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Hitze-Meisterschaften: Abele vor EM gut in Form, Mehrkämpfer mit vielen Einzeltiteln


Mehrkämpferin Lea Menzel: zwei Titel und ein dritter Platz (Fotos: Benjamin Heller)

Die hessischen Jugendmeisterschaften der Jahrgänge U20 und U16 waren vor allem eines: heiß. Allen Beteiligten - Sportlern, Trainern, Betreuern und Kampfrichtern - verlangten die brütenden Sonnenstrahlen und Temperaturen um 37 Grad so einiges ab. Selten waren schatten- und flüssigkeitsspendende Maßnahmen so gefragt wie an diesem Wochenende.


Die Anforderungen waren also hoch an den TV Gelnhausen und den Kreis Gelnhausen-Schlüchtern. Und gemessen an den extremen Umständen hat der Veranstalter, wie man so schön sagt, einen guten Job gemacht und in allen Situationen lobenswerten Einsatz gezeigt. Stimmen, die behaupten, dass es immer etwas zu verbessern gibt, werden sich immer Gehör verschaffen. Bei einem gesamtgesellschaftlichen Optimierungsstreben, das manchmal motivierend sein mag, manchmal aber auch einfach nur übertrieben ist, sollte das kein Wunder sein.

Der sportliche Wert einiger Leistungen rückte so manches Mal in den Hintergrund. Wobei das nicht nur der Hitze geschuldet war. Die Prominenz im hessischen Leichtathletik-Nachwuchs nahm in Gelnhausen nur vereinzelt an den Wettkämpfen teil, da nationale Verpflichtungen anstehen. Mona Gottschämmer (TV Neu-Isenburg/Hochsprung) und Elena Kelety (Königsteiner LV/Siebenkampf) befinden sich in der unmittelbaren Vorbereitung auf die U18-WM in Cali (Kolumbien/15. bis 19. Juli). Auch Lisa Mayer (LG Langgöns/Oberkleen/Sprint), Constantin Schmidt (TG Obertshausen), Aleksi und Jaakkima Rösler (beide SG Schlüchtern/alle 400 Meter) sowie Marc Reuther (Wiesbadener LV/800 Meter), die allesamt für die U20-EM in Eskilstuna (Schweden/16. bis 19. Juli) nominiert worden sind, fehlten in Gelnhausen. Anders als Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach/1.500 Meter), Kidane Tewolde (Hanau-Rodenbach/10.000) sowie Daniel Sturma (LG Eintracht Frankfurt/Zehnkampf), die die Landesmeisterschaften als letzten Formtest vor der Reise nach Schweden nutzten. Sarah Kistner (MTV Kronberg/5.000), eine weitere U20-EM-Fahrerin, war zeitgleich bei den Berglauf-Europameisterschaften in Portugal äußerst erfolgreich. Die parallel stattfindenden süddeutschen Meisterschaften für die Aktiven und die U18 in Kaiserslautern bildeten eine zusätzliche Wettkampfoption.


Doppelsieger Dennis Hutterer (Hochsprung und Diskuswurf)

Lukas Abele tankte elf Tage vor Beginn der U20-EM in Schweden noch einmal Selbstvertrauen. Über 800 Meter siegte der Athlet von Trainer Sascha Arndt ganz souverän und verbesserte dabei seine persönliche Bestleistung um über eine Sekunde auf 1:52,62 Minuten. Marc Tortell (TV Rendel) hatte als Zweiter in 1:55,51 Minuten klar das Nachsehen, am ersten Tag aber Abeles Abwesenheit über 1.500 Meter bereits zu einem ähnlich klaren Sieg in 4:01,96 Minuten vor dem Hindernisspezialisten Yannik Gerland (SSC Bad Sooden-Allendorf/4:03,66) genutzt.

Die 3.000 Meter waren für Kidane Tewolde nicht mehr als eine „Tempospritze“ vor dem Start über die 25 Stadionrunden in Eskilstuna. Im Ziel hatte Tewolde nach 8:53,34 Minuten fast zehn Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Davor Aaron Bienenfeld (LG Offenbach/9:02,79), den deutschen U20-Berglaufmeister.

Daniel Sturma testete gleich in drei Einzeldisziplinen. Den Speer warf der Frankfurter auf 50,95 Meter und wurde Dritter. Der Diskus landete bei 38,74 Metern (Platz vier), im Stabhochsprung blieb Sturma, der das Potenzial für eine vordere Zehnkampf-Platzierung in Eskilstuna besitzt, ohne gültigen Versuch.

Ein weiterer talentierter Mehrkämpfer, Dennis Hutterer vom ASC Darmstadt, holte sich zwei Titel ab – den im Hochsprung mit übersprungenen 2,03 Metern und den im Diskuswurf (53,08). Ebenso zweimal auf dem oberen Podestplatz landete Jan Näser (LG Eintracht Frankfurt) über 100 Meter (10,96 Sekunden) und 200 Meter (22,68). Sein Vereinskollege, der Weitspringer und deutsche Jugendhallenmeister Gianluca Puglisi, hatte nur zwei gültige Sprünge und blieb mit 7,06 Metern deutlich unter seinem vor kurzem aufgestellten Hausrekord (7,41).

Nach ihrer bemerkenswerten Steigerung auf 60,39 Sekunden bei der Junioren-Gala in Mannheim ließ es 400-Meter-Hürdenläuferin Annika Lena Lietz (MTV Kronberg) etwas lockerer angehen. Ihre Siegeszeit: 63,78 Sekunden.


Speerwurf-Siegerin Vanessa Grimm

Gehobenes nationales Niveau stellten auch die Hammerwurfleistungen von Sophie Gounoué (LG Eintracht Frankfurt/53,36) und Konstantin Steinfurth (LG Eppstein-Kelkheim/58,76) dar.

Mehrkämpferin Lea Menzel (TV Neu-Isenburg) kam über 100 Meter Hürden in 14,40 Sekunden bis auf zwei Hundertstel an ihre Saisonbestleistung heran und lieferte sich ein spannendes Duell mit Jessica Suschlik (TV Reisen/14,42). Ihren zweiten Titel sicherte sich die Athletin von Mehrkampf-Landestrainer Philipp Schlesinger im Kugelstoßen (13,11 Meter).

Nur 37 Zentimeter trennten Platz eins und Platz vier im Speerwurf der weiblichen U20. Und auch hier hatte eine Mehrkämpferin die Nase vorn. Vanessa Grimm von der LG Reinhardswald siegte mit 39,90 Metern vor Leandra Meyer (ASC Darmstadt/39,73), Lea Menzel (39,70) und der HLV-Jugendsprecherin Sara Lisa Zorn (SSC Hanau-Rodenbach/39,53).

In den Hammerwurf-Wettbewerben in der U18 siegten Sebastian Arnold (TuS Weilmünster) und Katharina Zeisler (LG Seligenstadt) ungefährdet mit 56er-Weiten. Arnolds bester Versuch wurde mit 56,18 Metern gemessen. Katharina Zeisles schleuderte das 3 Kilo schwere Wurfgerät, nachdem sie ihr sportliches Umfeld in den letzten Wochen umgekrempelt hatte, auf 56,05 Meter.


Felix Bornhofen (M15): 11,08 Sekunden über 80 Meter Hürden

U16: Felix Bornhofen gewinnt zwei Titel und springt 1,91 Meter hoch

In der Altersklasse U16 fielen auf: Elias Steiner (TSV Jahn Gensungen), der in der M15 über 100 Meter in 11,41 Sekunden deutlich siegte (im Vorlauf bei günstigem 1,4 Meter pro Sekunde Schiebewind sogar 11,37) und auch über 300 Meter in 37,14 Sekunden vorne lag, dort allerdings nur ganz knapp vor Janis-Elias Pohl (LG Eintracht Frankfurt/37,19); Felix Bornhofen (ASC Darmstadt/M15), der den 80 Meter langen Hürdenwald in 11,08 Sekunden am schnellsten durchlief, 3,30 Meter im Stabhochsprung überquerte (Platz drei) und am ersten Tag mit 1,91 Meter im Hochsprung seine wertvollste Leistung ablieferte; die spannenden Entscheidungen über 100 Meter in der W15 mit zwei Siegerinnen, Lara Tornow (LG Odenwald) und Jennifer Zuban (TSV Remsfeld/beide 12,35 Sekunden) sowie im Weitsprung der W14, wo die Springerinnen auf den ersten vier Plätzen jeweils nur durch einen Zentimeter getrennt waren (es siegte Lara Kohlenbach vom Königsteiner LV mit 5,03 Metern); die übersprungenen 3,00 Meter im Stabhochsprung der W14 von Sarah Vogel (LG Seligenstadt); Sasha Müller (SSC Hanau-Rodenbach/M14) mit seinem beherzten Lauf über 800 Meter (2:07,94 Minuten); der spannende Weitsprung-Dreikampf in der M14 zwischen Gianluca Guccione (LG Eintracht Frankfurt/5,68 Meter), Daniel Wondra (LG Biebesheim/Eschollbrücken/Crumstadt/5,62) und Vincent Pruy (LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain/5,60), den der Frankfurter erst mit seiner Tagesbestweite im letzten Durchgang für sich entschied sowie die 14,08 Meter vom M14-Kugelstoßsieger Janis Hammel vom ausrichtenden Verein TV Gelnhausen.

Die ausgelagerten Hammerwurf-Wettbewerbe der Männer und Frauen gewannen Stefan Dietl (LG Eintracht Frankfurt) und Alina Genz (TSV Eintracht Stadtallendorf). Der Frankfurter erzielte eine Weite von 57,48 Metern, die Stadtallendorferin von 47,26 Metern.

Zu den Ergebnissen

Tammo Lotz

 


06.07.2015