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Felix Bornhofen - der Titelsammler


Felix Bornhofen (Foto: Benjamin Heller)

Der junge Mann im Trikot des ASC Darmstadt dürfte in diesem Jahr von allen hessischen Athleten die meisten Landesmeistertitel gewonnen haben. Zehn sind es gewesen in der Halle und im Stadion, inklusive Mannschaft und Staffel. Doch auch in den Ebenen darüber war Felix Bornhofen erfolgreich: Der 15-Jährige wurde zweimal süddeutscher U16-Meister, das persönliche Highlight war jedoch der M15-Titel im Block Sprint bei den deutschen Blockmeisterschaften in Lübeck. 3.124 Punkte standen letztlich in der Liste, und dass er mit dieser Leistung den zwei Jahre alten Hessenrekord von Christopher Nagorr (LAZ Gießen/3.274) nicht erreichte, ist nur eine Randnotiz. Eher von Bedeutung war, dass Bornhofen in Lübeck mit 1,88 Meter bester Hochspringer gewesen ist, mit dieser Höhe hätte er nämlich auch bei den Einzelmeisterschaften auf dem Podest ganz oben gestanden. Letztlich ging der Titel mit 1,86 Meter weg, der Südhesse wurde Vierter (1,83 Meter).

„In diesem Wettkampf stand er etwas neben sich“, sagt sein Trainer Stephen Wirth. Im Gegensatz zum Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin, dort setzte Bornhofen zum Saisonabschluss im Weitsprung mit 6,46 Metern nochmals eine persönliche Bestleistung in den Sand. Doch was kommt nach diesen herausragenden zurückliegenden Monaten?“ Wirth spricht von einem „Übergangsjahr“.

Der 56-Jährige A-Trainer ist ein erfolgreicher Hochspringer gewesen, mit 2,14 Meter aus dem Jahr 1978 nimmt er in der ewigen hessischen U20-Bestenliste den fünften Platz ein. „Wir wollen es einfach ruhig angehen“, sagt er. Und dem Mehrkampf treu bleiben, denn genau deshalb war Bornhofen vor einem knappen Jahr vom TV Alsbach nach Darmstadt gewechselt. Eine Spezialisierung - etwa im Hochsprung oder im Hürdenlaufen - steht zumindest vorläufig nicht auf dem Plan. Bornhofen hat sich bereits an den höheren Hürden probiert, den Stabhochsprung „gut gelernt“ (Wirth) und dabei turnerisches Vermögen sowie seine gute Auffassungsgabe gezeigt, in den Würfen wird er sich auf schwerere Geräte einstellen müssen. „Natürlich haben wir das Zehnkampf-Debüt im Sinn“, sagt Wirth. Prognosen gibt er vernünftigerweise nicht ab. Im Vordergrund steht zunächst die Stabilisierung der Technikabläufe.


Eine Paradedisziplin ist der Hochsprung (Foto: Benjamin Heller)

„Felix hat Spaß am Mehrkampf“, sagt Wirth. „Und damit legen wie eine breite Basis.“ Ein Trainingsschwerpunkt in den nächsten Monaten wird die Verbesserung der Grundschnelligkeit sein, was sich natürlich positiv auf die Hürdenzeit auswirken wird. Nicht ausgeschlossen, dass daraus irgendwann einmal eine Karriere im Einzelwettbewerb werden könnte - doch grundsätzlich ist Bornhofen noch zu jung für jedwede Art von Prognose. „Ruhig, kopfgesteuert, uneitel, ausgeprägter Wille“ (Wirth), mit diesen positiven Attributen geht der deutsche M15-Blockmeister auch ins nächste Wettkampfjahr 2016. Weiterhin gefördert und unterstützt von seinen Eltern, beides ehemalige Leichtathleten. Wie Wirth, der als Coach vor zehn Jahren beim ASC Darmstadt eingestiegen ist und derzeit eine Nachwuchstrainingsgruppe mit acht bis zwölf betreut. Nur noch Statistik-Insidern dürfte bekannt sein, dass er schon vor mehr als 20 Jahren zwei hessische Zehnkämpfer trainiert hat: die Brüder Roland (7.439 Punkte/1993) und Alexander Clauss (7.307 Punkte/1995).

Uwe Martin

 


07.10.2015