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Schäfer, Rath und Schrader sichern ihre WM-Tickets ab – Behrenbruch scheitert deutlich


Michael Schrader (Fotos: IRIS)

Keine Überraschungen in Ratingen. Bei dem abschließenden Qualifikationswettkampf der deutschen Mehrkämpfer vor den Weltmeisterschaften in Peking (22. bis 30. August) haben der Zehnkämpfer Michael Schrader (SC Hessen Dreieich/8.419 Punkte) sowie Carolin Schäfer (TV Friedrichstein) und Claudia Rath (LG Eintracht Frankfurt/6.290) im Siebenkampf ihre Teilnahme am Saisonhöhepunkt in China abgesichert. Alle drei hatten sich bereits mit starken Auftritten in Götzis (Österreich) eine hervorragende Ausgangsposition verschafft. Pascal Behrenbruch (LG Eintracht Frankfurt/7.826) konnte dagegen wie erwartet nicht mehr in den Kampf um die WM-Plätze eingreifen.


Nach seinem Sieg in Saisonbestleistung vor dem Südafrikaner Willem Coertzen (8.341) sieht sich Schrader noch nicht am Limit; in China will er um die Podiumsplätze kämpfen. Vorausgesetzt, er steigert sich in einigen Einzeldisziplinen. So zum Beispiel über 110 Meter Hürden; in 14,08 Sekunden verfehlte er seine persönliche Bestleistung (14,02) trotz einiger Wackler („Ich habe ganz schön abgeräumt“) nur knapp. Um seinen Wurfarm zu schonen, beschränkte sich Schrader im Speerwerfen auf die 56,57 Meter aus dem ersten Versuch; die Bestleistung des WM-Zweiten von 2013 liegt bei 65,67 Metern. Auch im Weitsprung machte es Schrader nach zwei ungültigen Versuchen zu Beginn spannend, überzeugte aber mit 7,81 Metern im dritten Durchgang. Danach bilanzierte Schrader, der vor Götzis eine fast zweijährige Wettkampfpause hatte einlegen müssen, im Fachportal leichtathletik.de: „Ich kann stolz sagen: Ich bin topfit und mir tut nichts weh.“ Vor den Weltmeisterschaften ist ein zweiwöchiges Trainingslager geplant, eventuell auch der Start im Weitsprung bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg (24. bis 26. Juli). Ebenfalls in Peking werden dabei sein: Götzis-Sieger Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied/8.462) und Rico Freimuth (SV Halle/8.380), die beide in Ratingen nicht das volle Programm absolvierten.

Für Pascal Behrenbruch waren die Vorgaben seiner nationalen Konkurrenten aus Götzis zu hoch. Dem Europameister von 2012 fehlten in Ratingen die Form und durch eine Bronchitis in der Vorbereitung auch die Gesundheit. Nach Platz drei bleiben dem 30-Jährigen der Blick voraus auf die Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro („Ich will fit werden und wieder angreifen“) und die Erkenntnis, dass er im Kugelstoßen (15,52 Meter) und mit dem Speer (Tagesbestweite von 66,74 Metern) weiterhin konkurrenzfähig ist, in anderen Teildisziplinen wie dem Weitsprung (6,76), den Sprints (11,27/100 Meter; 51,45/400 Meter; 14,35/110 Meter Hürden) und über 1.500 Meter (5:03,77 Minuten) aber noch deutlich zulegen muss. In Ordnung waren die 1,98 Meter im Hoch- und die 4,80 Meter im Stabhochsprung. Seinen Trainingsmittelpunkt wird Behrenbruch nach einem achtmonatigen USA-Intermezzo in Phoenix (Arizona) wieder nach Deutschland verlegen.


Carolin Schäfer und Claudia Rath mit ihrem Trainer Jürgen Sammert in Götzis

Von den hessischen Siebenkämpferinnen absolvierte nur Claudia Rath einen kompletten Wettkampf und belegte hinter Anouk Vetter (Niederlande/6.387) und Jennifer Oeser (Bayer Leverkusen/6.306), die als dritte Deutsche in dieser Saison die WM-Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV/6.150) übertraf, den dritten Platz. Die meisten Punkte sammelte die WM-Vierte von 2013 über 100 Meter Hürden (13,68 Sekunden), im Weitsprung (6,57 Meter) und über 800 Meter (2:08,91 Minuten).

Carolin Schäfer, die nach ihrer Bestleistung von Götzis (6.547) weiterhin die nationale Jahresbestenliste anführt, verzichtete in Ratingen auf die 200 Meter und 800 Meter. Nach einer Erkältung, die sie sich nach Götzis eingefangen hatte, fühlte sich die EM-Vierte des Vorjahres noch nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte. Die besten Leistungen der 23-Jährigen waren gleich zu Beginn die 13,44 Sekunden über 100 Meter Hürden und die Einstellung ihrer persönlichen Bestleistung im Hochsprung (1,84 Meter).

Zu den Ergebnissen

Tammo Lotz

 


29.06.2015