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Happy Birthday, Lothar Krieg und Christiane Krause!


Lothar Krieg (Foto: 50 Jahre Hessischer Leichtathletik-Verband)

Zwei Große in der Historie des Hessischen Leichtathletik-Verbandes feiern dieser Tage „runde“ Geburtstage: Heute, also am 10. Dezember, wird der ehemalige 400-Meter-Läufer Lothar Krieg 60 Jahre alt - am 14. Dezember feiert Ex-Sprinterin Christiane Krause ihren 65. Geburtstag. Beide hatten Erfolge auf höchstem internationalen Niveau, gewannen eine Medaille bei Olympischen Spielen, wurden mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet und starteten für den ASC Darmstadt. Wobei hinzugefügt werden muss, dass Krieg die extrem lange Schlussgerade seiner Karriere (1979 bis 1990) im Trikot von Eintracht Frankfurt lief. Im letzten Jahr seiner aktiven Laufbahn, mit 35, erreichte er noch erstaunliche 49,53 Sekunden. Wie wertvoll ihre persönlichen Bestzeiten noch heute sind, verdeutlicht der Blick in die ewige hessische Bestenliste: Die 23,17 Sekunden von Christiane Krause über 200 Meter (1972) stehen weiterhin als Landesrekord in der Statistik - nunmehr seit 43 Jahren. Und die 45,64 Sekunden von Krieg, gelaufen im Jahr 1976? 39 Jahre später sind nur drei Hessen schneller gewesen: Harald Schmid (44,92/1979), Edgar Itt (beide TV Gelnhausen/45,38/1987) sowie Kamghe Gaba (LG Eintracht Frankfurt/45,47/2006).

Wie Christiane Krause war auch der gebürtige Darmstädter Krieg ein exzellenter Staffelläufer. Über 4x400 Meter gewann er bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal (Kanada) gemeinsam mit Franz-Peter Hofmeister, Harald Schmid und Bernd Herrmann die Bronzemedaille. Der engagierte ASC-Jugendtrainer Dieter Breiholz hatte das Talent 1972 zum deutschen Jugendmeistertitel in 48,72 Sekunden geführt, mit Dieter Dillmann, Martin Geider und Axel Föhrenbach wurde Krieg auch Staffelmeister in 3:18,8 Minuten. In der Olympiasaison 1976 holte sich Krieg als 20-Jähriger, nun unter den Fittichen von Gerhard Hennige, im Frankfurter Waldstadion die deutsche Meisterschaft über 400 Meter, verteidigte zudem in Ludwigshafen seinen Juniorentitel und erzielte dabei seinen Hausrekord. Beim Weltcup-Finale 1977 in Düsseldorf gewann er mit der deutschen 4x400-Meter-Staffel. Bei den Europameisterschaften 1978 wurde er Vierter über 400 Meter in 46,22 Sekunden. Insgesamt startete Krieg 29mal im Nationaltrikot. "Wir hatten den Ehrgeiz, aber auch unseren Spaß, vielleicht mehr als heute im Sport", beschreibt er die damalige Situation. In Hessen gewann der Viertelmeiler insgesamt sieben Einzel- und drei Staffeltitel.


Christiane Krause (Foto: 50 Jahre Hessischer Leichtathletik-Verband)

Nach der Trauer aufgrund des Attentats eines palästinensischen Terrorkommandos hatte der IOC-Präsident Avery Brundage die Olympischen Spiele 1972 in München fortsetzen lassen. "The games must go on!", sagte Brundage - und so feierte Christiane Krause am Schlusstag der Leichtathletik-Wettkämpfe (10. September) ihren größten sportlichen Erfolg. "Wir waren froh, dass es weiter ging. Der Abbruch wäre ein Sieg für die Terroristen gewesen", erinnert sich Christiane Krause an die dramatischen Stunden in München. Die Zuschauer bejubelten den unerwarteten Sieg des Sprintquartetts mit der Startläuferin Christiane Krause, Ingrid Mickler-Becker, Annegret Richter und Heide Rosendahl gegen das favorisierte DDR-Quartett mit Schlussläuferin Renate Stecher. Mit 42,81 Sekunden lief die Staffel der Bundesrepublik wiederum Weltrekord. Und von Bundeskanzler Willy Brandt gab es noch am Renntag 50 rote Rosen für jede der vier Sprinterinnen.

Als Weltrekordhalterin wird die ASC-Sprinterin zudem über 4x200 Meter in der Halle geführt, den die Nationalmannschaft in Berlin im Folgejahr mit 1:35,7 Minuten erreichte. Der Schützling von Trainerin Elfriede Müller war eine ideale Staffelpartnerin, mit Annegret Richter, Inge Helten und Rita Wilden wurde sie 1973 nämlich auch Hallen-Europameisterin über 4x1 Runde. Zudem belegte sie im 60-Meter-Finale Rang fünf. Christiane Krause zeigte auch auf der Viertelmeile ein hervorragendes Stehvermögen: In Durham (USA) lief sie 1975 in der deutschen 4x400-Yards-Staffel mit 3:30,3 Minuten beim Länderkampf USA-Afrika-Deutschland sogar Europarekord. Ihre persönliche Bestzeit über 100 Meter steht bei 11,45 Sekunden (1972). Die gebürtige Berlinerin war zum Studium nach Darmstadt gekommen, nach ihrer aktiven Laufbahn lebte sie mit ihrem 2010 verstorbenen Ehemann Hans-Joachim Todd lange Jahre in Hamburg, 2011 zog sie nach Sonthofen. Christiane Krause sammelte in Hessen sieben Einzel- und drei Staffeltitel und wurde mit der Sportplakette des Landes ausgezeichnet.

Wilfried Raatz/Uwe Martin

 


10.12.2015