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Stolz springt Hessenrekord im "siebten Versuch", Heinig und Hottenrott so schnell wie noch nie


Xenia Stolz beim Indoor ISTAF (Foto: IRIS)

Weit gesprungen, schnell gelaufen. So lassen sich die jüngsten Auftritte von Xenia Stolz (Wiesbadener LV), Katharina Heinig (LG Eintracht Frankfurt) und Laura Hottenrott (GSV Eintracht Baunatal) zusammenfassen. Aber alles der Reihe nach. 1. Station: die Mercedes-Benz-Arena nahe des Berliner Ostbahnhofes. Dort nutzte Xenia Stolz den Sog eines mitreißendes Wettbewerbs und steigerte ihre Hallenbestleistung auf 6,63 Meter. Dabei hatte es Konfusion um ihren letzten Versuch gegeben. Dadurch ließ sich die Athletin von Trainer Peter Rouhi aber nicht aus der Ruhe bringen. Ebenso wenig von der Überraschungssiegerin Alexandra Wester vom ASV Köln (6,95). Die ist unter der Regie von Charles Friedek (ehemals LG Langgöns/Oberkleen) zur derzeit besten Weitspringerin der Welt aufgestiegen ist. Oder der WM-Zweiten Shana Proctor aus Großbritannien, die mit 6,91 Metern ebenfalls eine Bestleistung in die Grube vor 12.000 begeisterten Zuschauern setzte.

Etwas abseits dieses Trubels absolvierte Xenia Stolz ihren Wettkampf. „Meine Leistung ist wohl etwas untergangen bei den Zuschauern“, stellte die 27-Jährige später fest. Geschadet hatte es ihr nicht. Im fünften Versuch verbesserte sie ihre Hallenbestleistung auf 6,60 Meter und konnte den letzten Durchgang damit entspannt angehen. Etwas verblüfft schaute die Hessenrekordhalterin, als der Kampfrichter die Rote Flagge hob. „Ich bin abgesprungen und konnte mich nicht richtig halten. Ich konnte nicht auslanden und bin quasi im Take-Off gelandet. Ich habe dann gedacht, sie messen trotzdem. Aber anscheinend haben sie meinen Abdruck nicht gesehen“, wunderte sich Stolz. Auf Anraten ihres Bundestrainers legte sie Protest ein und durfte noch einmal springen. Quasi der "siebte Versuch". Und diese Chance nutzte die Wiesbadenerin, denn sie kam auf 6,63 Meter. Strahlend verließ sie die Grube, jubelte, als die Weite auf der Anzeigetafel aufleuchtete und verbeugte sich vor dem Publikum. „Alles, was ich mir über die vergangenen Wochen erarbeitet habe, konnte ich zumindest ansatzweise umsetzen“, bilanzierte Stolz, die ihre Technik umgestellt hat. Mit Trainer Peter Rouhi war sie vor Weihnachten in den USA gewesen, hatte sich von Dan Pfaff wertvolle Tipps geben lassen. „Das hat mir einen Extraschub gegeben“, sagt Stolz über die Zeit in Arizona, an die sich die Flitterwochen in der Karibik angeschlossen hatten.

Nachdem es in Düsseldorf zehn Tage zuvor nicht nach Wunsch gelaufen war, hatte Stolz schon in der nächsten Technikeinheit gemerkt, „dass es wieder aufwärts geht“. Berlin war dafür nun eine Bestätigung. In der Halle wird die vielfache Hessenmeisterin noch in Glasgow und bei der DM in Leipzig springen. „Ich hoffe, mich weiter verbessern zu können und Schwung mitzunehmen für den Sommer“, sagt sie.

Mit Lisa Mayer von der LG Langgöns/Oberkleen war eine weitere hessische Athletin in Berlin am Start. In ihrem Vorlauf über 60 Meter kam die deutsche U23-Meisterin jedoch nicht in Tritt und hatte unmittelbar nach dem Start schon den Anschluss verpasst. Mit 7,43 Sekunden verpasste sie den Einzug in das Finale. Damit war sie zwei Hundertstelsekunden langsamer als die Paderbornerin Chantal Butzek, die schnellste Deutsche auf der blauen Berliner Bahn.

2. Station: Barcelona. Das liegt bekanntlich in Spanien. Auf der Halbmarathonstrecke testeten einige deutsche Langstreckler ihre Form. Darunter auch Katharina Heinig. Nach einer Operation an der linken Ferse im letzten Mai läuft es mittlerweile wieder bei der 26-Jährigen. So gut, dass sie in 1:12:55 Stunden wie erhofft unter der deutschen Qualifikationsleistung für die EM in Amsterdam (1:13:00) blieb - ebenso wie die beiden Regensburgerinnen Anja Schneider-Scherl (1:11:17) und Franziska Reng (1:12:33) und aus dem letztem Jahr Simret Restle-Apel (LAZ Rhein-Sieg/1:12:26) und die gebürtige Äthiopierin Fate Tola (LG Braunschweig/1:12:56). "Eine Topleistung", kommentierte Wolfgang Heinig, der Leitende Bundestrainer Lauf/Gehen, die Zeit seiner Tochter.

Nun nach Nordamerika, genauer gesagt nach Boston im US-Bundesstaat Massachusetts. Dort lief Laura Hottenrott beim Hallenmeeting der Universität Boston (USA) die 3.000 Meter in 9:17,08 Minuten, deutsche Hallenbestleistung in diesem Winter, und bestätigte ihre gute Verfassung vom Silvesterlauf-Sieg von Werl nach Soest (15 Kilometer/53:19). Hottenrotts alte Hallenbestleistung datierte aus dem Jahr 2014 (9:22,91).

Michael Wiener / (tam)

 


16.02.2016