.500-Meter-Distanz vorgezogen hatte und Corinna Harrer überhaupt nicht am Start war. So war der Weg frei für die Frankfurter 3.000-Meter-Hindernisspezialistin. Die 1.000 Meter wurden in 3:03,10 Minuten passiert, die 2.000 Meter in 6:09,63 Minuten, eingangs der letzten Runde zog Gesa Krause dann unwiderstehlich davon. Elina Sujew und die 17-jährige Alina Reh (TSV Erbach/9:08:53) konnten nicht folgen.


1. Titel: Gesa Felicitas Krause

Christiane Klopsch, die seit dem 1. Februar als Volontärin beim Hessischen Rundfunk tätig ist, war im Karlsruher Finale genauso schnell wie im vergangenen Jahr in Leipzig, als sie Vierte wurde. In der Messehalle ist Ruth Sophia Spelmeyer (Oldenburg/52,99 Sekunden), die sich im Vorlauf das Einzelticket für die Hallen-EM gesichert hatte (52,87) nicht zu gefährden gewesen. „Mir war seit diesem Vorlauf klar, dass Ruth nicht einzuholen ist“, sagte Christiane Klopsch. „Deshalb ging es um eine Attacke auf Silber.“ Für die deutsche Meisterin über 400 Meter Hürden ist die Hallensaison nun beendet, da der DLV keine 4x400-Meter-Staffel zur Hallen-EM nach Prag entsenden wird.

Hochspringer Günther war nicht in der Form, um seinen Titel erfolgreich zu verteidigen. In der Vorwoche hatte ihn der Norovirus flachgelegt, an Training war mehrere Tage nicht zu denken. Hinzu kamen muskuläre Probleme in der rechten Wade, die bereits Mitte Januar bestanden. „Ich habe es trotzdem probiert und mir keinen Druck gemacht“, so der U18-Weltmeister von 2003. Das Ergebnis waren 2,15 Meter, übersprungen im zweiten Anlauf. Einen Versuch weniger benötigte Eike Onnen (Hannover/2,15) und holte Silber. Gold ging an Mateusz Przybylko (Leverkusen), der sich mit Bestleistung (2,26 Meter) das Ticket zur Hallen-EM sicherte. Ähnliches hätte sich auch Günther zugetraut. Er war mit 2,23 Metern in das Wettkampfjahr eingestiegen, so gut wie noch nie. Auch nicht 2010, als er in der Karlsruher Europahalle seine immer noch aktuelle Bestleistung (2,30) sprang und den Titel holte. Die Halle hat er jetzt abgehakt: „Nur die Freiluftsaison zählt.“

Die EM-Vierte im Siebenkampf, Carolin Schäfer, testete ihre Form vor dem Hallen-EM-Fünfkampf in Prag in zwei Disziplinen. Im Hochsprung überquerte die Nordhessin im zweiten Anlauf 1,80 Meter und gewann zusammen mit Melanie Skotnik (Weinheim/1,80) und Katarina Mögenburg (Leverkusen/1,80) die Bronzemedaille. Über 60 Meter Hürden lief Schäfer persönliche Bestleistung (8,47 Sekunden im Vorlauf).

Lara Matheis, die am ersten Tag über 60 Meter mit eingestellter Bestzeit (7,59 Sekunden) in den Zwischenlauf einzogen war, verbesserte sich im 200-Meter-Vorlauf auf 24,29 Sekunden (davor 24,63) und erreichte das A-Finale. Dort sprintete die süddeutsche Meisterin 24,75 Sekunden. Ihr Ergebnis: Platz fünf.


Pflichtübung erfüllt: Homiyu Tesfaye

Wie im Vorjahr erreichte Ronja Böhrer vom SSC Bad Sooden-Allendorf das Finale über 1.500 Meter. Nach 4:33,58 Minuten im Vorlauf steigerte sich der Schützling von Trainer Georg Lehrer im Finale auf 4:29,10 Minuten. Das bedeutete Saisonbestleistung und Platz zehn für die Hindernisspezialistin. „Es war gut, dass sich das Feld schnell auseinandergezogen hat. Aber ich wäre gern schneller gewesen. Eine 4:26er-Zeit hätte ich mir zugetraut“, sagte die letztjährige U20-Meisterin über 1.500 Meter. Im Sommer sind die U23-Europameisterschaften in Tallinn (Estland) ihr Ziel. Über 3.000 Meter Hindernis fordert der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) 10:06 Minuten. Ronja Böhrers Bestzeit aus dem vergangenen Jahr steht bei 10:19,46 Minuten. „Es wird sehr schwierig, aber ich werde mich daran orientieren. Unmöglich ist solch eine Zeit nicht.“

Der hessische Dreisprungmeister Leon Kirchner vom TSV Königstädten brachte nur einen gültigen Versuch in die Grube. Mit 14,38 Metern belegte er den zwölften und letzten Platz im Feld. Er blieb somit deutlich unter seiner Bestleistung (14,82 Meter), die er bei den Landesmeisterschaften in Hanau im Januar aufgestellt hatte.

Über 60 Meter Hürden waren gleich drei Hessen am Start. Der letztjährige U20-WM-Teilnehmer im Zehnkampf, Fabian Christ (LG Eintracht Frankfurt), lief im Vorlauf mit 8,15 Sekunden persönliche Bestleistung und verbesserte seine Siegerzeit von den Hessenmeisterschaften um fünf Hundertstel. Sven Medenbach (LSG Goldener Grund) steigerte sich um vier Hundertstel auf 8,17 Sekunden, sein Vereinskollege Martin Böhm blieb in 8,28 Sekunden nur drei Hundertstel über seiner Bestzeit.

Für die Hallen-EM in Prag (6. bis 8. März) dürften Tesfaye („Ich will den Titel gewinnen“), Gesa Krause, Carolin Schäfer und Xenia Atschkinadze vom deutschen Verband nominiert werden.

Zu den Ergebnissen

Zum 1. Tag

Tammo Lotz/Uwe Martin

 


22.02.2015