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„Totalschaden“ im Knie von Michael Schrader


Michael Schrader (Foto: Facebook, Schrader)

Die Meldung kam am Sonntagmittag, und sie bedeutete ein weitreichendes Aus für Michael Schrader vom SC Hessen Dreieich. Die Verletzung, die sich der 28-jährige Zehnkämpfer 48 Stunden zuvor beim Stabhochsprungtraining in Leverkusen zugezogen hatte, war als Patellasehne- und Kreuzbandriss im linken Knie diagnostiziert worden - Schrader wird am Montag (25. Januar) in Köln operiert. Laut Schrader ist zudem noch "alles Mögliche andere" gerissen. „Ein herber Rückschlag für mich in diesem eigentlich so wichtigen Sportjahr. Für diese Saison sieht es somit leider mehr als schlecht aus“, teilte Schrader über sein Facebook-Profil mit. Dass der WM-Zweite (2013) und WM-Siebte (2015) somit keine Chance hat, sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren, versteht sich von selbst. Über die Fortsetzung seiner Karriere kann derzeit nur spekuliert werden. „Mir geht es den Umständen entsprechend … Dennoch, ich lasse den Kopf nicht hängen und werde alles dafür geben, so schnell wie möglich wieder zurück zu kommen!“, schreibt Schrader.

Wie hart der Weg zurück in die Wettkampf- und Konkurrenzfähigkeit für den gebürtigen Duisburger werden dürfte, wird beim Blick in seine Verletzungshistorie deutlich. Schrader, bekannt als Schmerzens- und Stehaufmann der Zehnkämpfer, hat in seiner Karriere bereits mehrere Stressfrakturen und einen Kahnbeinbruch im rechten Fuß erlitten. Seine fast 18 Monate währende Auszeit bis zum Wettkampf-Comeback im Frühjahr 2015 hatte seinen Grund in „mehreren kleinen Rissen in der linken Patellasehne, die sich entzündet hatten“, wie er hlv.de in einem Interview sagte.

Schrader hat eine Bestleistung von 8.670 Punkten (2013). Im vergangenen Jahr absolvierte er drei Zehnkämpfe mit Ergebnissen von 8.415, 8.418 und 8.419 Punkten, wurde Zweiter in Götzis (Österreich), gewann das Meeting in Ratingen und präsentierte sich auch zum Saisonabschluss bei der WM gut in Form.

„Ich war sehr geschockt, als ich von der Verletzung erfahren habe. Er hatte sich gerade einen außergewöhnlich guten Trainingszustand erarbeitet“, sagte DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska. „Wir werden Michael Schrader auf seinem Weg der Genesung die bestmögliche Unterstützung anbieten und geben ihm die notwendige Zeit, um sein Leistungsniveau wieder zu erreichen.“

Uwe Martin

 


24.01.2016