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Hallen-DM in Dortmund: Ein besonderer Tiefpunkt


Sophia Sagonas, Mona Gottschämmer und Günter Eisinger (Foto: Benjamin Heller)

Der Rückschritt ist unübersehbar, hierfür muss man kein großer Statistiker sein. Im vergangenen Jahr gewannen die hessischen Jugendlichen bei den nationalen U20-Hallenmeisterschaften insgesamt zehn Medaillen - aufgegliedert in vier Titel, fünf zweite Plätze und einen dritten Rang. Und 2016? Letztlich war es ein Titel (Marc Tortell/TV Rendel/3.000 Meter) sowie ein zweiter Platz (Konstantin Steinfurth/LG Eppstein/Kelkheim/Hammerwurf). Hinzu kamen zwei vierte Plätze - Miriam Sinning (LG Eintracht Frankfurt/60 Meter Hürden), Alicia Schilling (TSV Korbach/Diskuswurf) -, ein sechster sowie ein siebter Rang. Das ist in der Summe wenig, sehr wenig. Selbst vor dem Hintergrund, dass in Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach/1.500 Meter) ein Topläufer ebenso krankheitsbedingt absagen musste wie Hammerwerferin Katharina Zeisler (LG Seligenstadt). Und eine, die 2015 großartige Höhenflüge gezeigt hat, kämpft seit Wochen mit einem Formtief: Hochspringerin Mona Gottschämmer von der LG Eintracht Frankfurt.

Vor einem Jahr war sie mit 1,84 Meter aus der Hallensaison gegangen, und ist wie im Freien (1,86 Meter) beste deutsche U18/U20-Hochspringerin gewesen. Mona Gottschämmer war im Sommer 2015 bei der U18-WM in Cali (Kolumbien) am Start, scheiterte dort aber, geschwächt von einem Magen-Darm-Virus, mit 1,73 Meter in Qualifikation. In der aktuellen Hallensaison stehen 1,76 Meter zu Buche. Bei der U20-DM in Dortmund übersprang sie 1,64 und 1,68 Meter jeweils im zweiten Versuch, bei 1,72 Meter war Endstation. 1,78 Meter hätten, wie im Vorjahr, für eine Medaille gereicht. Das sind die Fakten - doch was steckt dahinter?

Noch im Dezember hätten Tests ausgezeichnete Biomechanikwerte ergeben, sagt Günter Eisinger, der Mona Gottschämmer in Personalunion mit Landestrainern Sophia Sagonas trainiert. Die Prognose ging auf etwa 1,90 Meter. Die Zubringerleistungen, sagt Eisinger, seien allesamt auf hohem Niveau gewesen, doch im Wettkampf setze die 17-Jährige kaum etwas um. In Dortmund, so der Eindruck vieler Beobachter, stand die junge Dame ziemlich neben sich. Die U20-DM in der Körnig-Halle war ein Tiefpunkt, womöglich auch ein Weckruf, anschließend wurde die Hallensaison für beendet erklärt. Eisinger und Sophia Sagonas blicken bereits in Richtung Freiluftsaison, setzen ihre Hoffnung zunächst auf das Frühjahrstrainingslager auf Teneriffa. „Mona hat gesundheitlich einige Probleme“, sagt Eisinger. „Und alle Beteiligten versuchen ihr zu helfen, damit sie die Probleme in den Griff bekommt.“ Damit eine der talentiertesten deutschen Nachwuchs-Hochspringerinnen wieder auf die Beine kommt.

Uwe Martin

 


23.02.2016