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Erima Nachwuchslaufcup: „Den Straßenlauf aufwerten und Quereinsteiger begeistern“


Michael Siegel und Carsten Ebert (Fotos: HLV)

Neuer Sponsor, mehr Veranstaltungen und mehr Straßenläufe. Im siebten Jahr seines Bestehens hat sich beim Nachwuchslaufcup des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV) einiges verändert. Die sichtbarste Neuerung: der HLV-Generalausrüster Erima ist als neuer Sponsor eingestiegen. Was außerdem auffällt: die Anzahl aller Läufe sowie die der Straßenläufe ist um jeweils eine Veranstaltung gestiegen. Nach dem Auftakt bei den Crossmeisterschaften in Oberkleen im Februar können die Schüler und Jugendlichen (bis U18) noch bei zehn weiteren Veranstaltungen bis zu den Silvesterläufen in Frankfurt und Kaufungen Punkte sammeln. Welche Ziele der HLV mit dem Nachwuchslaufcup verfolgt und wie er sich die Zukunft der Veranstaltung vorstellt, erläutern Lauf-Landestrainer Michael Siegel und Leistungssport-Referent Carsten Ebert.

Nach der Pause 2014 wird der Nachwuchslaufcup in diesem Jahr fortgesetzt. Welche Bedeutung misst der HLV dieser Veranstaltung bei?
Siegel:
Als Landestrainer Lauf erhoffe ich mir zweierlei: im Allgemeinen eine Aufwertung des Grundlagen-Lauftrainings im Schülerbereich, im Speziellen eine Stärkung des Straßenlaufs. Schüler und Jugendliche sollen sich mit dem Straßenlauf beschäftigen und ihn als Alternative zur Stadion-Leichtathletik entdecken.

Die Serienwertung als eine Art „Lauf-Mehrkampf“ und die Aussicht auf ein Training mit Spitzenathleten am Siegerehrungstag (im letzten Jahr mit Homiyu Tesfaye und Nico Sonnenberg) steigern den Reiz zusätzlich. Es zählt nicht das einzelne Rennen, sondern das große Ganze.

Welche Möglichkeiten ergeben sich darüber hinaus für den HLV?
Siegel:
Es gilt junge Sportler, die in ihren bisherigen Sportarten und Disziplinen nicht glücklich und auf der Suche nach einer neuen Herausforderung sind, für die Leichtathletik zu begeistern. Das Gros der Teilnehmer in den letzten Jahren war bereits in Leichtathletikvereinen organisiert. Allerdings nehmen auch viele Nicht-Leichtathleten an Volks- und Straßenläufen teil, manchmal im Namen ihrer Schule, manchmal auch ohne Vereinsangabe, was die Kontaktaufnahme erschwert. Manchmal habe ich mich dabei gefühlt wie ein Detektiv. Diese Quereinsteiger für die Leichtathletik zu begeistern und an die entsprechenden Vereinen zu vermitteln, darf nicht unterschätzt werden. Auch wenn es in der Regel Einzelfälle sind.

Stand ein Ende des Nachwuchslaufcups zur Debatte?
Siegel:
Für mich nie. Nicht zuletzt aufgrund des klaren Bekenntnisses von HLV-Präsidentin Anja Wolf-Blanke, die sich von der Idee begeistert zeigte, stand für mich von Beginn an fest, dass der Nachwuchslaufcup fortgesetzt wird.


Homiyu Tesfaye beim Siegerehrungstag 2014 (Foto: Siegel)

Welche Kriterien haben bei der Zusammenstellung der Serie eine Rolle gespielt?
Siegel:
Das sind sowohl regionale Kriterien als auch das Bestreben, die großen und populären Straßenlaufveranstaltungen in Hessen zu integrieren. Das hat beim Mini-Marathon in Kassel, dem Bad Hersfelder Lollslauf, dem Darmstädter Stadtlauf „Cup da Franco“ und dem Frankfurter Silvesterlauf auch geklappt (Anm.: nur der vom Sportartikelhersteller Asics geförderte Mini-Marathon in Frankfurt schied aus der Serie aus).

Es kommen viele Veranstaltungen für die Serie in Frage und es sind Variationen von Jahr zu Jahr möglich. Bewerbungen bei Carsten Ebert (Telefon: 069/6789-242) sind stets willkommen. Was die Ausnahme bleiben sollte, sind Wettkampfblöcke wie dieses Jahr mit den Crossläufen in Veckerhagen, Wiesbaden und Darmstadt an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden im November.

Und um noch einmal auf den Punkt „regionale Aspekte“ zu sprechen zu kommen. Der plötzliche Tod des rührigen und sehr engagierten Hermann Kilian (Anm.: er verstarb im Dezember 2014) hat leider eine große Lücke in die nordhessische Laufszene gerissen.

Wie bringt sich Erima bei den Veranstaltungen ein?
Ebert:
Die jeweils drei Erstplatzierten in jeder Altersklasse werden im Rahmen des Siegerehrungstages Warengutscheine von Erima erhalten. Bei den einzelnen Läufen wird Erima auf Bannerwerbung präsent sein.

Stichwort Siegerehrungstag. Letztes Jahr fand der im Sommer statt. Gibt es schon Überlegungen, wann er 2016 sein wird?
Ebert:
Es ist geplant, den Siegerehrungstag Anfang Februar durchzuführen. Das hat zwei Vorteile: die Siegerehrung würde recht zeitnah zu den Silvesterläufen stattfinden und vor dem Auftakt des Nachwuchslaufcups 2016 über die Bühne gehen. Es sieht so aus, dass die Serie 2016 wieder mit den Crossmeisterschaften Ende Februar startet. Doch es gibt auch Überlegungen später einzusteigen und die Serie mit den Crossmeisterschaften 2017 abzuschließen. Dann könnte der Siegerehrungstag samt „Star-Training“ wieder im Sommer stattfinden. Das wäre natürlich für die Sportler und die Eltern angenehmer und attraktiver als im Winter und in einer Turnhalle.

(Das Gespräch führte Tammo Lotz)

 


19.03.2015