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U20-Länderkampf: Deutscher Sieg und zwei Hessen mit Bestleistungen


Vier Hessen in Lyon: (v.l.) Gianluca Puglisi, Mona Gottschämmer, Nathalie Buschung und Lukas Abele (Foto: privat)

Es ist nie zu spät für bemerkenswerte Leistungen. Beim U20-Hallen-Länderkampf im französischen Lyon haben gegen Ende der Wintersaison die Hochspringerin Mona Gottschämmer (TV Neu-Isenburg/1,84 Meter) und Weitspringer Gianluca Puglisi (LG Eintracht Frankfurt/7,40 Meter) in ihren jeweils ersten Starts im Nationaltrikot mit neuen persönlichen Rekorden brilliert und zum deutlichen Sieg des deutschen Teams (201,5 Punkte) gegen Gastgeber Frankreich (172,5) und Italien (171) beigetragen.


Die 16 Jahre alte Mona Gottschämmer übersprang erstmals in ihrer Karriere 1,84 Meter und siegte vor der höhengleichen deutschen Jugend-Hallenmeisterin Selina Schulenburg (Altenholz). Während Selina Schulenburg die Höhe im dritten und letzten Versuch meisterte und ihre persönliche Bestleistung um zwei Zentimeter steigerte, benötigte Mona Gottschämmer für 1,84 Meter nur einen Anlauf. Gegenüber den hessischen Jugend-Hallenmeisterschaften Mitte Januar verbesserte sich die Jugend-Hallen-DM-Zweite um vier Zentimeter. Der Schützling von Wolfgang Brandt leistete sich im gesamten Wettkampf bis zur Siegeshöhe nur einen Fehlversuch bei 1,82 Meter. Erst 1,86 Meter erwiesen sich für die Hessin, deren Bestleistung vor dem Winter 1,73 Meter betragen hatte, als zu hoch.

Weiter als Gianluca Puglisi sprang nur der Italiener Filippo Randazzo (7,44 Meter/Freiluft-Bestleistung: 7,58). Und trotzdem hatte der Athlet von Heimtrainer Jörg Huppers allen Grund zur Freude. Denn mit seinen 7,40 Metern, die er im vierten Versuch erzielte, sprang Gianluca Puglisi so weit wie noch nie und genau einen Zentimeter weiter als bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften, als 7,39 Meter für den 18-Jährigen Gold bedeuteten. Nach zwei Fehlversuchen zu Beginn setzte der gebürtige Offenbacher vier gültige Sprünge in die Grube. Neben seiner Tagesbestweite bot Puglisi noch zwei weitere Sätze jenseits der 7-Meter-Marke an (7,36/7,18).

Weite Reisen und weite Sprünge hieß es zum wiederholten Male für Puglisis Disziplinkollegin Nathalie Buschung vom Königsteiner Leichtathletikverein. Nach 6,18 Meter bei den "Rejkjavik Games" im Januar und ihrem Gold-Sprung auf 6,36 Meter bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften vor zwei Wochen in Neubrandenburg folgten 6,32 Meter in Lyon – gleich im ersten Versuch. "Das hätte ich nicht gedacht, zumal der Saison-Höhepunkt schon zwei Wochen her ist und ich mich nicht mehr so fit gefühlt habe", sagte die aus Heringen stammende U18-WM-Siebte von 2013 zwei Tage vor ihrem 19. Geburtstag. Mit jedem ihrer drei gültigen Versuche übertraf der Schützling von HLV-Kadertrainer Markus Oerter die 6 Meter. Neben ihrer Siegesweite gingen noch 6,21 Meter und 6,17 Meter in die Wertung ein.

Zwei Einsätze für Sprinterin Lisa Mayer

Mit der drittbesten Leistung des Tages schloss die nationale Jugend-Hallenmeisterin Lisa Mayer (LG Langgöns/Oberkleen) den Wettbewerb über 200 Meter ab. Nach 23,66 Sekunden in Neubrandenburg flossen nun 24,04 Sekunden in die Statistiken ein. Drei Hundertstel schneller waren die Siegerin Ayomide Folorunso (Italien) und die Französin Maroussia Pare (beide 24,01). In ihrem zweiten Einsatz kletterte die 18 Jahre alte Germanistik- und Geographie-Studentin aus Frankfurt auf den obersten Podestplatz – nämlich als Startläuferin der 4x200 Meter-Staffel zusammen mit Eleni Frommann (Jena), Andrea Reck (Dresden) und Ann-Kathrin Kopf (Otterndorf). Die Zeit des siegreichen deutschen Quartetts: 1:37,47 Minuten.

Mit seiner zweitbesten Karriere-Leistung in der Halle schloss Mittelstreckenläufer Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach) den 1.500 Meter-Lauf ab. Der Jugend-Hallen-DM-Zweite belegte in 3:57,78 Minuten den fünften Platz. Schneller waren unter anderem der siegreiche U20-Cross-Europameister Yemaneberhan Crippa (Italien/3:51,51 Minuten) und der deutsche Jugend-Hallenmeister Karl Bebendorf (Dresden/3:56,79) auf Rang drei. In dem kuriosen DM-Finallauf in Neubrandenburg, bei dem die vermeintlichen letzten 200 Meter eine Runde zu früh eingeläutet worden waren, hatte Bebendorf (3:56,77) gegenüber Abele (3:57,35) im finalen Schlussspurt die Oberhand behalten.

Zu den Ergebnissen

Tammo Lotz

 


28.02.2015