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Tewolde und Stephan die schnellsten Hessen über 5.000 Meter – Triathletin Tertsch erneut vorn


Sieg im Alleingang: Kidane Tewolde (Fotos: Schaake)

Schnell laufen ist keine Frage des Alters - was bei den Langstreckenmeisterschaften im nordhessischen Eschwege bewiesen wurde. Der U20-Jugendliche Kidane Tewolde (Hanau-Rodenbach) kam in 15:16,67 Minuten deutlich vor dem schnellsten Läufer der männlichen Hauptklasse, Matthias Berg (Eschenburg/15:41,50), ins Ziel. Als schnellste Hessin ging die W40-Seniorin Kerstin Stephan (Olympia Wiesbaden/17:24,34) in die Statistiken ein, gefolgt von der ersten Hauptklassen-Frau Christina Walloch (Waldstraße Wiesbaden/17:35,77). Schnellste Jugendliche über die zwölfeinhalb Runden war Lorena Keil (Rendel), die in ihrem ersten 5.000 Meter-Rennen unter der 18 Minuten-Marke blieb (17:56,12). Im Alleingang siegte die Deutsche U18-Crossmeisterin Lisa Tertsch (Darmstadt) über 3.000 Meter (10:04,93), während Mohamed Bassou (Waldstraße Wiesbaden) in derselben Altersklasse auf einen langen Spurt setzte und nach 9:18,05 Minuten den U16-DM-Zweiten Joshua Becker (Eintracht Frankfurt/9:22,02) auf den Silberrang verwies. Aufgrund technischer Probleme fielen eine Reihe der Siegerehrungen aus. Die Urkunden werden nachgereicht.

Das Talent von Kidane Tewolde ist in den letzten Monaten schon oft aufgeblitzt, so im Cross bei den Europameisterschaften, auf Hessen- und auf Deutschlandebene sowie in der Halle. In diesem Sommer will sich Tewolde auch über 5.000 Meter und 10.000 Meter etablieren. „Ich will Bestzeiten laufen und Spaß haben“, verriet der Athlet von Trainer Sascha Arndt. In Eschwege hatte er den, auch wenn er schnell auf sich allein gestellt war. Ein Grund sich auszuruhen war das aber nicht. „Das Publikum hat mich ständig angefeuert. Da konnte ich gar nicht nachlassen.“ Mehr Konkurrenz wird Kidane Tewolde schon nächste Woche verspüren. Dann hat er vor bei den Deutschen Langstreckenmeisterschaften in Ohrdruf (Thüringen) über 10.000 Meter zu starten. Ein kleines, aber hartnäckiges Problem bleibt: der Hüftbeuger zwickt und lässt nur eingeschränktes Tempotraining zu. Die Ursache ist noch nicht genau identifiziert, doch ein Zusammenhang mit einer Bänderverletzung im Fuß aus dem Januar ist wahrscheinlich.


Die schnellsten Frauen: Meisterin Kerstin Stephan umrahmt von Christina Walloch (re.) und Katharina Rach

Matthias Berg lief von Beginn an "auf Platzierung". Nachdem er in der Anfangsphase von Jan Schroeder (Eintracht Frankfurt) begleitet worden war, forderte ihn der Duathlet Lienhard Hersel (Hanau-Rodenbach/15:45,01/M35) auf den letzten 500 Metern heraus, überholte ihn sogar kurzzeitig. Doch in der letzten Runde spielte Berg seine Mittelstreckenqualitäten (u.a. eine Bestzeit von 3:56,14 über 1.500 Meter) aus, spurtete die abschließenden 200 Meter in 29 Sekunden. „Auf den letzten 300 Metern geht bei mir immer etwas.“ Bis zum Mini-Internationalen in Koblenz Ende Mai setzt der Eschenburger auf die 5.000 Meter, danach wieder auf die kürzeren Strecken. Christopher Wenzel (LAZ Gießen), 2014 U20-DM-Finalist über 1.500 Meter, lief in seinem ersten Männer-Jahr zu Bronze (15:51,66), dahinter blieben noch die U20-Jugendlichen Ilyas Iman (Fulda/15:51,68) und Hindernisspezialist Yannik Gerland (Bad Sooden-Allendorf/15:55,94) unter 16 Minuten.

Kerstin Stephan ist in hessischen Läuferkreisen bekannt als Landesmeisterin des Vorjahres über 10 Kilometer auf der Straße (37:10) und DM-Zweite über 10.000 Meter in der W35 (35:58,55), dazu als Teilnehmerin an den Deutschen Meisterschaften über 5.000 Meter (16. in 17:13,76). Ähnliches hat die Wiesbadenerin wieder vor. „Ich will in Nürnberg laufen. Dafür muss ich 17:18 Minuten laufen“, weiß sie. In Eschwege fehlten ihr ohne ebenbürtige Mitläuferinnen nur etwas mehr als sechs Sekunden. In vier Wochen in Koblenz will sie ihr DM-Ticket lösen. „Koblenz ist immer für schnelle Zeiten gut.“ Hinter der Hauptklassen-Schnellsten Christina Walloch, der klar Bestzeit laufenden Katharina Rach (Blau-Gelb Marburg/17:41,33) und Julia Pieper (Waldstraße Wiesbaden/18:05,37) folgte die Titelverteidigerin Sarah Giebl (Neu-Isenburg/18:10,69) auf Rang vier im Frauenfeld.


U18-Siegerin Lisa Tertsch

Lorena Keil ist eigentlich auf den 1.500 Metern zu Hause – und das wird auch so bleiben. Doch nach ihrem Grundlagen-Trainingslager im thüringischen Bad Blankenburg lohnte sich ein Ausflug über 5.000 Meter. „Mein Ziel waren 18:20 Minuten. Dass ich sogar unter 18 Minuten geblieben bin, hat mich überrascht“, erzählte die Jura-Studentin aus Mainz. Ihr Lauftalent verdankt sie wohl ihrem Vater Ulrich Keil, der in der „ewigen“ hessischen Bestenliste u.a. mit Zeiten von 14:02,18 (5.000 Meter) und 29:33,5 (10.000 Meter) auftaucht. Trainiert wird Lorena Keil von Uta Eckhardt, der Hallen-EM-Sechsten über 1.500 Meter von 1987. In ihrem zweiten U20-Jahr misst sich Lorena Keil an ihrer Bestzeit (4:45,17) und ihrem DM-Resultat aus 2014. Da belegte sie in Wattenscheid den sechsten Rang.

Wie bereits bei den Süddeutschen Hallenmeisterschaften und den Deutschen Crossmeisterschaften hielt die Triathletin Lisa Tertsch die Laufspezialistinnen erneut unter Kontrolle. Im Sommer startet sie bei den Triathlon-Europameisterschaften. „Der ein oder andere Lauf-Wettkampf ist aber auch drin“, sagte das 16 Jahre alte Nachuchstalent. Überraschend auf Platz zwei lief Alexandra Stuhlmann (Kirchhain) ein, die sich auf 10:35,71 Minuten steigerte. Für die zweimalige Jugend-Hallenmeisterin des letzten Winters Lisa Oed (Hanau-Rodenbach/10:45,87) blieb Bronze.


M14-Sieger Sasha Müller mit seinem Trainer Sascha Arndt

U16 und jünger: viele Vorjahressieger vorn

Eine Reihe von Jugendlichen war bereits vor einem Jahr in Marburg zum Sieg gelaufen, damals noch im jeweils jüngeren Jahrgang. Dazu gehörten über 3.000 Meter der M14-Sieger Sasha Müller (Hanau-Rodenbach/9:32,13) sowie sein stark spurtender Vereinskollege Marius Abele (9:37,07/M15), dazu der M13-Sieger über 2.000 Meter Max Grabosch (6:26,56), ebenfalls aus Hanau-Rodenbach. Erneut Gold gewannen zudem über 2.000 Meter Lara Tortell (Rendel/7:11,57), dieses Mal in der W14, und Sophia Volkmer (Wetzlar/6:54,84/W13). Ein beherztes Rennen lief zudem Max Tertsch (Darmstadt) über 2.000 Meter in der Altersklasse M12 (7:01,13).

Senioren: Karin Schenk freut sich auf Mauritius

In den Seniorenklassen überzeugten neben Kerstin Stephan auch der britische Altersklassensieger Collis Fenner (Olympia Wiesbaden/16:27,41/M45) und die zwei schnellsten Läufer in der M50, Stefan Hinze (Hanau-Rodenbach/16:37,53) und Karl-Heinz Köhler (Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain/16:54,15). Derweil freut sich die W40-Zweite Karin Schenk (Waldstraße Wiesbaden/18:18,60) auf einen Sommer der besonderen Art. Als schnellste „Marathon-Managerin“ lief die Mainzer Rechtsanwältin letztes Jahr von Frankfurt nach Mauritius. Dort findet im Juli der gleichnamige Marathon statt – mit Karin Schenk. Die schnelle Juristin ist sich ziemlich sicher: „Das wird auch ein toller Urlaub.“

Zu den Ergebnissen

Tammo Lotz

 


27.04.2015