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Frankfurter Marathon-Renndirektor kritisiert DLV


Frank Thalheiser (Hamburg), Gernot Weigl (München), Mark Milde (Berlin), Markus Frisch (Köln), Jürgen Lock (Berlin) und Jo Schindler (Frankfurt)

Die fünf größten deutschen Marathonveranstalter, darunter der Frankfurter Renndirektor Jo Schindler, fordern den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in einer Pressemitteilung zum Umdenken auf und explizit eine Startmöglichkeit von Philipp Pflieger (Regensburg) bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Hintergrund ist die Zeit von 2:12:50 Stunden, die 28-Jährige am vergangenen Sonntag in Berlin erreicht hatte. Die DLV-Norm für Rio liegt bei 2:12:15 Stunden, die Norm des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) sowie des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) bei 2:17 Stunden. „Die mögliche Entwicklung deutscher Läufer zu Athleten von internationaler Klasse wird seit Jahren blockiert. Durch Qualifikationskriterien, die so hoch angesetzt werden, dass sie beinahe keiner erreicht“, schreiben die Veranstalter. So werde aufstrebenden Athleten wie Pflieger die Olympiachance genommen.

Der DLV begründet seine Qualifikationszeit damit, nur Marathonläufer nach Rio schicken zu wollen, welche die Chance auf eine Platzierung unter den ersten Acht haben. „Diese harte Gangart ist völlig unverständlich“, heißt es in der Pressemitteilung. Damit haben sich die fünf Renndirektoren in eine Debatte eingebracht, die seit einigen Tagen in renommierten Tageszeitungen und im Web geführt wird. Pflieger ist dabei der aktuelle Anlass, die Olympianorm in Berlin knapp verpasst hat aber auch die gebürtige Nordhessin Anna Hahner (run2sky.com). Die 25-Jährige lief 2:30:19 Stunden, der DLV hat einen Rio-Richtwert von 2:28:30 Stunden angesetzt. Frankfurt spielt in dem seit Jahren schwelenden und nun öffentlich ausgetragenen Zwist zwischen den Veranstaltern und dem DLV aus zwei Gründen eine besondere Rolle. Zum einen finden in der Mainmetropole am 25. Oktober im Rahmen des Frankfurt-Marathons die nationalen Meisterschaften statt, zum anderen starten bei diesem Rennen zwei weitere deutsche Olympia-Hoffnungen: Arne Gabius (Hamburg) sowie Lisa Hahner.

Uwe Martin

 


01.10.2015