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Daniel Berye und Uphoff hessische Marathonmeister – Restle-Apel tritt nicht an


Der Hessenmeister (grünes Trikot) mitten im Pulk: Ybekal Daniel Berye (Foto: Dirk Wagner)

Ybekal Daniel Berye vom PSV Grün-Weiß Kassel und Tinka Uphoff von Spiridon Frankfurt heißen die hessischen Meister im Marathonlauf 2015. Daniel Berye wurde dabei seiner Favoritenrolle gerecht und passierte den Zielbogen nach 2:19:43 Stunden, knapp drei Minuten über seiner Bestzeit von Berlin (2:16:45). In Frankfurt belegte er Platz fünf in der Wertung der deutschen Meisterschaften, hinter dem nationalen Rekord laufenden Arne Gabius (LT Haspa Marathon Hamburg/2:08:33), Marcel Bräutigam (GutsMuths-Rennsteiglaufverein/2:17:05), Andreas Straßner (TSG Roth/2:18:49) und Sebastian Reinwand (Roth/2:19:20). Im Gesamtfeld stand Platz 38 zu Buche. Das Podest in der Hessen-Wertung komplettierten Oliver Hoffmann (1. M30/TSV Kirchhain Triathlon/2:25:01) und Thomas Schönemann (1. M35/Kassel/2:30:44). Tinka Uphoff verbesserte sich im Vergleich zu ihrem Ergebnis aus Hamburg (2:43:50) deutlich und lief nach 2:42:06 Stunden als Gesamt-23. ins Ziel. Hinter Lisa Hahner (run2sky.com/2:28:39), Mona Stockhecke (Hamburg/2:33:54) und der Titelverteidigerin Steffi Volke (LG Regensburg/2:41:47) ordnete sich Uphoff als viertbeste deutsche Läuferin ein. Platz zwei und drei in Hessen gingen an Laura Chacon Biebach (TV Dieburg/2:45:40) und Anna Reuter (Kassel/2:57:20). Die Favoritin Simret Restle-Apel (Kassel), um die es im Vorfeld einigen Wirbel gegeben hatte, trat nicht an.

Bei guten Bedingungen, 11 Grad, bewölkt, nur leichter Wind aus Südwest, wurden die 14.565 MarathonläuferInnen um 10 Uhr von Stadtrat Markus Frank auf die Strecke geschickt. Ybekal Daniel Berye lief mutig an, wohlwissend, dass er seine Berliner Zeit kaum würde steigern können. „Zwei Marathons in einem Monat – das geht eigentlich nicht.“ Doch Frankfurt stand schon lange fest im Plan, der Start in der Hauptstadt war mutig, aber auch eine Vorsichtsmaßnahme, um nach einer guten Vorbreitung am Ende nicht mit leeren Händen dazustehen; vor Berlin hatten sich Schmerzen im rechten Fuß eingestellt, die den Athleten des früheren deutschen Marathon-Bundestrainers Winfried Aufenanger zum Improvisieren gezwungen hatten. Forsch war Daniel Berye auch auf Frankfurts Straßen bis zur Rennmitte unterwegs (1:07:19), „danach fehlte einfach die Kraft.“ Sein Ergebnis überraschte den Äthiopier trotzdem etwas, er hatte eine Zeit um 2:21 Stunden einkalkuliert. „Insgesamt war das Rennen für mich wie ein Trainingslauf.“


Platz zwei mit Halbmarathon-Bestzeit als Durchgangszeit: Oliver Hoffmann (Foto: Helmut Schaake)

Oliver Hoffmann hatte dagegen mehr erwartet – deutlich mehr. „Ich wollte unter 2:20 Stunden bleiben.“ Warum er diese Marke doch recht deutlich verfehlte? Eine müßige Frage direkt nach dem Rennen, befand der 31-Jährige. „Das muss ich in den nächsten Wochen analysieren.“ Fest steht, dass er für die erste Hälfte 1:08:26 benötigte. Jenseits von Kilometer 30 aber wurde es „zäh“. Im Ziel konnte er sich kaum noch auf den Beinen halten. Erst wich die Erschöpfung, dann setzte die Enttäuschung ein. Die einzig erfreuliche Erkenntnis: Da Hoffmann durchlief, gilt seine Halbmarathonzeit als neuer persönlicher Rekord. Die alte Richtmarke stammte aus einem Juni-Rennen in Hamburg (1:09:31).

Was außerdem auffiel: Der PSV Grün-Weiß Kassel, mit 34 Meldungen der zahlenmäßig stärkste Verein bei den deutschen Meisterschaften, schaffte es mit vier Läufern in die Top Acht. Neben Danel Berye und Schönemann waren dies der frühere Mittelstreckler Johannes Wennmacher (2:35:39) auf Rang sechs sowie Christoph Günther (2:39:18) als Achter.


Titel mit Bestzeit: Tinka Uphoff (Foto: Schaake)

Tinka Uphoff hatte wie immer viel zu erzählen. „Am Anfang lief es super. Ich bin schnell losgelaufen – natürlich viel zu schnell.“ An der Halbmarathonmarke wurden 1:18:47 Stunden notiert. Bei ihrem Hessenmeistertitel vor drei Wochen war sie nur unwesentlich schneller gewesen (1:18:28). Nach Kilometer 25 erfolgte die erste Korrektur. „Ich habe etwas Tempo rausgenommen.“ Doch die Regensburgerin Steffi Volke gab der gebürtigen Wiesbadenerin „den letzten Push“. Das war bei Kilometer 30. „Wir haben uns bei der Führungsarbeit abgewechselt, das hat gut geklappt.“ Letztendlich erwies sich die Vorjahresmeisterin aus Bayern als etwas stärker. „Aber es hat zur Bestzeit gereicht. Das war wichtig“, so Uphoff, die leicht gehandikapt, ihre rechte Hand war nach einem Bienenstich zwei Tage vor Rennstart noch geschwollen, ins Rennen gegangen war.

Laura Chacon Biebach vom TV Dieburg bestritt ihren ersten ernsthaften Marathon – und wäre trotzdem gern etwas schneller gewesen. „Wie schnell, verrate ich nicht“, sagte die 27-Jährige Sportlehrerin mit den venezuelischen Wurzeln, die auch den Namen ihrer Trainerin nicht preisgeben wollte. In 1:21:47 Stunden ging sie bei Halbmarathon durch; obwohl sie bereits nach 15 Kilometern über Seitenstiche geklagt hatte. Doch diese Probleme steckte sie weg und verlor auf der zweiten Hälfte nur etwas mehr als zwei Minuten. „Das war schon ganz gut“, fasste die Deutschland-Siegerin des „Wings for Life World Run“ zusammen.


Erfolgreiche hessische Teilnehmer des Mini-Marathons: (v. l.) Johanna Schneider, Lisa Oed, Julius Hild, Trainer Harry Arndt (Hanau-Rodenbach), Jonas Rapp, Sasha Müller und Nessrien Amerschläger (Foto: Michael Schneider)

Insgesamt blieben vier Frauen unter 3:00 Stunden. Drei der ersten acht Läuferinnen trugen das Trikot des Polizeisportvereins aus Nordhessen: die drittplatzierte Reuter sowie die W45-Siegerin Dina Gerstenacker (Sechste/3:02:29) und die W45-Zweite Jutta Siefert auf Rang acht (3:08:44).

Der Mini-Marathon über 4,2 Kilometer entpuppte sich als Talenteschau für den hessischen Laufnachwuchs. In den Jugend-Altersklassen (bis U14) siegten Joshua Becker (LG Eintracht Frankfurt) und Lisa Oed (SSC Hanau-Rodenbach) in der U18, Sasha Müller (Hanau-Rodenbach) in der U16 sowie Max Grabosch (Hanau-Rodenbach) in der U14. Zweite Plätze gingen an Gina-Marielle Schürg (LG Friedberg-Fauerbach/U18), Niklas Krämer (Wiesbadener LV), Johanna Schneider (TV Waldstraße Wiesbaden/beide U16) und Elena Taubel (Hanau-Rodenbach/U14). Nicht zu vergessen auch die dritten Plätze von Julius Hild (Hanau-Rodenbach), Franziska Bock (Waldstraße/beide U18), Jonas Rapp (Hanau-Rodenbach), Laura Dürr (LG Eintracht/beide U16) sowie Mika Keßler (TV Trebur/U14).

Zur Gesamtwertung der Hessenmeisterschaften

Tammo Lotz

 


25.10.2015