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Herten als Goldgrube für den HLV: Julius Hild läuft zu zwei deutschen Crosstiteln


Julius Hild (Foto: IRIS)

Mit neun Goldmedaillen erzielten die Athleten des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV) ein sehr gutes Ergebnis bei den deutschen Crosslauf-Meisterschaften im westfälischen Herten. Den Großteil der Siege steuerten der SSC Hanau-Rodenbach mit vier sowie der TV Waldstraße Wiesbaden mit drei Titeln bei. Ein besonderer Coup gelang dabei U18-Meister Julius Hild, der sich nach seinem Sieg in der Einzelwertung auch über den Sieg mit seinen Mannschaftskameraden Jakob Thöming und Marius Abele freute. Der Erfolg des 17-jährigen Rodenbachers kam trotz vielversprechender Vorleistungen letztlich überraschend. Denn der Vorjahres-Fünfte und DLV-Cross-Cupsieger hatte als Folge einer Schleimbeutelentzündung auf die hessischen Crossmeisterschaften verzichten müssen und fing sich anschließend noch eine Erkältung ein.

Dennoch konnte Hild dank des soliden Formaufbaus seine Kraftausdauer auf der anspruchsvollen 4,5-Kilometer-Strecke durch den wellig angelegten und teils knöcheltief aufgeweichten Hertener Stadtpark so gut umsetzen, dass er die gesamte Schlussrunde das Tempo rennentscheidend hoch hielt. Damit zermürbte er den spurtstarken Nick Jaeger (TSV Penzberg/15:31 Minuten), der zunächst eine Zehn-Meter-Lücke zulief und 300 Meter vor dem Ziel kurzzeitig in Führung ging, dem Konter von Hild (15:30 Minuten) dann aber nicht mehr gewachsen war. „Eigentlich kann ich gar nicht spurten, habe mich aber erinnert, dass ich bei der Hessenmeisterschaft vor dem Ziel ähnlich zurückgefallen war und doch noch gewonnen habe", wird Hild auf leichtathletik.de zitiert. „Ich habe gedacht: Diese Chance kommt nicht wieder und habe mir gesagt: Gib jetzt alles.“ Eine klare Sache für den SSC Hanau-Rodenbach war die Teamwertung mit 30 Punkten vor Hannover Athletics (65 Punkte) und 14 weiteren Mannschaften.


Sarah Kistner (Foto: IRIS)

Verlass war einmal mehr auf die U20-Mannschafts-Europameisterin Sarah Kistner vom MTV Kronberg. Zwar hatte sie gegen Alina Reh (SSV Ulm) erwartungsgemäß keine Chance, doch 32 Sekunden hinter der Topathletin hatte Kistner im 4,5-Kilometer-Wettbewerb ihrerseits 52 Sekunden Vorsprung auf die drittplatzierte Miriam Dattke (SCC Berlin). „Die Cross-Saison ist nun vorbei. Es gab einen schönen und zufriedenstellenden Abschluss. Die Strecke war wirklich sehr matschig, so dass sie während der DM immer wieder verlegt werden musste. Aber schön war es trotzdem“, meinte Kistner via Facebook.

Erst im abschließenden Stadionrund machte Lisa Oed (SSC Hanau-Rodenbach) ihren bislang größten Erfolg mit U18-Silber perfekt, als sie sich hinter der enteilten Lisa Vogelgesang (Eintracht Hildesheim) aus der dreiköpfigen Verfolgergruppe löste und Zweite wurde.

Mannschaftliche Stärke demonstrierte der SSC Hanau-Rodenbach auch mit den M35-Gewinnern Thomas Seibert (4.), Jörn Harland (5.) und Lienhard Hersel (15.) vor dem Hamburger SV; ebenso die M50 mit Stefan Hinze (2.), Markus Riefer (3.) und Frank Seidel (27.). Für den PSV Grün-Weiß Kassel holten in der M40/45 Felix Kaiser (5.), Tobias Henne (7.) und Michael Wagner (11.) den überlegenen Teamerfolg. Der TuS Griesheim gewann die Frauen W50 und älter in der Besetzung Marion Peters-Karbstein (2./W50), Vera Schoormann (14.) und Regina Blatz (4./W55).


Lisa Oed (Foto: IRIS)

Zwei Einzeltitel gab es für den TV Waldstraße Wiesbaden. Einen souveränen Sieg steuerte Anja Ritschel bei, die in der W70 über 5,9 Kilometer nach 32:21 Minuten einen Drei-Minuten-Vorsprung herausgelaufen hatte. Ihr Vereinskamerad Christian Stoll hingegen ließ es in der M55 auf einen Sechs-Sekunden-Entscheid vor seinem ärgsten Verfolger ankommen. Stoll gewann in 22:28 Minuten, dahinter lief Stephan Bayer (GuthsMuths Rennsteiglaufverein) ein. Ganz stark auch W40-Meisterin Kerstin Stephan vom LC Olympia Wiesbaden, die in 24:08 Minuten mehr als 200 Meter auf Rang zwei herausholte.

Nicht so gut lief es für die HLV-Teilnehmer in den Hauptklassen. Auf der Männer-Langstrecke verfehlte der vom Gesamtneunten Ybekal Daniel Berye angeführte PSV Grün-Weiß Kassel mit Rang fünf die Bronzemedaille knapp, und im Mittelstrecken-Wettbewerb konnte Nico Sonnenberg (LG Eintracht Frankfurt) lediglich eine von drei Runden in der Spitze mithalten, ehe er auf Rang zwölf zurückfiel.

Sascha Arndt/tin.

 


06.03.2016