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Vor der U20-Hallen-DM: Die Aussichten der Hessen


Finalchancen über 60 Meter Hürden: Jessica Suschlik und Severin Zentgraf (Fotos: Heller, IRIS)

Beginnen wir mit etwas Statistik, weil sie den Blick etwas freier machen wird auf die deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften U20 in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle, zeitgleich ausgeschrieben sind zudem die nationalen Winterwurf-Titelkämpfe U20/U18 in Dortmund (Speerwurf) und Bochum-Wattenscheid (Diskus- und Hammerwurf). In der DLV-Hallenbestenliste U20 sind insgesamt 15 hessische Top-Ten-Platzierungen zu finden, elf bei der männlichen Jugend, vier bei der weiblichen Jugend. In der U18 ein fast identisches Bild, das die Tendenz verdeutlicht: Die 17 Nennungen unterteilen sich in zwölf männliche und fünf weibliche Platzierungen. Ebenfalls bemerkenswert: Bislang ist keine hessische 4x200-Meter-Staffel in die Zehn-Besten-Liste hineingelaufen. Und noch eine letzte Randbemerkung. Bahngehen findet im Nachwuchsbereich offenkundig nur noch im Osten Deutschlands statt, etwa in Halle an der Saale, in Erfurt, Frankfurt/Oder, Potsdam und in Berlin, in Klubs wie der SG Motor Thum und der LG Vogtland. Ist diese Erkenntnis neu, und warum ist das so? Womöglich sind die Jugendlichen im Osten nicht der Meinung, dass diese Disziplin einen kaum messbaren Coolness-Faktor hat. Doch was können wir nun erwarten vom hessischen Nachwuchs am nächsten Wochenende, dem 20./21. Februar?

Es ist keine allzu kühne Prognose, dass es nicht unbedingt Podestplätze regnen wird. Und schon gar nicht in den Sprints der männlichen Jugend über 60 und 200 Meter; über 400 Meter müssten Kai Strauch (LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain) sowie Eric Herbert (TV Flieden) ihre Meldezeiten von 50,17 und 50,30 Sekunden schon erheblich verbessern, um eine gute Rolle zu spielen. Die deutsche Spitze ist ein bis zwei Sekunden schneller. Ähnliches gilt für Tilman Garthe (Wiesbadener LV) über 800 Meter. Über 1.500 Meter hingegen geht der vorjährige U20-Hallen-DM-Zweite Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach) als DLV-Bester (und einziger Hesse) ins Rennen. Aber als Favorit? Mit 3:49,10 Minuten liegt Abele nur knapp vor Marvin Heinrich (Neuköllner SF/3:49,21 Minuten) - dahinter klafft eine Lücke von knapp vier Sekunden. In etwa identisch ist die Ausgangslage für Marc Tortell vom TV Rendel über 3.000 Meter. 8:27,90 Minuten lautet seine Vorgabe, schneller war bislang nur Levi Thomet (Dürener TV/8:27,34 Minuten). Laut leichtathletik.de tritt Thomet jedoch nicht an, was für Tortell bedeuten könnte: freie Bahn. Denn seine Verfolger, unter anderen Yannik Gerland (SSC Bad Sooden-Allendorf/8:38,83 Minuten), waren bislang mehr als zehn Sekunden langsamer.


Aussichtsreich auf den Mittelstrecken: Lukas Abele (l.) und Marc Tortell (656) (Foto: IRIS)

Spannung aus hessischer Sicht versprechen die Rennen über 60 Meter Hürden mit Severin Zentgraf (TV Flieden) als Sechstbestem der DLV-Bestenliste (8,18 Sekunden). Extrem mau hingegen sieht es in den Sprungdisziplinen (Weit, Hoch, Drei) aus - sie finden bei der männlichen Jugend ohne hessische Beteiligung statt. Denn Lennart Genz vom TSV Eintracht Stadtallendorf ist seine 7,04 Meter nach Ablauf der Meldefrist gesprungen. Immerhin ist im Kugelstoßen mit Maximilian Lang (SSC Bad Sooden-Allendorf/15,02 Meter/DLV-20.) ein Hesse am Start. Wie auch im Winterwurf-Hammerwerfen in Konstantin Steinfurth (LG Eppstein/Kelkheim). Mit 61,77 Meter ist der junge Mann durchaus ein Kandidat für das Podium. Zusammengefasst kommen realistisch also drei HLV-Athleten für die Top drei in Frage: Abele, Tortell, Steinfurth.


Neues Jahr, neuer Verein: Die U18-Landesrekordlerin mit der Kugel, Patrizia Römer, jetzt TSV Hessen Frankenberg (Foto: IRIS)

Nun zu den U20-Damen. Es ist keine Suche im Heuhaufen, aber doch recht schwer, Athletinnen mit Ambitionen für den Endkampf/die Finalteilnahme oder mehr zu finden. Über 400 Meter ist in Johanna Berrens (Königsteiner LV/57,47 Sekunden) ein hoffnungsvolles Talent des Jahrgangs 2000 dabei, knapp hinter den Top Ten wird auch Franziska Althaus vom TV Waldstraße über 1.500 Meter geführt (4:38,85 Minuten). Über 60 Meter Hürden dürfte es für Jessica Suschlik (TV Reisen/8,70 Sekunden) und die U18-Athletin Miriam Sinning (LG Eintracht Frankfurt/Jahrgang 1999/8,80 Sekunden) zunächst um den Einzug in den Endlauf gehen. In die Kategorie „Finalteilnahme erwünscht“ fällt auch Patrizia Römer (TSV Hessen Frankenberg) im Kugelstoßen mit einer Meldeleistung von 13,85 Metern.

Ein großes Fragzeichen steht noch hinter der Form der vorjährigen Jugend-Hallen-DM-Zweiten Mona Gottschämmer (LG Eintracht Frankfurt/Hochsprung). Höher als 1,76 Meter ist es in diesem Winter noch nicht gegangen - ihre Hallen-Bestleistung steht bei 1,84 Meter (2015). Ob sie trotzdem in die Entscheidung wird eingreifen können? Mona Gottschämmer wird sich dafür ebenso strecken müssen wie Katharina Zeisler (LG Seligenstadt/50,51 Meter) im Hammerwurf. Hier ist zudem Isabel Weitzel (ESV Jahn Treysa/47,93 Meter) am Start).

Uwe Martin

Zu den hessischen Teilnehmern

 


19.02.2016