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Tag 1 der U20/U16-Hessenmeisterschaften in Hanau


Jenna Fee Feyerabend gewann zwei Hessentitel (Foto: Benjamin Heller)

Machen wir an dieser Stelle einmal etwas, das ansonsten in die Rubrik Erbsenzählen gehört. Im besten Fall freuen sich auf Funktionärsebene noch Vereinsstatistiker über die Zahl der Titel und Platzierungen bei Meisterschaften. Die anderen Verantwortlichen sollten vornehmlich damit beschäftigt sein, das große Ganze zu gestalten bzw. auf Vordermann zu bringen, denn bekanntlich hat die Leichtathletik keinen leichten Stand auf der Popularitätsskala von Jugendlichen. Also, Preisfrage: Welcher Verein hat am ersten Tag der hessischen Meisterschaften U20/U16 in Hanau die meisten Titel gewonnen? Kurzes Nachdenken, bitte schön. Und? Okay, die Antwort ist nicht ganz einfach, eher schon überraschend. Denn die Lösung lautet TV Groß-Gerau und LG Reinhardswald, beide Klubs waren jeweils dreimal erfolgreich.

Gefolgt vom TV Dillenburg, dem SSC Hanau-Rodenbach, dem Wiesbadener LV, TV Rendel, der LG Eintracht Frankfurt, dem TSV Friedberg-Fauerbach (LG ovag Friedberg-Fauerbach) sowie dem SSC Vellmar (alle 2). Die insgesamt 27 Einzeltitel in den Wertungsklassen W14/W15 und M14/M15 sowie U20 verteilten sich auf 18 Vereine bzw. LGs. Selbstverständlich sind die genannten Zahlen nur bedingt repräsentativ und obendrein ohne Gewähr, aber sie verdeutlichen: Die hessische Spitzen-Leichtathletik in den Nachwuchsklassen ist stark diversifiziert, die Konzentration auf wenige (finanz- und strukturstärkere) Klubs beginnt erst in der U23- und Aktivenklasse.

Die zweimalige Hessenmeisterin Jenna Fee Feyerabend vom TV Groß-Gerau (W14) sorgte für zwei außergewöhnliche Leistungen am ersten Veranstaltungstag. Sie gewann den Hochsprung mit erstklassigen mit 1,66 Meter, zudem den 60-Meter-Sprint in 7,99 Sekunden. Titel drei holte Lucas Engel über 60 Meter (M14) nach Groß-Gerau (7,55 Sekunden). Die LG Reinhardswald hat ihre Ausbeute Jessica Grimm im Stabhochsprung der W14 (2,60 Meter) zu verdanken. Ferner Bastian Mrochen über 800 Meter (M14/2:13,60 Minuten) und Christoph Ritter im Hochsprung der M15. Dass hessenweit nicht mehr als drei maximal 15-jährige Jugendliche wissen wollten (oder konnten), wer am höchsten springen kann, ist allerdings ebenso wenig ein Signal des Aufbruchs wie die vergleichsweise schwache Siegerleistung von 1,63 Meter.


Kevin Kranz als Zweiter von links gewann den 60-Meter-Sprint der U20 (Foto: Dirk Wagner)

Doch es ging noch weitaus leichter an diesem Tag in der August-Schärttner-Halle: Um Hessenmeisterin im W15-Dreisprung zu werden, reichte (die Quali-Leistung vorausgesetzt) schon die Teilnahme. Fabienne Siemens vom SSC Vellmar war nämlich die einzige Starterin und gewann mit 10,26 Metern. Für den TV Rendel triumphierten die Geschwister Lara und Marc Tortell. Lara gewann die 800 Meter der W15 in 2:19,57 Minuten, Marc lag über 1.500 Meter der U20 in 4:07,50 Minuten vorne. Schnellster U20-Sprinter in einem spannenden Finale über 60 Meter war Kevin Kranz von der LG Eintracht Frankfurt in 7,05 Sekunden, dahinter liefen zeitgleich Lukas Sandmann (Wiesbadener LV) und Tobias Trupp (TV Assenheim) in 7,09 Sekunden als Zweitplatzierte ins Ziel.

Durchaus ein Highlight war der zweite 3.000-Meter-Zeitlauf der U20. Bis eine Runde vor Schluss war das Rennen ein enger Zweikampf zwischen Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach) und Yannick Gerland (SSC Bad Sooden-Allendorf), wobei der Nordhesse permanent die Führungsarbeit leistete. Dann setzte sich Abele, im vergangenen Jahr Vierter der U20-DM über 1.500 Meter, ab und gewann in persönlicher Bestzeit (8:38,68 Minuten). Knapp dahinter kam Gerland ins Ziel (8:39,83). Abele, der schulisch weiterhin stark eingespannt ist, präsentierte sich damit in guter Form auf dem Weg in Richtung U20-DM am 20./21. Februar in Dortmund. Dort wird er über seine Spezialstrecke 1.500 Meter am Start sein.

Uwe Martin

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23.01.2016