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Aussichtsreiche Hessen bei der U23-DM


Ronja Böhrer (Foto: IRIS)

Nur noch knapp ein Tag bis zum ersten Startschuss bei den Deutschen U23-Meisterschaften in Wetzlar. Der Hessische Leichtathletik-Verband (HLV) schickt 84 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins Rennen. Vier aussichtsreiche Kandidaten - die Weitspringerin Maryse Luzolo aus Königstein, die 400-Meter-Läufer Constantin Schmidt (TG Obertshausen) und Aleksi Rösler (SG Schlüchtern) sowie die Sprinterin Lisa Mayer (LG Langgöns/Oberkleen) - haben wir bereits vorgestellt. Doch wer hat in der Domstadt noch Final- bzw. Endkampfchancen? Eine kurze Orientierungshilfe, selbstverständlich ohne Gewähr auf Vollständigkeit:


Ronja Böhrer (SSC Bad Sooden-Allendorf/3.000 Meter Hindernis): Das Ziel lautet Tallinn. In der Hauptstadt Estlands finden vom 9. bis 12. Juli die U23-Europameisterschaften statt. Die vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) geforderte Vorleistung über 3.000 Meter Hindernis steht bei 10:06,00 Minuten. „Ich will die Norm noch einmal angreifen“, sagt die willensstarke Athletin von Trainer Georg Lehrer. Bei ihrem ersten Versuch in Oordegem (Belgien) sprangen 10:12,33 Minuten heraus. Auch eine Medaille peilt die Vorjahresdritte von Wesel an. „Doch das ist erst einmal zweitrangig“, so Böhrer, die von allen gemeldeten Läuferinnen die schnellste Meldezeit aufweist.

Gianluca Puglisi (LG Eintracht Frankfurt/Weitsprung): Folgt nach dem Sieg bei den Deutschen Jugendhallenmeisterschaften der nächste Coup des 19-jährigen Frankfurters? Unter dem Dach machte Puglisi innerhalb weniger Monate bereits erstaunliche Fortschritte, steigerte sich auf 7,40 Meter. Unter freiem Himmel flog er zuletzt in Weinheim 7,39 Meter und in Regensburg 7,23 Meter weit. Puglisis Trainer Jörg Huppers glaubt an ein gutes Abschneiden in Wetzlar: „Gianluca befindet sich auf einem hohen Niveau und ist sehr konstant.“

Stefan Dietl (LG Eintracht Frankfurt/Hammerwurf): Zwei Würfe über 60 Meter hat Stefan Dietl bereits in seiner Saisonstatistik stehen, 60,99 Meter in Niederselters und 60,03 Meter in Elsenfeld. Doch es kann noch weiter rausgehen, meint Dietls Trainerin Regine Isele. Wie das gehen soll, weiß sie auch schon. „Stefan muss cool bleiben. So lautet die Devise.“ Bei nur zehn gemeldeten Teilnehmern stehen die Chancen auf den Endkampf und insgesamt sechs Würfe sehr günstig. Kann Stefan Dietl diese Gelegenheit nutzen?

Nils Kollmar (TSV Hessen Frankenberg/Diskuswurf): Bei seinem Heimwettkampf in Frankenberg steigerte Kollmar seine Bestleistung vor kurzem um knapp zwei Meter auf 52,29 Meter. Damit hat der Sohn von HLV-Trainer Michael Kollmar Endkampfchancen. Für den Sieg kommt unter normalen Umständen fast nur einer in Frage: Henning Prüfer (SC Potsdam). Der zweimalige WM-Zweite, 2013 in der U18 und ein Jahr später in der U20, ist ein Medaillenkandidat für die U20-EM in Schweden, wirft in Wetzlar aber mit dem zwei Kilo schweren Männer-Diskus und nicht mit dem etwas leichteren Jugend-Gerät (1,75 kg). Eine Randnotiz: Wie schon so viele Leichtathleten fährt Nils Kollmar zweigleisig, startet auch im Bobsport. 2014 belegte der Nordhesse bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften im Viererbob Platz sieben.

Julia Gerter (LG Eintracht Frankfurt/200 Meter): Eine schwierige Prognose, aber die Hessin hat aufgrund ihrer Meldezeit (24,18 Sekunden, gelaufen am 18. April in Clermont (USA), sicher gute Endlaufchancen. Auch über 400 Meter Hürden taucht die ehemalige Weitspringerin mit 61,55 Sekunden in der Meldeliste auf.


Gianluca Puglisi (Foto:IRIS)

Hendrik Nungeß (TV Neu-Isenburg/Speerwurf):Wer die Wahl hat, hat die Qual … oder so ähnlich. Nungeß, der in diesem Jahr auch schon einen Zehnkampf mit 7.542 Punkten auf die Bahn gebracht hat, ist im Speerwurf aufgrund seiner Vorleistung von 73,24 Metern ein überaus aussichtsreicher Endkampfkandidat. Und das in einer Disziplin, die aufgrund der Teilnahme von Johannes Vetter (Saarbrücken/85,40 Meter) und Julian Weber (USC Mainz/81,15 Meter) zu den Veranstaltungshöhepunkten werden könnte. Ach so, Nungeß ist auch ein guter Diskuswerfer (48,94 Meter). Hier sind seine Chancen auf eine Platzierung im Vorderfeld aber weitaus schlechter. Der Hesse hat seinen zweijährigen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten übrigens beendet und wird im Herbst in Deutschland weiter studieren.

Mona Althenn (LG Wetzlar/Kugelstoßen): Die Meldeliste im Kugelstoßen wirft für die Hessin 15,37 Meter aus, und damit ist Mona Althenn fast schon automatisch für den Endkampf qualifiziert. Denn gemeldet sind insgesamt nur zehn Teilnehmerinnen, und die beiden hintersten Ränge sind mit Weiten unter 13 Metern gelistet. Der Haken: In der laufenden Saison hat die Wetzlarerin erst 14,38 Meter stehen. Gelingt ihr vor heimischem Publikum der Befreiungsschlag?

Staffeln: 4 x 100 Meter Junioren: Die voraussichtliche Besetzung der LG Eintracht Frankfurt (Junker, Näser, Puglisi, Sturma) erinnert stark an die Staffel, die bei der Jugendhallen-DM in Neubrandenburg Silber holte. Nur Startläufer Jim Patrik Junker kommt wohl neu ins Team.

4 x 400 Meter: Die StG Wehrheim/Anspach kann in derselben Besetzung antreten wie beim Süddeutschen Meistertitel 2014 (Feldhinkel, Rudolph, Flasshoff, Strehl); die Wehrheimer 3:15,56 Minuten bedeuteten Platz vier in der U23-Jahresbestenliste 2014.

4 x 100 Meter Juniorinnen: Der Königsteiner LV hat ein Quartett mit Weitspringerin Maryse Luzolo und Elena Kelety, die sich in Bernhausen im Siebenkampf für die U18-WM in Cali (Kolumbien/15. bis 19. Juli) qualifiziert hat, gemeldet. Das Finale ist möglich.

Tammo Lotz / Uwe Martin

 


12.06.2015