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Hallen-EM: Highnoon für Xenia Achkinadze


Xenia Achkinadze (Foto: Iris Hensel)

Nicht 12 Uhr mittags. Sondern 12:15 Uhr. Am Freitag gilt es für Xenia Achkinadze. Als eine der vier hessischen Athleten, die für den kontinentalen Höhepunkt der Hallensaison in Prag nominiert wurden, greift die Wiesbadenerin ins Geschehen ein. In der Weitsprung-Qualifikation. Acht der 23 gemeldeten Teilnehmerinnen qualifizieren sich fürs Finale am Samstagnachmittag (ab 16:45 Uhr). Ein Blick in die Statistik verrät, dass dafür wohl eine ähnliche Leistung nötig sein wird wie die 6,55 Meter, mit denen Xenia Achkinadze kürzlich Hallen-DM-Silber gewann. Seit 2007, als sich mit Bianca Kappler zuletzt eine deutsche Weitspringerin für den Endkampf bei einer Hallen-EM qualifizierte, mussten im Vorkampf mindestens 6,51 Meter erreicht werden, um eine Runde weiterzukommen.

Die Athletin von Trainer Peter Rouhi fühlt sich in einer „super Verfassung“ und weiß, dass es in der riesigen O2 Arena (Fassungsvermögen: 12.500 Zuschauer) weit hinausgehen kann. Die gebürtige Russin, die in Anapa nahe der Olympiastadt Sotschi zur Welt gekommen ist, spürt die Nervosität. Sie weiß aber auch, worauf sie vor der Qualifikation achten muss: „Ruhe bewahren und vom Kopf her locker in den Wettkampf gehen. Nach dem schlechten Jahr 2014 ist Prag schon ein Bonus.“ Was aber nicht heißt, dass sie mit der bloßen Teilnahme zufrieden ist. „Das ist ein Leistungssportler doch nie. Ich will meine Weite von Karlsruhe bestätigen, am liebsten aber Bestleistung springen.“ Seit ihrem deutschen Hallenmeistertitel 2012 steht diese unter dem Hallendach bei 6,56 Metern. Im Freien ist sie bei regulären Bedingungen bereits zehn Zentimeter weiter geflogen (6,66/2013).

Auf einen präzisen Anlauf kommt es an. „Es heißt von Anfang an volle Kanne. Ich will gleich im ersten Versuch das Brett treffen und weit springen“, so die Parole von Xenia Achkinadze. Sie läuft jetzt stabiler, schneller und effektiver an, ist dynamischer beim Absprung. Initiiert hat diese Veränderungen ihr Trainer Peter Rouhi, mit dem Xenia Achkinadze seit August letzten Jahres zusammenarbeitet. "Ich habe schnell gemerkt, da bewegt sich was. Der kann was aus mir machen." Rouhi, in den achtziger Jahren selbst ein Weitspringer der erweiterten deutschen Spitzenklasse (Bestleistung: 8,00), zeigt sich leicht überrascht darüber, wie schnell die Umstellungen greifen. „Es hätte gut möglich sein können, dass die Hallensaison für Xenia zu früh kommt.“ Doch die U20-WM-Vierte von 2008 strafte ihn Lügen. „Xenia kann Anweisungen sehr schnell verinnerlichen und umsetzen. Aber wir stehen erst am Anfang.“

Doch alles, was nach der Hallen-EM kommt, blendet Xenia Achkinadze aus und sagt: „Ich konzentriere mich nur auf Prag.“ Neben der Hessin machen das noch zwei andere deutsche Weitspringerinnen. Die nationale Meisterin Sosthene Moguenara (Wattenscheid), die mit der besten Vorleistung (6,86) aller Teilnehmerinnen anreist sowie Melanie Bauschke (Berlin/6,61).

Zeitplan der Hallen-EM

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Tammo Lotz

 


05.03.2015