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DM im Hallen-Mehrkampf: Vier Hessen am Start


Andreas Bechmann (Foto: Benjamin Heller)

Die Historie der (west-)deutschen Hallen-Mehrkampfmeisterschaften ist nicht frei von Lücken. Nach der Premiere in München (1973) folgten Austragungen in Berlin (1974) und Stuttgart (1975) - anschließend war Pause von 1976 bis 2002. Reanimiert wurden die Titelkämpfe auf Initiative des Hessischen Leichtathletik-Verbandes 2010 in Frankfurt-Kalbach, dort fanden 2011, 2013 und 2014 nochmals Meisterschaften statt. 2015 war dann wieder eine Auszeit angesagt, doch am nächsten Wochenende (30./31. Januar) kommt die Hallen-DM der Mehrkämpfer/innen wieder wie Kai aus der Kiste. Und zwar in Hamburg, dem Veranstaltungsort von 2009. Genauer in der Leichtathletik-Trainingshalle Alsterdorf, die im Zuge der Olympiabewerbung 2012 von 2003 bis 2006 gebaut worden ist. Beim Blick in die Meisterlisten sowie die aktuelle Meldelisten fällt eine Gemeinsamkeit auf: Wirklich prominente Namen finden sich - mit zwei Ausnahmen - im Männer-Siebenkampf eher nicht. Ausgenommen Guido Kratschmer (1973) und André Niklaus (2009). Bei den Frauen sieht es dank Eva Wilms (1975), Lilli Schwarzkopf (2007, 2008) sowie Claudia Rath (2010, 2011) besser aus. Und so bietet die Hallen-DM in Hamburg bei den Aktiven (eine Ausnahme) vornehmlich der zweiten und dritten Reihe eine Bühne. Und die Reise in den Norden treten auch vier Hessen an.


Vanessa Grimm, ganz rechts (Foto: Heller)

Im Fünfkampf der Frauen ist Lea Menzel (TV Neu-Isenburg) gemeldet, Vanessa Grimm (LG Reinhardswald) in der U20, Marshella Foreshaw (Königsteiner LV) in der U18. Andreas Bechmann (LG Eintracht Frankfurt) startet im U18-Siebenkampf. Insgesamt wurden 75 Meldungen abgegeben, die sich wie folgt aufteilen: Fünfkampf (Frauen) 13, U20 (10), U18 (13); Siebenkampf (Männer) 20, U20 6, U18 13. Beginn ist am Samstag um 10 Uhr, am Sonntag um 9.30 Uhr. Prominentester Teilnehmer ist der WM-Sechste im Zehnkampf, Kai Kazmirek von der LG Rhein-Wied.

Der hessische Mehrkampf-Landestrainer Philipp Schlesinger trainiert Lea Menzel seit 2011, und mit dem Einstieg in die Hallensaison 2016 ist er durchaus zufrieden. „Lea hat sich im Kugelstoßen bei Weiten über 13 Meter stabilisiert und ist über 60 Meter Hürden in den Bereich ihrer persönlichen Bestleistung gekommen.“ In der deutschen U20-Bestenliste 2015 wird die Hessin auf Platz sechs notiert mit 5.333 Siebenkampf-Punkten. Womöglich hätten es noch mehr werden könne, doch vier Wochen vor dem Saisonhöhepunkt, den nationalen Mehrkampfmeisterschaften, zog sich Lea Menzel einen Muskelfaserriss zu, was zum frühzeitigen Abbruch der Sommersaison führte. In Hamburg, wo die Athletin des Jahrgangs 1996 ihren ersten Mehrkampf in der Frauenklasse absolviert, ist sie an Nummer fünf „gesetzt“. Hinter Anna Maiwald (6.111 Punkte), Alina Biesenbach (5.527 Punkte), Simone Mrotzek (5.432 Punkte/alle Bayer Leverkusen) sowie Celina Leffler (SSC Koblenz-Karthause/5.835).


Marshella Foreshaw, rechts (Foto: Heller)

Nur wenige Punkte hinter Lea Menzel war 2015 Vanessa Grimm platziert: 5.282 Punkte, Platz sieben in der U20-Bestenliste des Jahres 2015. Sie ist weiterhin in der U20 startberechtigt, also Jahrgang 1997, und hat gute Chancen, in Hamburg eine Medaille zu gewinnen. Ganz vorne dürfte Lisa Maihöfer (LG Staufen(5.808 Punkte) unangefochten sein, viel Spannung hingegen verspricht der Kampf um Platz zwei. „Den dürften Vanessa und Kristin unter sich ausmachen“, sagt Schlesinger. Gemeint ist Kristin Tuxford (LG Region Karlsruhe/5.432 Punkte). Vanessa Grimm hat im vergangenen Herbst durch ihren Eintritt in die Sportfördergruppe der hessischen Polizei ihren Willen zum Leistungssport dokumentiert, seitdem ist auch Schlesinger ihr verantwortlicher Heimtrainer.


Lea Menzel (Foto: Heller)

Eine DM-Medaille hat Marshella Foreshaw bereits Ende August 2015 bei den deutschen Jugend-Mehrkampfmeisterschaften in Lage gewonnen: mit 3.847 Punkten wurde sie Dritte im Siebenkampf der W15. Für die von Melanie Zecha trainierte Athletin steht in Hamburg die erste DM in der Jugendklasse U18 an. Weitere Erfahrungen sammeln und sich als Mehrkämpferin des jüngeren Jahrgangs 2000 so gut wie möglich platzieren - so in etwa könnte ihre Wettkampfstrategie lauten.

Da sind die Ansprüche von Andreas Bechmann gewiss andere, auch wenn seine Trainingssituation nach dem Rückzug von Daniel Limburger ziemlich ungeklärt ist. Der junge Mann von der LG Eintracht Frankfurt wurde nach seinem Sprung über 1,96 Meter in der M15 (2014) dem hessischen Hochsprung-Kader zugeschlagen, im vergangenen Jahr sortierte er sich im nationalen U18-Zehnkampf mit 6.507 Punkten auf Platz 13 ein. In Hamburg ist er hinter Tom Greiner (LAC Erfurt/6.910 Punkte) als Nummer zwei gemeldet.

Uwe Martin

 


27.01.2016