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Carolin Schäfer plant für Götzis, Ratingen und Rio


Carolin Schäfer und Trainer Jürgen Sammert (Foto: Benjamin Heller)

Siebenkämpferin Carolin Schäfer vom TV Friedrichstein hat in einem Interview mit leichtathletik.de ihre Marschroute für die Sommersaison bekanntgegeben. Die 24-Jährige will sich bereits beim Traditionsmeeting im österreichischen Götzis (28./29. Mai) so gut wie für die Olympischen Spiele qualifizieren, um den nachfolgenden Wettkampf in Ratingen (25./26. Juni) „entspannter“ angehen zu können. In Rio möchte Carolin Schäfer dann mit einer neuen Bestleistung glänzen. Ihr persönlicher Rekord steht bei 6.547 Punkten, aufgestellt Ende Mai 2015 in Götzis. Die Olympianorm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes wurde auf 6.200 Punkte festgesetzt. Die Europameisterschaften in Amsterdam (Niederlande/6. bis 10. Juli) hat die Hessin nicht im Terminkalender. „Die spielen für mich aber keine Rolle.“ Der Saisonhöhepunkt ist natürlich klar definiert - Olympia in Rio. Dort möchte sie letztlich eine „gute Bestleistung“ erreichen. Das heißt ungefähr 6.600 Punkte. In der ewigen deutschen Bestenliste würde Carolin damit … in etwa wie viele Plätze nach vorne rücken?

Nicht viele jedenfalls, was angesichts von sechs (hoch)verdächtigen DDR-Siebenkämpferinnen unter den Top Ten keine allzu bemerkenswerte Feststellung ist. Dennoch lohnt hin und wieder der Blick darauf. Um zu dokumentieren, mit welchen extraordinären statistischen Altlasten sich saubere Athletinnen und Athleten auseinandersetzen müssen. Wenn sie denn wollen. Hinter der deutschen Rekordhalterin Sabine Braun (Wattenscheid/ 6.985 Punkte/1992) reihen sich auf den Plätzen zwei bis vier in Sabine Paetz (Leipzig, 6.946 Punkte/1984), Ramona Neubert (Dresden, 6.935 Punkte/1983) sowie Anke Behmer-Vater (Neubrandenburg, 6.858 Punkte/1988) gleich drei mit Oral-Turinabol gepäppelte Athletinnen ein. Entsprechende Hinweise finden sich in der einschlägigen Literatur auch für Heike Tischler (Neubrandenburg, 6.572 Punkte/1990). Weitere DDR-Siebenkämpferinnen aus der letzten Hochphase des Staatsdopings sind Ines Schulz (Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, 6.660 Punkte/ 1988) und Sibylle Thiele (Berlin, 6.635 Punkte/1986).

Uwe Martin

 


31.03.2016