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Im Portrait: Bernd Knack - D2-Sportkoordinator Sprint, Lauf, Hürden


Bernd Knack (Foto: privat)

Wer sind eigentlich die Personen im Hintergrund, die dafür Verantwortung tragen, dass die hessischen Topathletinnen und -athleten tolle Leistungen zeigen? Vielen dürften die Namen und Gesichter kein Begriff sein. Im vergangenen Jahr kamen an dieser Stelle Philipp Schlesinger, Michael Krause, Michael Kollmar und David Corell zu Wort, aber natürlich setzen wir die Portrait-Serie auch 2016 fort und stellen in unregelmäßigen Abständen die HLV-Kadertrainer vor. Den Anfang macht Bernd Knack, D2-Sportkoordinator Sprint, Lauf, Hürden.

Bernd Knack über …

... sportliche Wurzeln:
Zur Leichtathletik kam ich vergleichsweise spät, im Alter von 13 Jahren durch meinen jüngeren Bruder. Er war schon vor mir im TV Seckbach aktiv und nahm mich einfach mal mit ins Training, nachdem ich bei den Bundesjugendspielen unerwartet gut abgeschnitten hatte. Vorher hatte ich mich in anderen Sportarten wie Fußball, Schwimmen, Tischtennis und Tennis probiert. Die Leichtathletik hat mich nicht mehr losgelassen - bis heute. Höhepunkt meiner „Karriere“ waren die deutschen Jugendmeisterschaften 2008 im Berliner Olympiastadion, daran denke ich noch immer gerne zurück, obwohl ich mit meiner damaligen Leistung nicht zufrieden war. Später bin ich zu Daniel Limburger in die Trainingsgruppe der LG Eintracht Frankfurt gewechselt und feierte dort meinen größten Erfolg, den vierten Platz mit der 4x100-Meter-Staffel bei der U20-DM. Leider war meine aktive Laufbahn von Beginn geprägt von vielen, teilweise schweren Verletzungen. Deshalb hängte ich 2012 meine Spikes „an den Nagel“. Weil ich der Leichtathletik nicht den Rücken kehren wollte, entschloss ich mich, den Trainerschein zu machen und trainiere mittlerweile bei der LG Eintracht Frankfurt eine Schülergruppe.

... Beruf:
Meine berufliche Zukunft sehe ich in der Schule, ich studiere im fünften Semester Gymnasiallehramt mit den Fächern Sport, Politik und Wirtschaft an der Frankfurter Goethe-Universität. Gereift ist dieser Entschluss durch mein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), das ich an der Eliteschule des Sports in Frankfurt absolviert habe. Zuvor war ich zwei Semester für Bauingenieurwesen eingeschrieben. Während des FSJ habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit mit Kindern unglaubliche Freude bereitet, das „neue“ Studium habe ich bislang noch keine Sekunde bereut. Neben dem Studium arbeite ich an der Eliteschule des Sports als Aushilfslehrer und bekomme so Praxiserfahrung, die meines Erachtens im Studium deutlich zu kurz kommt. Zudem unterstütze ich seit diesem Schuljahr Dominic Ullrich im Leistungssportprojekt Leichtathletik mindestens einmal wöchentlich - sowie bei Sichtungen, Wettkämpfen oder sonstigen „schulsportlichen“ Anlässen. Damit ich an der Uni den Kontakt zur Leichtathletik nicht verliere, leite ich seit dem vergangenen Jahr Praxiskurse für Bachelor- und Lehramtsstudenten.

… Hobbys:
Ich bin ein sehr sportbegeisterter Mensch, auch abseits des Studiums und der Leichtathletik. Zu meinen größten Hobbys zählt u.a. Eishockey. Seit mehr als zehn Jahren besitze ich eine Dauerkarte der Löwen Frankfurt und verpasse nur im äußersten Notfall ein Heimspiel. Wenn es die wettkampffreien Wochenenden zulassen, gehe ich außerdem sehr gerne mit meinem Bruder zu Heimspielen der Eintracht. Und ich spiele leidenschaftlich gerne Inline-Hockey, Fußball, (Beach-)Volleyball oder in geselliger Runde Darts mit meinen Freunden.

... Motivation und Ziele:
Ich denke, dass einiges meiner Motivation schon deutlich geworden ist. Bereits während meiner aktiven Laufbahn habe ich bisweilen als „Co-Trainer“ fungiert und meine Gruppe im Training oder auch bei Wettkämpfen betreut. Mir bereitet es große Freude, wenn ich mein Wissen und meine Erfahrung teilen kann. Zu sehen, wie ich Kindern und Jugendlichen bei ihrer Entwicklung helfen und sie unterstützen kann, gibt mir unheimlich viel zurück. In erster Linie ist mir wichtig, dass die Kinder nicht dieselben Fehler machen, die ich früher womöglich gemacht habe. Ich möchte sie zu Erfolgen führen, die ich nie erreicht habe.

... Training:
Ich sehe mich als mehr als „Unterstützer“, denn als Trainer. In meinen Augen wird die Rolle des Trainers teilweise überbewertet. Natürlich gibt der Trainer den Rahmen vor, aber in erster Linie liegt es an den Athleten selbst, was sie daraus machen. Auch deshalb kann ich mir schwer vorstellen, im Breitensport tätig zu sein. Ich möchte niemanden für das Training motivieren müssen, sondern erwarte den Willen zum Erfolg, Ehrgeiz, einen gesunden Egoismus, eigenverantwortliches Arbeiten und stets ein Ziel vor Augen. Trotzdem würde ich mich persönlich weniger als „autoritären“, sondern vielmehr als sehr kommunikativen Trainer beschreiben. Ich habe immer ein offenes Ohr für meine Athleten und erwarte von ihnen, dass sie mit Problemen sämtlicher Art zu mir kommen (können). Sei es bei „Wehwehchen“, Problemen in der Schule oder auch privaten Angelegenheiten. Das ist mir unheimlich wichtig, da für mich eine gute „Athleten-Trainer-Beziehung“ an oberster Stelle steht und meist die Basis für Erfolg ist. Auch deshalb versuche ich sehr viel mit meinen Athleten zu sprechen. Neben den physischen Komponenten gewinnt der psychische Aspekt meines Erachtens insbesondere in der Leichtathletik als Einzelsportart immer mehr an Bedeutung. Wenn die Athleten mental - im Training und im Wettkampf - nicht 100 Prozent bei der Sache sind, wird es schwer, eine befriedigende Leistung zu erzielen. Deshalb lege ich sehr viel Wert darauf, bei den Athleten das Selbstvertrauen und den Glauben an die eigene Stärke zu fördern. Wahrscheinlich kommt da der Lehrer in mir hervor. Aber neben der individuellen Leistungssteigerung ist mir die Entwicklung und Stärkung der Persönlichkeit jedes Einzelnen sehr wichtig.

... das neue Jahr:
Meine Ziele für 2016 sind primär, dass sich alle meine Athleten verbessern, von Verletzungen verschont bleiben und ihre individuellen Ziele erreichen. Persönlich strebe ich den Erwerb der B-Lizenz an, was ich leider aus Zeitgründen im vergangenen Jahr nicht geschafft habe. Des Weiteren möchte in meine Aufgaben als D2-Koordinator hineinwachsen, die Athleten und die Landestrainer, soweit es mir möglich ist, unterstützen.

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05.01.2016