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Lisa Mayer: Auf Bestzeitenjagd beim Heimspiel


Lisa Mayer wurde im Winter deutsche Jugendhallenmeisterin über 200 Meter (Fotos: IRIS)

84 Hessen gehen bei der U23-DM in Wetzlar an den Start. Eine aussichtsreiche Kandidatin für einen Podiumsplatz ist Lisa Mayer von der LG Langgöns/Oberkleen. Sie will über 100 Meter und 200 Meter vorne dabei sein. Die Bahn in der Domstadt kennt die 19-Jährige in- und auswendig. „Ich renne dort eigentlich immer schnelle Zeiten.“


Wie zuletzt am 9. Mai, als die Germanistik- und Geographiestudentin mit 11,64 Sekunden über 100 Meter in die Freiluftsaison einstieg und da weitermachte, wo sie in der Halle aufgehört hatte. Deutsche Jugendmeisterin über 200 Meter, Zweite über 60 Meter. Die 23,66 Sekunden über 200 Meter lagen sogar unter ihrer Freiluft-Bestmarke (23,75) von 2013, als sie ins U18-WM-Finale einzog. „Siege und schnelle Zeiten spornen mich an. Ich will immer besser werden.“ Dieser Ehrgeiz erstaunt ihren Vater Dietmar, der sich an die Anfänge im Winter 2007/2008 erinnert: „Der Sport war damals noch nicht Lisas Ding.“ Lisa Mayers Entdecker und Trainer Rainer Finkernagel aber blieb dran – und hat irgendwann den Ehrgeiz der damals 11-Jährigen geweckt.

Mittlerweile hat Lisa Mayer die europäische Jugend-Sprintszene aufgemischt und ist in der zurückliegenden Hallensaison über 60 Meter und 200 Meter in die Top Acht vorgestoßen. Bei den U20-Europameisterschaften in Eskilstuna (Schweden/16. bis 19. Juli) will Lisa Mayer mit der deutschen 4 x 100 Meter-Staffel um den Sieg sprinten und über 200 Meter eine gute Rolle spielen. In Wetzlar rechnet die gebürtige Gießenerin vor allem mit zwei Staffelkolleginnen aus dem Quartett, das bei der U20-WM im Vorjahr Platz drei belegte: Gina Lückenkemper (LAZ Soest) und Lisa Marie Kwayie (Neuköllner Sportfreunde). „Gina wird in der Jugend über 200 Meter kaum zu schlagen sein (Anm.: in Regensburg lief sie in 23,12 Sekunden deutsche Jahresbestzeit). Über 100 Meter erwarte ich ein offenes Rennen. Es gibt in Deutschland eine ganze Reihe starker junger Sprinterinnen.“ Wie zum Beispiel Alexandra Burghardt (MTG Mannheim) , Anna-Lena Freese (FTSV Jahn Brinkum) und Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge), die alle älter sind als Lisa Mayer und schon zur U23 gehören. Trotzdem: „Eine Medaille will ich auf jeden Fall gewinnen“, sagt Lisa Mayer. „Eventuell auch zwei.“


2014 belegte Lisa Mayer mit der deutschen Sprintstaffel Platz drei bei der U20-WM

Die Aussicht auf einen Staffel-Erfolg in Schweden prägte die Atmosphäre im Trainingslager mit dem deutschen C-Kader auf Teneriffa. „Wir sind Konkurrentinnen, aber verstehen uns sehr gut. Das ist wichtig für die Staffel. Wir haben vor allem unsere Wechsel optimiert“, verrät Lisa Mayer. So blieb blieb das DLV-Quartett mit Lisa Mayer als zweiter Läuferin am letzten Wochenende in Regensburg in 43,70 Sekunden unter der Zeit der U20-Europameisterinnen 2013 aus Großbritannien (43,81). Auch die amtierenden U20-Weltmeisterinnen aus den USA waren 2014 nicht viel schneller (43,46).

Professionelle Trainingsbedingungen in Frankfurt und konsequente Physiotherapie bei Dirk Lösel in Wettenberg bringen Lisa Mayer voran. Dazu kommen Selbstdisziplin und ein effizientes Zeitmanagement. Nur so sind der Sport und die Verpflichtungen an der Universität unter einen Hut zu bringen. Übersetzt heißt das: Morgens Training, danach Physio, dann Uni. Die Freiräume sind begrenzt. Lisa Mayers Bekanntenkreis weiß das einzuschätzen, an der Spitze ihr Freund Marc Reuther, der selbst bei der U20-EM über 800 Meter angreifen will, in Wetzlar aber nicht am Start sein wird.

In der Kategorie Sponsoren herrscht derweil noch Fehlanzeige. Das heißt, Lisa Mayer muss ihre Ausrüstung selbst bezahlen. Ein bisschen Eigenwerbung mit flotten Zeiten kann da nicht schaden. Die Bahn in Wetzlar sollte ein gutes Pflaster sein.

Tammo Lotz

 


11.06.2015