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Neues zum Thema Doping: EM-Silber für Diana Sujew?


Tsegaye Mekonnen bei seinem Dubai-Sieg 2014(Foto: Frankfurt-Marathon)

Wie am Montag bekannt wurde, ist auch die Türkin Gamze Bulut unter Dopingverdacht geraten. Dies hat der türkische Leichtathletik-Verband bestätigt. Bei der Olympiazweiten von 2012 über 1.500 Meter soll es Unregelmäßigkeiten im biologischen Pass, mit dem das Blutprofil über einen längeren Zeitraum kontrolliert wird, geben. Eine Sperre von Gamze Bulut würde nochmals eine Folgewirkung für Diana Sujew von der LG Eintracht Frankfurt haben. Wie auf hlv.de am 2. März ausführlich berichtet, ist die 25-Jährige für ihren ursprünglich sechsten Platz bei der EM 2012 bereits zur Bronzemedaille aufgerückt, nachdem drei Konkurrentinnen des Dopings überführt wurden. Bestätigt sich der Verdacht gegen Gamze Bulut, verliert sie auch ihren - nachträglich gewonnen - EM-Titel und Diana Sujew würde auf Rang zwei vorrücken. Marathonläufer Tsegaye Mekonnen aus Äthiopien, im Herbst 2014 beim Frankfurt-Marathon am Start, wurde offenbar zu unrecht eines Dopingvergehens beschuldigt. Ohne offizielle Bestätigung ins Spiel gebracht hatte diesen Namen ein niederländischer Journalist, der sich mittlerweile bei Mekonnens Manager Gianni Demadonna entschuldigt hat.

Der mittlerweile 21-jährige Mekonnen war im Oktober 2014 in Frankfurt als Siegfavorit gehandelt worden, nachdem er mit einer Meldezeit von 2:04:32 Stunden verpflichtet wurde. Erreicht beim Dubai-Marathon am 24. Januar 2014, es war damals sein Debüt über die 42,195 Kilometer lange Distanz. Der Jubel in den Vereinigten Arabischen Emiraten war seinerzeit grenzenlos, schließlich bedeutete diese Zeit auch inoffiziellen Junioren-Weltrekord. Umso größer war die Enttäuschung bei den Verantwortlichen in Frankfurt, als Mekonnen schon bei Kilometer 30 den Kontakt zur Spitzengruppe verlor und letztlich vorzeitig aus dem Rennen ausstieg. Wieder in den Blickpunkt gerückt war Mekonnen im Januar 2016 mit seinem dritten Platz in Dubai (2:04:46 Stunden).

Erstmals international bemerkenswert in Erscheinung getreten war Mekonnen im 5.000-Meter-Finale der Junioren-WM am 14. Juli 2012 im Olympiastadion von Barcelona (Spanien). Er war seinerzeit 17 Jahre und einen Monat alt, als er in 13:44,43 Minuten auf den fünften Platz lief. Auffällig ist, dass sieben der zehn schnellsten Läufer in diesem Wettkampf offiziell im ersten Quartal der Jahre 1993, 1994 oder 1995 geboren wurden. Darunter fünf im Monat Januar, zwei sogar genau am 1. Januar - nämlich der Zweitplatzierte Abrar Osman (Eritrea/1994) sowie der Sechste Phillip Kipyeko (Uganda/1995). Ein statistischer Zufall? Dabei ist es noch nicht einmal sicher, dass Mekonnen der jüngste Teilnehmer in diesem Finale gewesen ist. Denn bei Souleiman Robleh aus Djibouti (19. In 14:48,7 Minuten) steht im offiziellen Profil des Leichtathletik-Weltverbandes schlichtweg nur Geburtsjahrgang 1995. Ein genaues Datum fehlt.

Uwe Martin

 


07.03.2016