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Die Duale Karriere in der freien Wirtschaft und bei der Bundeswehr


Zehnkämpfer Pascal Behrenbruch (Foto: IRIS)

Der dritte und letzte Teil zum Themenschwerpunkt Duale Karriere beschäftigt sich mit den Optionen in der freien Wirtschaft und bei der Bundeswehr. Nach der Hessischen Polizei (hlv.de am 23. September) und den Partnerhochschulen des Spitzensports (1. Oktober) wären damit die berufsbildenden Möglichkeiten (Praktikum, Ausbildung, Studium) erschöpfend behandelt. Wobei beide Möglichkeiten andere Rollen spielen als die Polizei und das Hochschulstudium. Zum einen, weil der Olympiastützpunkt (OSP) Frankfurt am Main bei der Zuteilung der Bundeswehr-Sportfördergruppenplätze keinen Einfluss hat - das Bundesstreitkräfteamt verhandelt die Vergabe mit den Fachverbänden sowie dem Deutschen Olympischen Sportbund. Zum anderen, weil die BW-Sportfördergruppen im Kontext der Dualen Karriere nur in Verbindung mit einem Fern- oder Onlinestudium bzw. einem sportgerechten Präsenzstudium Sinn machen.


Elina und Diana Sujew (Foto: IRIS)

Hiervon machen etwa die WM-Fünfte im Siebenkampf, Claudia Rath von der LG Eintracht Frankfurt (Soziale Arbeit an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden), sowie die WM-Dritte über 3.000 Meter Hindernis, Gesa Krause (Fernhochschule Riedlingen) Gebrauch. In der Sportfördergruppe Mainz-Hechtsheim sind zudem der Weltklasse-Mittelstreckenläufer Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt) und sein Klubkollege Nico Sonnenberg, zuletzt Neunter der Militär-WM in Südkorea über 5.000 Meter in 14:24,50 Minuten, stationiert. Sonnenberg scheidet zum 30. November aus, am 1. Oktober hinzugekommen sind die Zwillingschwestern Elina und Diana Sujew (beide LG Eintracht Frankfurt). Insgesamt sind in Mainz 60 Spitzensportler stationiert, und für alle gibt es eine überwiegende Dienstfreistellung zugunsten von Training, Trainingslagern und Wettkämpfen. Anwesenheitspflicht gilt lediglich für einen Tag im Monat, hinzu kommen allerdings Laufbahnlehrgänge. Doch nun zur freien Wirtschaft.

Begonnen hat alles im Jahr 1989 mit dem Flughafenbetreiber Fraport AG. Man habe sich vor 26 Jahren die Hand gereicht und für den sportlichen Nachwuchs eine Kooperation vereinbart, die Beruf und Spitzensport ermöglichen sollen, erzählt OSP-Laufbahnberater Arnulf Rücker. Es war eine andere Zeit, eine Zeit, in der noch über die Sportkarriere und die Zeit danach gesprochen wurde. Mit den Unternehmen der freien Wirtschaft bestehen zumeist mündliche Kooperationen. Beispielsweise mit der bereits erwähnten Fraport AG, aber auch mit der Lufthansa, der Adam Opel AG, der Commerzbank, der Hessischen Landesbank, der Frankfurter Sparkasse und der KfW-Bankengruppe, dem Reiseanbieter Thomas Cook, zwei Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen (KPMG, PWC) sowie dem Autozulieferer Continental. Zudem hat die Daimler AG in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche Sporthilfe ihr Programm von 1989 neu aufgelegt. Ein weiterer Sporthilfe-Partner ist der Personaldienstleister Adecco. Doch nicht nur in Frankfurt, auch in Hanau sind Unternehmen den Nachwuchs-Spitzensportlern zugeneigt. Etwa mit Evonik (Spezialchemie) und Heraeus (Technologie). Im Süden von Hessen, in Darmstadt, unterstützt Evonik ebenfalls.


Claudia Rath (Foto: IRIS)

In Frankfurt hat der gebürtige Offenbacher Pascal Behrenbruch zweimal die Kooperationen mit örtlichen Unternehmen genutzt. Zunächst bei der Daimler AG mit einer Ausbildung zum Informatik-Kaufmann, anschließend bei der Fraport AG im Fuhrpark. Der ehemalige Zehnkampf-Europameister von der LG Eintracht Frankfurt profitierte von dem persönlichen Netzwerk des Eintracht-Ehrenmitglieds Ilse Bechthold. Im Regelfall ist natürlich der Laufbahnberater Rücker (069 - 6789 853) für die Vermittlung zuständig, seien es Schulpflicht-, Jahres-, Betriebspraktika oder Studienpflichtpraktika, Ausbildung oder Studium.

Zuletzt Genanntes ist beispielsweise im Industriepark Höchst im Umfeld von Frankfurt möglich, wo sich auf einer Fläche von vier Quadratkilometern zirka 90 Unternehmen niedergelassen haben. Darunter die Sportförderer Clariant (Spezialchemie), der Industriedienstleister Infraserv sowie die Providas GmbH als Zentrum für (Aus)bildung und Beratung. An der dortigen Hochschule sind auch Studiengänge im Portfolio.

Wenn man den Begriff freie Wirtschaft weiter fasst, gehört auch die Industrie- und Handelskammer der Stadt Frankfurt am Main zu den Förderern - mit der Anbahnung von neuen Kooperationen.

Doch manche Kandidaten benötigen zunächst eine ganz andere Unterstützung - beim Bewerbungsschreiben. Klingt banal, ist es aber nicht. Wie allgemein bekannt, ist eine wohl formulierte Bewerbung die Eintrittskarte für jeden Kandidaten. Hierbei leistet Rücker auf Nachfrage gerne Hilfestellung bei der Formulierung der entsprechenden Zeilen.

Uwe Martin

 


15.10.2015