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Was macht eigentlich … Simret Restle-Apel? Schwere Zeiten für die Läuferin von GW Kassel


So lautete die Meldung Ende November 2015 (Foto: Screenshot hlv.de)

Die Spur von Simret Restle-Apel verliert sich am 26. November 2015 mit der Meldung, dass die 31-Jährige den Verein wechselt. Weg von Grün-Weiß Kassel und Trainer Winfried Aufenanger zum LAZ Puma Rhein-Sieg und Thomas Eickmann. hlv.de griff damals einen Text des Online-Portals laufen-in-koeln.de auf, die Website ist als seriös bekannt, deshalb gab es keinen Grund, den Klub- und Trainertausch zu hinterfragen beziehungsweise weiterzuverfolgen. Oder doch? Denn seither hat man von der Langstrecken- und Marathonläuferin, die in Wiesbaden wohnt, nichts gehört. Keine Wettkampfergebnisse, gar nichts. Grund genug für einen Anruf in Kassel. Was sich dann im Laufe des Telefonats mit Aufenanger ergibt, ist durchaus bemerkenswert. Denn letztlich stellt sich heraus, dass Simret Restle-Apel weiterhin für den Klub aus Kassel startberechtigt ist - doch nicht nur das. Laut Aufenanger hat seine Athletin bei einem Unfall so schwere Verletzungen erlitten, dass ihre Karriere womöglich beendet ist.

Es waren seinerzeit noch vier Tage bis zum Ende der Wechselfrist, als die erwähnte Meldung online stand. Doch Aufenanger verweigerte die Freigabe, beharrte auf einer „Vertragssituation“, wie er sagt. Was dazu führte, dass Eickmann, Sportlicher Leiter und Trainer beim LAZ Rhein-Sieg, das Thema im Sinne der Athletin zu den Akten legte. „Simret wollte weg aus Kassel, alles auf Null stellen, ein komplettes Reset“, sagt er. Er sei mit Simret Restle-Apel, die er seit vielen Jahren kenne, bereits länger im Gespräch und in allen Belangen einig gewesen. Dann kam das Veto aus Kassel. Pikant an dem Vorgang: Eickmann hat selbst von 1985 bis 1989 das grün-weiße Kassel-Trikot getragen, damals war Aufenanger sein Trainer. Auch seine Marathon-Bestzeit (2:13:24 Stunden/1986 in Berlin) datiert aus dieser Zeit.


Simret Restle-Apel und Winfried Aufenanger beim „Mini-Internationalen“ 2012 in Koblenz (Foto: Helmut Schaake)

Einmal mit Aufenanger ins Gespräch gekommen, was nicht immer einfach ist, erzählt der Organisationsleiter des Kassel-Marathons, dass Simret Restle-Apel derzeit „laufunfähig“ sei. Womit sich die eigentlich geplante Frage, warum sie beispielsweise nicht an den deutschen Cross-Meisterschaften teilgenommen hat, erübrigt. „Simret ist schwer verunglückt“, sagt Aufenanger und spricht von „sieben angebrochenen Wirbeln“ sowie einem „Beckenbruch“. Weitere Details über das Wie und Wo äußert er nur informell nach dem Versprechen, darüber nichts zu schreiben.

Die Quintessenz seiner Aussagen ist jedoch folgende: Simret Restle-Apel ist keine Kandidatin mehr für die EM in Amsterdam. Darüber sei auch DLV-Bundestrainer Henning von Papen, zuständig für die Mittel-/Langstrecke (A-/B-Kader Frauen), bereits informiert. Simret Restle-Apel hatte Anfang Oktober 2015 in Köln mit einer persönlichen Bestzeit über die Halbmarathondistanz (72:26 Minuten) die EM-Norm erfüllt. Laut Aufenanger ist es zudem denkbar, dass Simret Restle-Apel aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen nicht mehr in den Wettkampfsport zurückkehrt.

Uwe Martin

 


14.03.2016