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Behrenbruch zurück in der Trainingsgruppe Sammert


Pascal Behrenbruch (Foto: IRIS)

11,66 Sekunden, 6,32 Meter, 13,96 Meter, 1,86 Meter, 53,02 Sekunden; 15,22 Sekunden, 41,67 Meter, 4,25 Meter, 63,70 Meter, 5:13,20 Minuten = 6.952 Punkte. Man könnte aus diesem Zahlenspiel ein Rätsel konstruieren und die Frage stellen, wer wann wo diese Leistung erbracht hat. Doch lassen wir das. Sie stammt vom ehemaligen Zehnkampf-Europameister Pascal Behrenbruch, der vor drei Jahren 8.558 Punkte erreicht und nun am 19./20. September in Talence (Frankreich) die 7.000-Punkte-Marke gerissen hat. Ende Juni war der Offenbacher in Ratingen mit 7.826 Punkten an der WM-Norm gescheitert, im Vorjahr blieb Behrenbruch bei 8.055 Punkten hängen. Es ist kein neuer Befund, dass sich die Karriere des Zehnkämpfers von der LG Eintracht Frankfurt im Sinkflug befindet. Doch Talence bot ein nochmals anderes, beinahe erschütterndes Niveau. Behrenbruch spricht von „Fitnesstraining“ im Sommer und im Fachportal leichtathletik.de auch davon, dass er mit dieser Punktzahl nicht mal Hessenmeister geworden wäre. Was so nicht stimmt, denn diesen Titel gewann am 19. Juli in Kassel der Darmstädter Constantin Wiedenroth (5.739 Punkte). Auf die Beine helfen soll dem strauchelnden Routinier Behrenbruch, der im Januar 31 Jahre alt wird, nun sein ehemaliger Erfolgscoach.

Von Jürgen Sammert wurde der Hesse bereits in den Jahren 2005 bis 2011 betreut, dann folgten Erki Nool, Andrei Nazarov und Dan Pfaff. Sammert trainiert auch die Weltklasse-Siebenkämpferinnen Claudia Rath (LG Eintracht Frankfurt) und Carolin Schäfer (TV Friedrichstein) sowie Weitspringerin Maryse Luzolo (Königsteiner LV). Es bestünde nun die Möglichkeit, darüber zu philosophieren, was bei Behrenbruch in den Jahren 2014 und 2015 danebengegangenen ist, zielführend erscheint jedoch nur die Frage, wie Sammert den Zehnkämpfer wieder auf Kurs bringen kann. Darüber hätte hlv.de gerne mit ihm gesprochen, doch der 59-Jährige möchte „mit ihnen“ nicht plaudern. Hintergrund dieser Abfuhr ist ein Gespräch mit seinem ehemaligen Athleten Jan Felix Knobel, das im Mai 2014 anlässlich von dessen Rückzug aus der Trainingsgruppe Sammert geführt wurde. Knobel, der seitdem vom hessischen Mehrkampf-Landestrainer Philipp Schlesinger trainiert wird, hatte Sammert seinerzeit mit recht markigen Formulierungen bedacht. Wohlgemerkt in einem Frage-Antwort-Interview, das Knobel vor der Veröffentlichung zum Korrekturlesen gemailt worden war und die entsprechende Freigabe hatte. Wie es das Presserecht vorschreibt, und wie es der sportlich faire Umgang mit dem gesprochenen und geschriebenen Wort gebietet. Dies sei zur Klarstellung erwähnt.

Pascal Behrenbruch und Jürgen Sammert alles Gute bei ihrem Neustart!

Uwe Martin

 


30.09.2015