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Ariane Friedrich meldet sich zurück


Ariane Friedrich bei ihrem Comeback in Frankfurt (Foto: Benjamin Heller)

Fast 31 Monate nach ihrem letzten Wettkampf kehrte Ariane Friedrich am Sonntag auf die Leichtathletik-Bühne zurück. Nach einer Knieverletzung und der Geburt ihrer Tochter Amy im September 2014 hatte die deutsche Rekordhalterin einen behutsamen Aufbau gewählt und sich ohne Zeitdruck auf die Saison 2016 vorbereitet. Mit einer Erwartungshaltung von einer Höhe von „Mitte 80er“ waren Ariane Friedrich und Trainer Günter Eisinger zur Hallen-HM nach Frankfurt gekommen. Das Duell mit der Neu-Eintrachtlerin Mona Gottschämmer fiel aus, die 1,86-Meter-Springerin musste erkältungsbedingt passen. Unter den Augen von Eisinger und HLV-Präsidentin Anja Wolf-Blanke, frühere Hochspringerin, aber weitestgehend ohne Unterstützung des Publikums (die Moderation wies nur selten auf die Sprünge hin), absolvierte die mehrmalige deutsche Meisterin ihren Wettkampf und zeigte ihren besten Sprung über 1,87 Meter. Bei einem Versuch über 1,90 Meter deutete sie an, dass es bald wieder in diese Höhe gehen kann.

Die WM-Bronzemedaillengewinnerin von 2009 bilanzierte: „Die Routine hat natürlich noch etwas gefehlt, aber das kommt noch. Mit der Höhe bin ich zufrieden. Der Einstieg war drei Zentimeter höher als in der vergangenen Olympiasaison 2012.“ Friedrich präsentierte sich körperlich topfit, sie hat wieder das frühere Wettkampfgewicht erreicht. „Meine Zubringerwerte sind super. Wir werden nun an den Schwachpunkten arbeiten“. Wie die nächsten Wochen genau aussehen, wollte die 32-Jährige erst mit Eisinger besprechen. Der Höhepunkt in der Halle sind aber freilich die deutschen Meisterschaften (27./28. Februar).

Lisa Mayer von der LG Langgöns/Oberkleen setzte sich am Sonntag die Sprintkrone auf und gewann binnen weniger Stunden die Titel über 60 und 200 Meter. Erst am Donnerstag war die deutsche U23-Doppelmeisterin aus dem Vorjahr aus dem Trainingslager gekommen und tat sich daher nach eigenen Angaben etwas schwer. „Aber über 60 Meter hat das schon ganz gut geklappt. Ich wusste nach dem Zwischenlauf, dass ich noch was drauflegen kann“. In 7,43 Sekunden verfehlte Lisa Mayer ihre Bestzeit nur um zwei Hundertstelsekunden.

Über 200 Meter legte die 100-Meter-Silbermedaillengewinnerin der U20-EM nach. In 24,32 Sekunden feierte sie einen unangefochtenen Erfolg. Die Zeit sei aber nicht berauschend gewesen. „Ich habe mich ein bisschen platt gefühlt. Außerdem habe ich wieder die Schmerzen in meiner Kniekehle gemerkt, schon vor dem Lauf hat es mir in die Patellasehne gezogen. Das hatte ich schon im Trainingslager“, berichtete sie.

Insgesamt zeigte sich die 19-Jährige mit dem Leistungsstand zufrieden, schließlich habe sie in diesem Winter nahezu durchtrainieren können. Wegen einiger Klausuren in der Uni werden die nächsten Wochen etwas ruhiger, die deutschen Hochschulmeisterschaften und die Hallen-DM stehen aber auf ihrem Plan.

Ihren zweiten Titel holte am Sonntag Carolin Schäfer vom TV Friedrichstein. Die Mehrkämpferin stieß dabei die Kugel erstmals in der Halle über die 14-Meter-Marke, auch im Freien hat sie nur acht Zentimeter mehr stehen. 14,24 Meter bedeuteten einen knappen Sieg gegen Christina Kiffe vom ASC Darmstadt. Die frühere Fünfte der U20-EM im Siebenkampf stellte mit 14,20 Metern ihre Bestmarke ein. Carolin Schäfer erklärte: „Ich habe stabile Stöße gezeigt. Wir haben in den vergangenen Wochen den Schwerpunkt auf das Kugelstoßen gelegt, das hat sich ausgezahlt“.

Mit dem Hürdensieg und dem vierten Platz im Weitsprung mit 5,90 Meter („Wir stellen gerade die Technik um, das ist ein Entwicklungsprozess“) feierte die 24-Jährige ein gelungenes Wochenende und freut sich nun auf die 200 Meter bei der Hochschul-DM. Ob sie auch bei der Hallen-DM in Leipzig startet, ließ sie offen. Mehrkampf-Kollegin Claudia Rath (LG Eintracht Frankfurt) schloss das Wochenende mit Platz sechs im Kugelstoßen sowie einem Sieg mit der Frankfurter 4x200 Meter Staffel ab.


Es geht wieder aufwärts bei Ariane Friedrich (Foto: Benjamin Heller)

Jan Felix Knobel (Königsteiner LV) bescherte sich einen Tag nach seinem 27. Geburtstag im Kugelstoßen ein nachträgliches Geschenk: 16,06 Meter bedeuteten den Titel und eine Klasse-Weite für den 8.396-Punkte-Zehnkämpfer, der damit das erste Mal in der Halle die 16-Meter-Marke überbieten konnte.

Neuer Titelträger über 60 Meter ist Michael Pohl. In 6,80 Sekunden stellte er seine Bestzeit ein. Der 26-Jährige hat im Winter nicht nur den Verein gewechselt (von Friedberg nach Wiesbaden), sondern auch das Training umgestellt. Nur noch drei bis vier Einheiten absolviert er unter der Regie seines Vaters Robert, im Techniktraining unterstützt von Wiesbadens Heimtrainer Georg Schmidt.

„Für Kalbach war das eine Topzeit. Ich bin hier aus dem vollen Training heraus gelaufen. Ich war noch nie so früh in der Saison so schnell“, sagte Pohl, der im Sommer mit der Staffel den hessischen 4x100-Meter-Rekord angreifen möchte. In der Halle wird das Wiesbadener Quartett allerdings noch nicht in Erscheinung treten. Der Student hatte mit der Staffel der LG Ovag Friedberg-Fauerbach im Vorjahr am hessischen Rekord gekratzt.

Michael Wiener

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17.01.2016