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Überraschung am Welt-Frauentag: Xenia Stolz springt bei der Hallen-WM in Portland


Xenia Stolz und Trainer Peter Rouhi (Foto: Benjamin Heller)

So ganz aus dem Nichts kam die Einladung nicht. „Ich wusste, dass ich nachrücken könnte“, sagt Xenia Stolz, die am Dienstag erfahren hat, dass sie an der Hallen-WM in Portland (17. bis 20. März) teilnehmen wird. Aufgrund des „Ranking-Verfahrens“, wie es in der Pressemitteilung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) formuliert wurde. Denn die 27-jährige Weitspringerin vom Wiesbadener LV ist mit 6,63 Meter die Nummer 14 der aktuellen Hallen-Weltbestenliste, für die Titelkämpfe im US-Bundesstaat Oregon sind 16 Athletinnen eingeladen. Diese absolvieren allesamt drei Versuche, die besten Acht haben dann weitere zwei, die besten Vier nochmals einen Versuch. So lauten die WM-Regeln. Und was wird Xenia Stolz daraus machen?

„Einfach dabei sein sagt man als Leistungssportler nie. Portland ist eine große Gelegenheit, für den Sommer zu üben, wie man große Wettkämpfe springt.“ Sie möchte „konzentriert an ihren Basics arbeiten“ - und sich Selbstvertrauen für die Freiluftsaison holen. „Ich freue mich tierisch auf die WM“, sagt Xenia Stolz. Abflug nach Portland ist am Freitag, 11. März.


Dabei passte es ins Bild, dass die gute Nachricht ausgerechnet am Welt-Frauentag bei der Weitspringerin aus Hessen eintraf. Nach drei Februar-Wochen, in denen sie mehr oder weniger krank gewesen ist. Mit einem grippalen Infekt, der sich zu einer Nasennebenhöhlenentzündung entwickelte. „Das habe ich seit Berlin mit mir herumgeschleppt.“ Also seit dem Hallen-Istaf am 13. Februar, als sie mit oben erwähnten 6,63 Metern eine persönliche Hallenbestleistung erzielte. Eine Woche später folgten in Glasgow 6,52 Meter, bei den deutschen Meisterschaften in Leipzig am vorvergangenen Sonntag waren es dann nur 6,41 Meter. Anschließend ist Xenia Stolz direkt zum Arzt gegangen - ihr wurden ein Antibiotikum und fünf Tage komplett sportfrei verordnet. „Am vergangenen Samstag habe ich dann gesund wieder losgelegt.“

Das deutsche WM-Aufgebot umfasst insgesamt 14 Athletinnen und Athleten, die laut DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska „durch den Einsatz auf der Weltbühne international Erfahrung sammeln und ihr bisheriges Leistungsniveau in einer harten Konkurrenzsituation bestätigen sollen“. Für Xenia Stolz ist es nach der Hallen-EM 2015 und der Universiade 2013 die dritte bedeutende internationale Meisterschaft bei den Aktiven. Im Nachwuchsbereich hat sie an der U20-WM (2008/Platz vier mit 6,33 Metern) sowie an der U23-EM teilgenommen (2011). Ihre Bestleistung steht seit dem vergangenen Sommer bei 6,74 Metern.

Uwe Martin

 


09.03.2016