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HLV-Senioren gewinnen fünf Europameistertitel


Silke Stolt gewann das Diskuswerfen der W45 (Foto: Hans-Peter Schabinger)

Bei den Hallen-Europameisterschaften mit Winterwurf-Wettbewerben in Ancona (Italien) mischten sich unter die 3.086 Teilnehmer aus 40 Ländern auch 21 Starter aus Hessen. Die Ausbeute von fünf Gold-, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen brachten die HLV-Teilnehmer in den Medaillenspiegel ein, der vom deutschen Team mit insgesamt 260 Plaketten (102 Gold/84 Silber/74 Bronze) souverän vor den Italienern (238) und Briten (152) gewonnen wurde. Das hohe Leistungsvermögen der Senioren zwischen 35 und 98 Jahren dokumentierten zwölf neue Welt- und 17 neue Europarekorde, die an sechs Wettkampftagen aufgestellt wurden. Doppelt mit Edelmetall dekoriert wurde Diethild Nix (TV Idstein) in der W70. Mit im ersten Versuch übersprungenen 1,90 Metern im Stabhochsprung gewann sie diesen Wettbewerb unangefochten und verpasste den drei Jahre alten Europarekord um lediglich fünf Zentimeter. Im Hochsprung zeigte sie eine Serie ohne Fehlversuch. Genau ein Meter brachten ihr gemeinsam mit einer österreichischen Athletin die Silbermedaille ein. Der Sieg ging an eine Niederländerin.


Klemens Grissmer wurde Europameister im M60-Fünkampf (Foto: Wrzesniok)

Überaus souverän sicherte sich Klemens Grissmer (TSG Oberursel) den Europameistertitel im Fünfkampf der M60. Dabei sammelte er 3.994 Punkte, erzielte eine neue hessische Bestleistung und siegte mit mehr als 250 Zählern Vorsprung vor einem Polen und einem weiteren deutschen Teilnehmer. In den ersten vier Disziplinen war er jeweils Bester einer 19 Teilnehmer starken Riege. Grissmer sprintete über 60 Meter Hürden 9,81 Sekunden, sprang 5,31 Meter weit, 1,60 Meter hoch und wuchtete die fünf Kilogramm schwere Kugel auf 11,28 Meter. In den abschließenden 1.000-Meter-Lauf ging er mit mehr als 500 Punkten Vorsprung - 4:06,28 Minuten brachten ihm schließlich unangefochten die Goldmedaille.

Bei frühlingshaften Temperaturen nutzte Silke Stolt (LAZ Bruchköbel) die hervorragenden Bedingungen und sicherte sich zum wiederholten Mal die Goldmedaille im Diskuswurf der W45. Gleich im ersten Versuch erzielte sie mit 37,84 Meter die Siegerweite, die sie im Verlauf des Wettbewerbs mit einem weiteren Wurf auf 37,67 Meter bestätigte. Mit mehr als 3,50 Meter Vorsprung triumphierte sie vor einer Französin sowie einer Britin.

Ihrer Favoritenrolle gerecht wurde auch Nicole Best (TV Groß-Gerau). In der W45 ließ sie im 3.000 Meter Bahngehen ihrer Konkurrenz keine Chance und gewann in 14:23,44 Minuten mit fast zehn Sekunden vor einer Französin. Die drittplatzierte Italienerin erreichte das Ziel mit mehr als einer Minute Rückstand.


Lars Klingenberg (Foto: Schabinger)

Lars Klingenberg (LG ovag Friedberg-Fauerbach) wurde mit der DLV-Staffel über 4x200 Meter Europameister in der M45. In dem ganz engen Kampf um die Medaillen behielt das deutsche Quartett mit dem an zweiter Position laufenden Hessen in 1:37,09 Minuten knapp die Oberhand gegen die Niederländer (1:37,47) und die Briten (1:37,85).

Sehr spannend ging es im Kugelstoßen der W55 zu. Barbara Schlosser vom Wiesbadener LV, national bereits der W60 angehörend, musste in Ancona noch in der jüngeren Altersstufe an den Start gehen, da international nicht der Jahrgang, sondern der Geburtstag ausschlaggebend ist. Nach dem Vorkampf lag sie mit 9,88 Metern auf dem achten Platz, den sie auch mit der Steigerung auf 9,95 Meter im vierten Durchgang nicht verbessern konnte. Im fünften Versuch wuchs sie über sich hinaus und schob sich mit 10,38 Metern vom achten auf den zweiten Platz vor. In dem spannenden Schlussdurchgang wirbelte eine Dänin das Teilnehmerfeld nochmals durcheinander, schob sich von Platz sieben auf den Bronzeplatz, konnte mit 10,22 Metern die Wiesbadenerin aber nicht mehr vom Silberrang verdrängen.


Kornelia Wrzesniok, EM-Dritte im W50-Fünfkampf (Foto: Schabinger)

Kornelia Wrzesniok (LG Rodgau) sammelte im Fünfkampf der W50 3.659 Punkte und erzielte mit dieser Leistung nicht nur eine persönliche Bestmarke, sondern zugleich eine hessische Bestleistung. Mit einem Hausrekord von 10,87 Sekunden startete sie über die 60 Meter Hürden am frühen Morgen optimal in den Wettbewerb und ließ im Hochsprung mit 1,36 Metern eine weitere Jahresbestmarke folgen. Im Kugelstoßen stellte sie mit 9,69 Metern die nächste Bestleistung auf, hier konnte sie aber ebenso wie im Weitsprung mit 4,50 Meter ihr aktuelles Leistungsvermögen nicht ganz ausschöpfen. Als Viertplatzierte startete sie in den abschließenden 800-Meter-Lauf, wo sich die Rodgauerin in einem furiosen Endspurt auf den letzten 100 Metern den nötigen Vorsprung erlief und mit 20 Punkten Vorsprung auf Rang vier die Bronzemedaille sicherte.

Da es direkt im Anschluss an die Meldung des Hessenrekords einige Irritationen gab, zur Erläuterung die folgenden Zeilen. Auch die vormalige Höchstleistung, erzielt von Angelika Rümpler (SSC Vellmar) am 13. März 2004 in Sindelfingen mit 3.675 Punkten, hat weiterhin Bestand. Geschuldet ist dies den unterschiedlichen Altersklassenfaktoren, die zwischenzeitlich mehrmals geändert wurden. Kornelia Wrzesnioks Punktzahl erhält den Vermerk neu, die Leistung von Angelika Rümpler wird mit dem Zusatz neu geführt.

Die bronzene Plakette gab es auch für Anne Reuschenbach (LG Bad Soden/Neuenhain) im Diskuswerfen der W35. Sie stieg mit 33,48 Metern ein und hielt sich von Beginn an in dem ganz engen Wettbewerb in der Spitzengruppe. Über 33,83 Meter im zweiten Versuch steigerte sie sich im fünften Durchgang auf ihre Tagesbestmarke von 34,65 Metern.


Joachim Bremser (Foto: Schabinger)

Ebenfalls Bronze im Diskuswerfen der M35 ging an Joachim Bremser (TV Bad Schwalbach). Er lag frühzeitig auf einem Medaillenrang und steigerte sich im letzten Versuch auf 43,00 Meter.

In der deutschen 4x200m-Staffel (M65) ging der dritte Platz an Christian Fitza (LG BEC). Hinter dem hoch überlegenen Team aus Italien kämpften die Deutschen gegen die Finnen und die Polen um Silber und Bronze. Im Ziel lag Finnland in 1:58,06 Minuten knapp vorne, die Deutschen mit dem an Position drei laufenden Fitza ließen in 1:58,66 Minuten die Polen um 22 Hundertstelsekunden hinter sich und holten sich das ersehnte Edelmetall.

Denkbar knapp verpasste Rüdiger Weber (Eintracht Wiesbaden) weiteres Edelmetall. Im M50-Hochsprung überquerte er 1,77 Meter im dritten Versuch und lag gleichauf mit einem britischen Springer auf Rang vier. Die Bronzemedaille ging an einen französischen Springer, der die gleiche Höhe im zweiten Durchgang bewältigt hatte und somit einen Fehlversuch weniger aufwies. .

Kornelia Wrzesniok

 


05.04.2016