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Kistner rockt Edinburgh, Comeback von Strack - Rath, Schäfer und Behrenbruch testen in Frankfurt


Sarah Kistner in schwerem Geläuf (Foto: Facebook)

Beginnen wir an dieser Stelle, dem ersten Leichtathletik-Wochenende im neuen Jahr, mit einer jungen Frau, die einfach dort weiter gemacht hat, wo sie im alten Jahr abschloss: mit einer herausragenden Leistung. Sarah Kistner vom MTV Kronberg ist beim „Great Edinburgh X-Country“ (Schottland) für das Team Europa in der U20-Wertung auf den vierten Platz gelaufen. Über die Distanz von vier Kilometern benötigte sie 14:23 Minuten. Der Sieg ging an die Britin Bobby Clay (14:09), dahinter kamen ihre Landsfrau Harriet Knowles-Jones (14:11) sowie die Dänin Emilie Moller (14:12) ein. „Es war echt ein super Event, das sehr viel Spaß und Erfahrung gebracht hat“, teilte die zweimalige Berglauf-Europameisterin Kistner via Facebook mit. Und machen wir weiter mit einer jungen Frau, von der man zwei Sommer nichts gehört hat, zumindest in der Leichtathletik. Ann-Christin Strack vom LAZ Gießen, 2012 Zweite der U20-DM über 100 Meter Hürden und zuletzt als Anschieberin der Wiesbadener Bobpilotin Kim Kalicki flott unterwegs, gewann in Stadtallendorf bei den offenen Kreis-Hallenmeisterschaften von Marburg-Biedenkopf den 60-Meter-Sprint. In der Herrenwaldhalle lief sie 7,52 Sekunden.


Carolin Schäfer (Foto: Benjamin Heller)

Und holen wir noch etwas weiter aus mit einem Thema, das wie ein PR-Mantra über der deutschen Leichtathletik schwebt: Road to Rio. Anders formuliert bzw. gefragt: Wie sind die hessischen Olympiakandidaten beim 33. Hallensportfest der LG Eintracht Frankfurt im Sportzentrum Kalbach in die Saison eingestiegen? Wobei nicht nur die Hessen dankbar sind, dass es diese Startmöglichkeit in einer modernen Halle, die logistisch präsent ist, gibt. Dies verdeutlichen insgesamt 499 Teilnehmer, bemerkenswert ist dabei die große Zahl der U18-Starter, unterteilt in 130 (weiblich) und 102 (männlich). Es waren schon mal ein paar mehr, aber auch schon weniger, weshalb Michael Krichbaum, Abteilungsleiter der TSG Nordwest und am Sonntag auch Hallensprecher, durchaus zufrieden war. Etwa 30 Kampfrichter und 20 Helfer sorgten für einen reibungsfreien und zeitplangemäßen Ablauf. Einen ersten Test im Olympiajahr absolvierten etwa die Weltklasse-Siebenkämpferinnen Claudia Rath (LG Eintracht Frankfurt) und Carolin Schäfer (TV Friedrichstein). Rath gewann die 200 Meter in 24,71 Sekunden und deutete im Weitsprung (6,15 Meter) als Zweitplatzierte ihr Potential nur an. Den Wettkampf gewann die deutsche Top-Athletin Xenia Stolz (Wiesbadener LV) mit ausbaufähigen 6,18 Metern. Die WM-Fünfte Rath ist bislang verletzungsfrei durch den Winter gekommen, das ist eine weitere gute Botschaft. Schäfer stieß die Kugel beachtliche 13,80 Meter weit und landete im Weitsprung bei 5,79 Meter im Sand. Im Kugelstoßen lag Christina Kiffe (ASC Darmstadt/14,02 Meter) knapp vorne.


Pascal Behrenbruch (Foto: Benjamin Heller)

Und dann gibt es schließlich noch einen hessischen Mehrkämpfer, der einst internationale Klasse hatte: Pascal Behrenbruch von der LG Eintracht Frankfurt, Europameister von 2012. Er wird am 19. Januar 31 Jahre alt, und beim Stichwort Rio sind seine aktuellen Chancen eher schlecht. Bewertet an seinen Leistungen zum Saisonauftakt: 7,36 Sekunden über 60 Meter, 8,35 Sekunden über 60 Meter Hürden, 14,67 Meter im Kugelstoßen. Das ist alles nicht die Welt, auch mit der Einschränkung „aus dem Training heraus“ (Behrenbruch). Der gebürtige Offenbacher muss mehr als eine Schippe drauflegen, will er sich überhaupt wieder ins Gespräch bringen. Behrenbruch weiß das natürlich. „Ich möchte mir gerne beweisen, dass noch geht“, sagte er. Dass er in seinen besten Zeiten über 60 Meter ohne spezielle Vorbereitung 7,10 Sekunden laufen konnte und die Kugel aus dem Stand 16 Meter weit wuchtete - alles bekannt. Behrenbruch: „Rio wird super schwer.“ Als zweite internationale Option hat er die EM in Amsterdam im Sinn. Dass seine Rückkehr zu Trainer Jürgen Sammert etwas bewirkt hat, muss Behrenbruch in den nächsten Wochen beweisen. Und dann im Sommer.

Ein anderer Zehnkämpfer machte es besser in Frankfurt: der WM-Sechste und Götzis-Sieger Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied). Die erste Standortbestimmung des 24-Jährigen: Glatte fünf Meter mit dem Stab, 7,21 Meter im Weitsprung, 14,40 Meter mit der Kugel.


Miriam Sinning (Foto: Benjamin Heller)

Mit guten Zeiten sind die hessischen Top-Sprinter ins neue Jahr gestartet. Michael Pohl (Wiesbadener LV) absolvierte die 60 Meter als Zweiter in 6,90 Sekunden, Steven Müller (LG ovag Friedberg-Fauerbach) gewann die 200 Meter in 21,94 Sekunden. Im Weitsprung erreichte Gianluca Puglisi (LG Eintracht Frankfurt) als Dritter 7,15 Meter. Schnellste 60-Meter-Sprinterin war die Siebenkämpferin Celina Leffler (SSC Koblenz-Karthause) in 7,65 Sekunden, sie lag auch über 60 Meter Hürden (8,64) vorne. Im U20-Wettbewerb liefen Jessica Suschlik (TV Reisen/8,79) und Eileen Demes (TV Neu-Isenburg/8,83) jeweils persönliche Bestzeit. In der U18 war Hürdensprinterin Miriam Sinning (LG Eintracht Frankfurt/8,69) ebenso eine Klasse für sich wie U20-Kugelstoßer Leon Schwöbel (SSC Koblenz-Karthause) mit 18,02 Metern.

Schlechte Nachrichten überbrachte Trainer Jörg Huppers von seinem Schützling Aron Schreiner, dem 7.402-Punkte-Zehnkämpfer von der LG Eintracht Frankfurt. Der bereits im vergangenen Sommer lädierte Wurf-Ellbogen ist kurz vor Weihnachten operiert worden, Schreiner wird 2016 keinen Zehnkampf bestreiten können und anschließend vereinbarungsgemäß in die Übungsgruppe Sammert wechseln.

Uwe Martin

Zu den Ergebnissen des 33. Hallensportfests der LG Eintracht Frankfurt

 


10.01.2016