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Hallen-DM, 1. Tag: Fünfte Plätze für Lisa Mayer und Gianluca Puglisi


Lisa Mayer (Fotos: Iris Hensel)

Zwei fünfte Plätze und insgesamt acht persönliche Bestleistungen, das ist die erfreuliche Bilanz des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV) am ersten Tag der 63. Deutschen Hallenmeisterschaften in der ausverkaufen Leipziger Arena (3.500 Zuschauer). Gleich um eine Zehntelsekunde drückte 60-Meter-Sprinterin Lisa Mayer von der LG Langgöns/Oberkleen ihren alten Hausrekord (7,41 Sekunden). Im Zwischenlauf steigerte sie sich auf 7,33, im Finale sogar auf 7,31. „Total happy und super zufrieden“, so ihr Fazit. „Ich wollte mich deutlich verbessern, und das ist mir gelungen.“ Und das, obwohl sie schwer in den Wettkampf fand („Wie immer“), im Vorlauf erzielte sie 7,42, und den Start im Zwischenlauf „total verpennt“ hatte. Dreimal voll bei der Sache war Siegerin Tatjana Pinto (LC Paderborn) mit drei Bestleistungen am Stück. 7,07 im Finale bedeuteten Platz vier in der ewigen deutschen Bestenliste und der Sprung hinein in die erweiterte Weltklasse. Für die Zweitplatzierte Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge/7,20) wurden im Vor- und Zwischenlauf jeweils 7,17 gestoppt. Platz drei ging an Nadine Gonska (MTG Mannheim/7,29). Die Siegerehrung geriet zur Farce. Ihre Urkunden und Siegerplaketten erhielten die Sprinterinnen aus den Händen von Marlies Göhr. Jene Marlies Göhr, der laut Aktenlage in der damaligen DDR in hohen Dosen das Dopingmittel Oral-Turinabol verabreicht wurde. Göhrs Bestleistungen (10,81/100 Meter, 21,74/200 Meter) werden in den deutschen Bestenlisten freilich noch immer geführt.

Eine überzeugende DM-Premiere bei den Aktiven feierte Weitspringer Gianluca Puglisi von der LG Eintracht Frankfurt. Seine Eindrücke: „Ich bin noch nie vor so vielen Zuschauern gesprungen und hatte noch nie so viel Lust auf einen Wettkampf.“ Dieses Gefühl drückte sich auch in den Weiten aus. Auf 7,42 Meter zum Auftakt folgten 7,49 im zweiten Durchgang: persönlicher Rekord und drei Zentimeter über seiner Meldeleistung (7,46). „Ich bin aus einem längeren Anlauf gesprungen und volles Risiko gegangen“, so der Jugend-Hallenmeister des Vorjahres. Dazu kamen 7,37 im dritten und 7,42 im fünften Anlauf. Nur der sechste Versuch fiel etwas ab (7,13), der vierte Sprung war ungültig. War Gianluca Puglisi also total zufrieden? Nicht ganz. „Die Serie war gut, nur der Ausreißer nach oben hat gefehlt. Und der wäre möglich gewesen.“ Wer weiß, vielleicht hätte es dann bis aufs Treppchen gereicht, das Alyn Camara (TSV Bayer Leverkusen/7,82), Julian Howard (LG Region Karlsruhe/7,76) und Marcel Kirstges (LAZ Saar 05 Saarbrücken/7,55) einnahmen.


Gianluca Puglisi

Und es gab noch weitere Bestleistungen. So zum Beispiel durch 60-Meter-Sprinter Michael Pohl vom Wiesbadener LV. Mit einer Bestleistung, das heißt einer Zeit unter 6,80 Sekunden, wollte der BWL-Student die Hallensaison abschließen. In Leipzig gab es gleich zwei persönliche Rekorde. Auf 6,79 Sekunden im Vorlauf folgten 6,76 im Zwischenlauf, Platz zehn. Acht Läufer kamen ins Finale, das Pohl um die Winzigkeit von zwei Hundertstel verpasste. Auch sein Vereinskollege Florian Daum war so schnell wie noch nie. Mit den 6,85 buchte er den Zwischenlauf und war sieben Hundertstel schneller als im Januar. Bei seinem zweiten Auftritt auf der blauen Bahn wurden 6,86 gestoppt. Der Sieger Julian Reus (TV Wattenscheid) machte sich in 6,52 zum alleinigen deutschen Rekordhalter. Ende Januar hatte er bereits mit Sven Matthes (Berlin/6,53/1988) gleichgezogen.

Drei Starts und zwei Bestleistungen, das war die Ausbeute für die Frankfurterin Gianina Gartmann. Über 60 Meter qualifizierte sie sich nach 7,53 (p. B.) für den Zwischenlauf, den sie nach 7,55 beendete. Über 60 Meter Hürden steigerte sie sich auf 8,54; zwei Hundertstel fehlten fürs Finale, das die WM-Zweite über 100 Meter Hürden, Cindy Roleder (SC DHfK Leipzig), vor heimischem Publikum mit neuem Meisterschaftsrekord (7,88) dominierte.

Zwei Auftritte hatte der Frankfurter Nico Sonnenberg. Als Zweiter seines Vorlaufs über 1.500 Meter buchte er gleich zu Beginn der Meisterschaften sein Ticket fürs Finale am Sonntag. Sonnenbergs Zeit: 3:57,99 Minuten. Fünf Stunden später lief er die doppelt so lange Distanz. In dem gesteigerten Tempolauf, den der Doppelstarter Florian Orth (LG Regensburg/8:07,39) gewann, musste der Hesse auf dem zweiten Kilometer abreißen lassen. Als Neunter flossen 8:16,30 ins Ergebnisprotokoll ein.

Wie erwartet nur einen Auftritt hatten der Saisonbestzeit laufende Sven Medenbach (LSG Goldener Grund Selters) über 60 Meter Hürden (8,18 Sekunden) und Jon Grandpierre (Wiesbadener LV) über 1.500 Meter, der sich bei seiner DM-Premiere bei den Aktiven zwischenzeitlich vor das Feld spannte, die Tempoverschärfungen am Ende aber nicht mehr mitgehen konnte und nach 4:03,59 Minuten ausschied.

Eine Tausendstelentscheidung zu ihren Ungunsten erlebte Lara Matheis (TSG Gießen-Wieseck) über 60 Meter, die wie zwei andere Sprinterinnen in der ersten Runde nach 7,58 ins Ziel kam. Allerdings schaffte nur eine den Sprung in den Zwischenlauf.

Eine zweite Chance dagegen erhält Marc Reuther (ebenfalls Wiesbaden) über 800 Meter. Als Gesamtachter in 1:51,37 erreichte er das Finale der besten acht. Sein Kommentar: „Gute Pferde springen knapp.“

Tammo Lotz

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27.02.2016