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Lisa Mayer bleibt in Hessen und möchte bei der EM in Amsterdam dabei sein


Lisa Mayer bei der U20-EM 2015 in Schweden (Foto: IRIS)

Sie ist zusammen mit Sarah Kistner vom MTV Kronberg das derzeit größte Talent in der hessischen Jugend-Leichtathletik: Lisa Mayer, 19 Jahre alt, startberechtigt für die LG Langgöns/Oberkleen. Denn an sportlichen Erfolgen hat sich in den vergangenen Monaten einiges angehäuft: deutsche U20-Meisterin über 100 und 200 Meter, U23-DM-Zweite über 100 und 200 Meter, Zweite der U20-EM (100 Meter), zudem ein neuer Hessenrekord - auch gültig für die Frauenklasse - mit 11,31 Sekunden. Die Bestzeit über 200 Meter (23,29 Sekunden) bedeutet in der DLV-Jahresbestenliste zum Saisonabschluss den fünften Platz. Bereits unter dem Hallendach hatte es Leistungen gegeben, die ebenfalls sehr hoch zu bewerten sind: Lisa Mayer schnappte sich den deutschen U20-Titel über 200 Meter in 23,66 Sekunden und wurde Zweite über 60 Meter (7,41 Sekunden). Dass dadurch Begehrlichkeiten anderer Klubs entstehen können, ist normal und gehört zum Geschäft. Doch die Sprinterin bleibt Hessen und der LG Langgöns/Oberkleen treu.

„Es bleibt alles beim Alten“, sagt ihr Trainer Rainer Finkernagel. Und fügt mit einem Lächeln an: „Sie war wohl ganz zufrieden mit mir.“ Geändert haben sich dann aber doch ein paar Dinge: Lisa Mayer wohnt seit dem 1. Oktober zusammen mit ihrem Freund Marc Reuther (Wiesbadener LV, deutscher U20-Meister über 800 Meter) im Frankfurter Stadtteil Niederrad, und sie wird ihr in der Mainmetropole vor einem Jahr begonnenes Studium (Germanistik und Geographie) forcieren. „Das nimmt sie ganz schön in Anspruch“, sagt Finkernagel. Eine wohl dosierte Hallensaison sei dennoch geplant, mit Starts bei den hessischen und deutschen Meisterschaften. Und dies mit einem Trikot, auf dem das Logo ihres neuen Sponsors zu sehen ist. Angeschoben hat die Kooperation mit dem Autohaus Neils & Kraft aus Mittelhessen der HLV-Vizepräsident Marketing/Event, Sven Lindemann. Als Physiotherapeut steht Lisa Mayer wie bisher Dirk Lösel aus Wettenberg zur Verfügung, er betreut auch den Basketball-Bundesligisten Gießen 46ers sowie die deutsche Nationalmannschaft.

Fingernagel wird in den nächsten Wochen und Monaten viele Fahrten nach Frankfurt unternehmen, denn ein Großteil des Wintertrainings findet im Sportzentrum Kalbach statt. Über die Hallensaison hinaus geht die Zielsetzung in Richtung Europameisterschaft in Amsterdam (6. bis 10. Juli 2016). Für die Titelkämpfe in der Hauptstadt der Niederlande rechnet sich Lisa Mayer durchaus eine Chance aus, in der Staffel dabei zu sein. Dass die Olympischen Spiele in Rio - trotz der kerngesunden Ausgangsposition - vom Duo Mayer/Finkernagel nicht als Nonplusultra in der Jahresplanung 2016 ausgelobt werden, ist eine vernünftige, in der deutschen Spitzen-Leichtathletik aber keine übliche Herangehensweise. Wenn man dieser Tage so quer liest, wer angeblich schon fokussiert ist für Brasilien, wundert man sich ohnehin. „Dass Lisa nach der EM auch Rio mitnehmen würde, steht natürlich außer Frage“, sagt ihr Trainer.

Uwe Martin

 


28.10.2015